#80 Was treibt migrantische Unternehmer:innen an, Nadine Thielemann?
Shownotes
Migrantische Unternehmer:innen aus dem Balkan prägen seit vielen Jahren das Wiener Stadtbild. Im Gastro-Bereich tragen sie zur kulinarischen Vielfalt der Stadt bei und haben sich als wesentliche wirtschaftliche Akteure etabliert. Doch wie geht es ihnen als Projektionsfläche oftmals widersprüchlicher Integrationserwartungen und wie navigieren sie zwischen unterschiedlichen (Küchen-)Kulturen? Nadine Thielemann, Professorin für Interkulturelle Kommunikation an der WU Wien und affiliierte Forscherin am FORM hat das in einer aktuellen Studie untersucht.
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00:00:05: Herzlich willkommen bei Aufnahme
00:00:07: Bereit,
00:00:07: dem Podcast für Ankommende und Aufnehmende in der modernen Migrationsgesellschaft.
00:00:12: Sie hören diese Episode nicht nur auf den Podcast-Playern ihrer Wahl
00:00:16: sondern auch
00:00:16: auf Radio Orange.
00:00:17: – fourundneunzig Komma Null!
00:00:25: Diese Folge wird Ihnen präsentiert
00:00:27: von Courage Mut zur Menschlichkeit.
00:00:32: Mein Name ist Judy Kohlenberger ich bin Migrationsforscherin an der WU Wien und in der heutigen Folge spreche ich mit Nadine Thielemann.
00:00:39: Nadine ist Universitätsprofessorin für Salavistische Linguistik und interkulturelle Kommunikation an der WU Wien, wo sie das Institut für Interkulturellekommunikation leitet.
00:00:50: In ihrer Forschung untersucht sie wie Menschenübersprache Identitäten-, Machtverhältnisse-und kulturelle Zugehörigkeit konstruieren.
00:00:59: Zuletzt auch mit einem besonderen Fokus auf migrantische Unternehmerinnenunternehmer aus dem Balkenraum in Wien.
00:01:06: Herzlich willkommen liebe Nadine.
00:01:07: schön, dass du heute mein Gast bist.
00:01:10: Danke für die Einladung Judith!
00:01:12: Ja, nachdem wir wollen heute über migrantisches Unternehmertum in Wien sprechen was ja ein sehr weites Feld ist.
00:01:20: unter anderem hat das die Stadt über Jahrzehnte vor allem auch in der Gastronomie geprägt und dass es genau die Branche die ihr euch auch in einem aktuellen Forschungsprojekt angesehen habt.
00:01:32: Das Projekt nennt sich Vienna Mitste Balkans Und daraus sind auch schon Publikationen entstanden.
00:01:38: Was war denn der erste Impulse hinter diesem Projekt?
00:01:42: Also was war euer Zugang zu dem Feld und warum habt ihr gesagt, das ist ein wichtiges, auch wissenschaftlich wichtiges Thema, den wir uns näher widmen möchten?
00:01:51: Ausgangspunkt oder Motivation kam aus verschiedener Richtung für dieses Projekt.
00:01:57: Ich komme ursprünglich aus Deutschland und wenn man nach Wien kommt, dann merkt man in bestimmten Straßenzügen dass Menschen vom Balkan auch wie sich das Viertel präsentiert sehr stark prägen durch ihre wirtschaftliche Tätigkeit.
00:02:11: In Geschäftsfeldern in denen sie zugleich auch ihre Kultur wirtschaftlich nutzbar machen in Form von kulinarischer Kultur die Sie dort vermarkten.
00:02:19: Das war ein Antrieb für uns um es genauer anzuschauen.
00:02:25: Ein anderer ist natürlich dass migrantische Ökonomien auch in der Stadtentwicklung sehr interessant sind.
00:02:32: Sie tun ja mehr, als dass sie das kulinarische Spektrum erweitern wenn man dort wohnt sondern sie bilden auch oft in der Stadientwicklung den Ausgangspunkt für die Aufwertung bestimmter Stadtviertel.
00:02:42: Das nennt man dann Urban Scaling oder Upscaling ist meistens gemeint.
00:02:46: also es wird dadurch besser, dass Migranten anfangen sich anzusiedeln in bestimmten oftmals bei der Aufnahmegesellschaft nicht besonders angesehenen Stadtvierteln und dort dann anfangen auch geschäftlich tätig zu werden.
00:02:58: Und so war sie den Initialimpuls für eine Stadtentwicklungsprozess anstoßen, man kann das in Wien zum Beispiel par excellence beobachten Rundenstraße, Ippenplatz.
00:03:09: Wenn man ältere Wiener fragt dann die meisten Sternrundzölner und sagt das ist doch ein tolles Viertel oder spannender Ort zum Wohnen weil sie das noch ganz anders kennen.
00:03:19: und wenn man da den Markt hoch geht und am Ippen Platz ankommt dann merkt man sehr schön diesen kann man ihn quasi räumlich erfahrbar machen diesen Gentrifizierungsprozess der den Ausgangspunkt ganz oft nimmt von der Ansiedlung typischer migrantische Unternehmer die da Gastro-Betriebe betreiben.
00:03:36: Ja, also das war ein weiterer Anknüpfungspunkt.
00:03:39: und dann ist natürlich mein disciplinärer Hintergrund in der Slavistik.
00:03:43: Und das ist für mich auch genuhen interessant weil es Menschen vom Balkan sind und ich da auch sprachlich einen ganz guten Zugang habe wenn es um die Erforschung geht was auch sehr nützliches.
00:03:54: Und ihr habt hier in diesem Projekt einige sehr interessantes möchte ich sagen zu Tage befördert unter anderem eine ganz interessante Erzählweise, wie diese migrantischen Unternehmerinnen und Unternehmer ihre eigene Geschichte reflektieren.
00:04:10: Und ihr bezeichnet das in dieser Publikation als Transformationplot – also Transformationserzählung könnte man sagen!
00:04:17: Ich habe mich ein wenig an so eine Rags to Riches-Geschichte erinnert gefühlt wo aber eben auch der Moment der Migrationen des Ankommens in Österreich eine zentrale Rolle spielt.
00:04:30: In einer Art und Weise ist es auch eine Integrationsreise, die Sie erzählen haben.
00:04:34: Und natürlich eine sehr spezielle, weil sie das aus Sicht eines Unternehmens tun, der dann stark zu einem Beitragenden in diesem Land geworden ist Arbeitsplätze geschaffen hat, wichtig natürlich auch wie du sagst der Stadtbild mitgestaltet und die Kulinarik mit gestaltet usw.
00:04:51: Kannst du uns vielleicht kurz zusammenfassen?
00:04:53: was genau ist denn dieses Transformation Plot?
00:04:56: Und wie sehr war das denn tatsächlich in diesen ganzen Interviews sehr präsent?
00:05:00: weil ich denke mir jetzt drückblickend kann man leicht sagen es ist interessant sie alle sprechen in dieser Art und Weise aber es fügt sich ja von interview zu interview immer stärker dann zu einem ganzen zusammen muss man sagen, dass man auch erst einmal wirklich so darstellen muss ja aus Sicht der Forschung.
00:05:19: Ja also Teil der Daten aus diesem Projekt sind wie gesagt Interviews die wir geführt haben mit migrantischen Unternehmern.
00:05:25: da haben wir sie in ihren Betrieben besucht um auch ethnografisch eine bessere Vorstellung zu bekommen und wir haben Sie erzählen lassen welche Rolle das Unternehmen für sich hat wie sie den Entschluss gefasst haben unternehmerisch tätig zu werden und in diesem Rahmen haben sie ihre biografische Wertung zum Unternehmer dargestellt.
00:05:45: Und diese Transformationsgeschichte konnte man in der Tat über, wir haben fast dreißig Interviews, also dreizig verschiedene Unternehmers uns genauer angeschaut und mit ihnen unterhalten rekonstruieren.
00:05:57: Es ist ein wiederkehrendes Muster was wir über die Daten hinweg beobachten wie diese Unternehmer ihre Identität narrativ konstruieren durch die Geschichte vom Migrant zum Unternehmen Treffend beschrieben als Rags to Riches Story, die man auch sehr oft so in der medialen Darstellung von migrantischen Unternehmern findet.
00:06:16: Dass man als Nobody vorhin gekommen ist und es dann aus eigener Kraft geschafft hat zu einer respektablen Persönlichkeit.
00:06:24: Es kann durchaus auch sein dass sie in der Art und Weise wie Sie sich dargestellt haben an diese Muster unbewusst orientiert haben oder das als treffend und identifikationsfähig für ihre eigene Biografie dargestellt oder genutzt haben, was wir beobachten ist.
00:06:42: Das bestimmte wiederkehrende Elemente die diese drei zentralen Etappen im Plot abbilden eine erste Phase wo die migrantische Identität sehr am Vordergrund steht und die sich auch zeitlich auf das Ankommen in Österreich oder die erste Zeit in Österreich bezieht.
00:07:00: Diese Darstellungen sind sehr stark geprägt von Erfahrungen, wie sie die Migrationsforschung in verschiedenen Kontexten anhand unterschiedlicher Daten auch beschreibt und darstellt.
00:07:10: Marginalisierungserfahrungen, Diskriminierungserführungen oder auch Erfahrungen von Scheitern oder Schwierigkeiten zurechtzukommen im administrativen Belangen- und behördlichen System zu navigieren.
00:07:23: Je nach Alter unserer Interviewpartner kann das sein, dass sie mit dem schulischen System gestruggelt haben bei Menschen die immer wachsen und alter gekommen sind.
00:07:32: Dass sie Schwierigkeiten hatten im Umgang mit Behörden wie kann ich meinen Aufenthalt rechtlich sauber regeln?
00:07:39: oder im umgang mit Arbeitgebern?
00:07:41: Da war dann oft geschildert wie Sie dachten sie seien ordentlich angestellt und später erfahren haben da war irgendeine Anmeldung nicht gemacht worden.
00:07:51: Erfahrungen, wie sie ausgenutzt wurden durch prekäre Wohnsituationen, prekare Arbeitssituation dergleichen.
00:08:00: Und diese Erfahrungen bilden den Hintergrund vor dem Sie dann die Entscheidung treffen sich selbstständig zu machen und das ist sehr interessant dieser Wendepunkt in der Transformationserzählung der unterscheidet sich stark mit denen Wendepunkt Darstellungen, die man sonst in Narrative Entrepreneurship Forschung hat wo dieser Wende Punkt oft dargestellt wird als So bold move, so mutige Entscheidung raus aus einer in der Regel Karriere.
00:08:27: In der Wirtschaft als Angestellte sage ich jetzt will ich es noch mal wissen und mach mich selbstständig in unseren in den Erzählungen und Darstellungen unserer Interview Partner wird das meistens als spontaner Entschluster in einer sehr alltäglichen Situation entstanden ist dass sie von der Schicht zurückkommen und ein leeres Laden lokal sehen und sich denken Ja, anstatt da acht bis zehn Stunden für andere zu Kellnern kann ich doch auch hier selber einen Laden aufmachen oder anstelle anderen Bierkisten rumzuschleppen für ihre Partys.
00:08:58: Warum mache ich das nicht selber?
00:09:00: Also so dieses Nee, das kann ich jetzt auch jetzt mach' ich's.
00:09:05: und dieser letzte Element des Plots der diese individuelle Entwicklung vom Migrant dann zum Unternehmer nachzeichnet Das sind Momente, in denen die Interviewpartner so reflektieren.
00:09:17: Was bedeutet das oder hat das jetzt für mein Leben?
00:09:20: Wo sie so zurückschauen und Sinn finden in dieser Entscheidung und ihrem Lebensweg... bei uns drei Motive, die wir über alle Probanden hinweg eigentlich sehr gut oder ein Interviewpartner sehr gut beobachten können.
00:09:33: Ist das ihr einerseits sich damit auseinanderzusetzen?
00:09:36: Was waren die Opfer, die sie haben bringen müssen für ihre Familie?
00:09:39: Ja hier betonen Sie vor allem auch den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens.
00:09:43: ja dass sie jetzt zwar nicht Zeit hatten mit ihren Mit ihren Zinn Kindern verbringen konnten aber daß sie ihnen nun materiell was hinterlassen können oder sie bei ihrer Ausbildung finanziell unterstützen können und dass sie darin einen wichtigen Wert- und Beitrag sehen, was sehr interessant ist.
00:10:00: Und was diese migrantische Identität mit der unternehmerischen Identität verbindet ist, das Sie sehr oft Ihr Arbeitsethos hervorheben Teilweise ethnisch gefärbt, teilweise migrantisch geprägt dargestellt wird.
00:10:15: Dass diese Erfahrung viele unserer Interviewpartner sind im Kontext der Balkankriege nach Österreich bekommen und führen dann an die Erfahrungen schon einmal alles verloren zu haben ist ein starker Driver sich Mühe zu geben und es aus eigener Kraft schaffen zu wollen und hart arbeiten zu können um das auch zu tun.
00:10:34: andere wiederum sagen sie haben hart arbeiten gelernt, weil es ihre Eltern ihnen vorgelebt haben.
00:10:41: Wir haben auch sehr nett diese jugoslawische Disziplin.
00:10:44: Ja, harte Arbeit ehrliche Arbeit früh aufstehen ja und der letzte Moment der verbindet die sehr individuellen Erzählungen unserer Interviewpartner über Ihre persönliche Geschichte wie sie zum Unternehmertum gekommen sind mit gesellschaftlichen Diskursen über Migration und das sind Momente in denen Sie die Rolle Ihres Unternehmen als über das für sich selbst sorgen können, für die Familie sorgen.
00:11:10: Können den Gästen ein interessantes Angebot zu machen mit gesellschaftlichen Diskursen?
00:11:15: Dass sie darauf abheben dass ihr Unternehmen ja zum Beispiel gesellschaftliche Anerkennung erfährt weil Politiker's im Wahlkampf besuchen weil in den Medien positiv über sie berichtet wird.
00:11:27: Sie sagen sie gelten dadurch als Beispiel positiver Integration.
00:11:31: Das verweist aber sehr klar sich immer noch unter Legitimationsdruck fühlen und sich damit auseinandersetzen.
00:11:39: Was bedeutet das ein guter Migrant zu sein?
00:11:41: Ein guter migrant ist eine, der wirtschaftlich erfolgreich ist, der Arbeitsplätze schafft, der Anerkennung erfährt von wichtigen Persönlichkeiten in der Aufnahmegesellschaft.
00:11:51: Also man sieht hier sehr klar dass sie sich mit einem öffentlichen Diskurs über Migration und Integration auseinander setzen, die sehr stark die wirtschaftliche Nützlichkeit von Migranten an den Vordergrund stellt.
00:12:03: Den Eindruck hatte ich auch ganz, ganz stark.
00:12:05: Als ich die Studie gelesen habe und überhaupt kam mir vor dass diese Transformationserzählung mit diesen am Beginn quasi die Anpassung gefordert ist und auch ein wenig.
00:12:15: man fühlt sich diesen Strukturen so unterworfen wenn es sehr passiv irgendwo wie du sagst auch irgendwo Opfer ja also sicherlich nicht handelndes Subjekt mit sehr viel Kontrollmöglichkeit und Handlungswirksamkeit sondern eher den Dingen unterworven.
00:12:29: dann dieser Wendepunkt auch sehr interessant.
00:12:31: der is häufig kann mir vorhin wenig romantisiert, nicht?
00:12:35: Also so ich sehe da diesen Flyer und dann habe ich diese Idee.
00:12:39: Und ich meine, ich gehe betrunken in einem Lokal vorbei – jetzt werde ich selber zum Unternehmer weiß man nicht, aber das ist wichtig!
00:12:47: Dann aber zum Ende hin nehme ich diese Phase von Anerkennung, also auch Zugehörigkeit zumindest auch weil man Beitragender im System ist, weil Politikerinnen und Politiker in das Lokal kommen und sich dort ablichten lassen und weil man halt es geschafft hat….
00:13:02: Man ist zwar immer noch sehr stark in diesem Status Migrant oder zumindest Migrationshintergrund, aber man ist einer wie du richtig sagst der guten Migrant.
00:13:10: Und für mich hat das sehr stark eigentlich auch diesen insgesamt politischen Migrationsdiskurs abgebildet nämlich in der Geschichte jedes und jeder Einzelnein die er befragt hat wo wir ja sehen Auch diese Chanchieren zwischen auf der einen Seite hoher Passivität und auch irgendwie Unsichtbarkeit für politisch Handelnde.
00:13:31: Und gleichzeitig, auf der anderen Seite dann aber diese massive Integrationsanforderung.
00:13:38: Also wir haben ja dieses Motto Integration durch Leistung und mir kam vor indirekt schwingt das ein bisschen mit viele Probanden Bemühten sich offenbar zu zeigen, wir haben ja geleistet also müssen wir integriert sein.
00:13:50: Also die Ableitung ist nur indem ich eben diesen Beitrag geleistete habe und das vor allem ökonomisch würde ich sagen definiert andere Dimensionen der Integration kommen viel weniger vor.
00:14:00: Deshalb habe ich ja quasi mit die Akzeptanz der Anerkennung erarbeitet.
00:14:05: Würdest du das auch so sehen, dass dieser gesellschaftliche politmediale Diskurs doch stark widerspiegelt wird in diesen individuellen Geschichten?
00:14:12: Auf jeden Fall!
00:14:13: Also einerseits sehr klar in diesem indirekt wahrgenommenen Legitimationsdruck, der sich zeigt als in einem Kontext, indem sie ja auch rein über ihr eigenes Unternehmen sprechen könnten und sich damit auseinandersetzen.
00:14:27: Also, dass sie sich darstellen als weitere Motive die wir haben und die dann in anderen Publikationen behandelt werden.
00:14:34: Es sind beispielsweise auch das Sie sich als Arbeitgeber darstellen aber dass sie als Arbeit Geber mehr tun.
00:14:41: Dass sie auch hier sich in einer Rolle sehen, dass Sie Neuankömmlingen einen ersten Arbeitsplatz anbieten.
00:14:47: Das Sie ganz klar entgegen wie das System aufgebaut ist, dass er davon ausgeht.
00:14:53: Die Leute sollen erst die Sprache lernen und dann arbeiten.
00:14:56: Sehen wir bei unseren Interviewpartnern genau das Gegenmodell, dass sie sagen es ist wichtig, dass du zuerst Arbeit findest Und Sie bieten diesen ersten Arbeitsplatz für Leute, die noch nicht die Sprach so gut können.
00:15:07: Es wird dann auch beschrieben, sie suchen ja Leute mit bestimmten Skills.
00:15:10: Meistens sind das sie Fertigkeit, bestimmte traditionelle Gerichte zuzubereiten zum Beispiel mit diesem dünnen Nudelhölz an den Studelteil Peter Jufka zuzubereiten, sagen das ist wichtig dass die Person das kann und das auch zum Beispiel für den Gast sichtbar kunstfertig machen kann.
00:15:27: Authentisch?
00:15:28: Ja!
00:15:29: Und diese Sprache lernt sie dann später.
00:15:31: aber es ist wichtig für die Frischmigrierten, dass sie unabhängig sind von Hilfsleistungen, dass Sie selbst auf eigenen Beinstellen stehen.
00:15:40: also das ist, dass Nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Institution die eine Integrationsleistung aktiv bringt.
00:15:48: Das ist interessant und ich denke eine bewusste Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Diskurs der so auf Sprache zuerst alles andere später abhebt.
00:15:57: Auch wenn man jetzt weiter schaut viele Berufe und wenn man noch davon ausgeht dass ja viele auch an dies Killing also einer Abwertung Entwertungen ihrer ursprünglichen Qualifikation durchlaufen Und die eigentlichen Berufsprofile erfordern meistens nicht B-II-Kentnis.
00:16:12: Also man könnte auch sagen, okay diese frühe Berufstätigkeit kann auch hilfreich sein dann die Sprache on the job zu erlernen.
00:16:20: das ist was wir oft sehen.
00:16:23: Wir sehen es auch auf diesen rechtfertigungsmuster wenn es um die Qualität der gastronomischen Dienstleistung beispielsweise geht.
00:16:32: wiederkehrende Motive sind und wir sind ein Ladenlokal, wo man gerne seine österreichischen Freunde mitbringt oder was man den Qualität auf österreichischem Niveau.
00:16:42: Man lernt auch viel über die Vorstellung von der österreichen Gastronomiequalität.
00:16:45: das wird sehr geschätzt und damit sieht man sich im Wettbewerb.
00:16:50: Das ist auch so eine indirekte Auseinandersetzung damit und mitunter finden wir, dass sie sehr betonen.
00:16:57: Bei ihnen läuft alles nach den Regeln ab.
00:16:59: Sie zahlen Steuern, alle Sozialabgaben – und die sind ganz korrekte Unternehmer.
00:17:05: Und man sich auch denkt, das wäre default Annahme!
00:17:08: Man wird ja niemandem unterstellen, dass er das nicht tut... Also auch das interpretieren wir als einen enorm wahrgenommenen Legitimations- und Rechtfertigungsdruck, der eine Auseinandersetzung mit einem negativen Stereotyp sei es über migrantische Unternehmen oder Menschen vom Balkan oder Migranten an und für sich zu tun hat.
00:17:28: Diese Diskurse und die Auseinsandersetzungen mit diesen Diskursen findet in vielerlei Hinsicht statt in unseren Interviewdaten.
00:17:36: Ich hatte das auch tatsächlich so wahrgenommen, nämlich diese Rechtfertigungslogik ist sehr stark da und noch dieses Kosten nutzen.
00:17:43: Also nochmal zu verdeutlichen... Wir bringen diesem Land etwas.
00:17:48: Und wir nehmen nichts weg.
00:17:49: im Gegenteil, also es ist ganz zentral und ich meine das passt natürlich gut dazu wie insgesamt der Integrationsdiskurs auch abläuft tatsächlich aber es wird natürlich ganz stark eingefordert diesen produktiven Beitrag zu leisten.
00:18:02: Ungleichzeitig wie du sagst mir kommt vor da kommt doch so ein wenig diese gerade in den letzten Jahren sehr deutliche Sicherheitspolitische Aufladung des Migrationsdiskurses.
00:18:11: Wir machen alles nach den Regeln, ganz ganz wichtig nicht?
00:18:15: Also sozusagen das noch einmal zu betonen wo ich auch den Eindruck hatte Ich weiß nicht ob ein österreichischer Gastronom wenn wir hier um weit von uns in Brathe im Schweizer Haus gehen Ob die Familie Kollerig... Ich meine die hat doch einen angewanderten Nachnamen aber sind schon länger her Als erstes bedohnen würde!
00:18:30: Wir machen das eh alles nach dem Regeln und alle Leute sind angemeldet usw.
00:18:35: Es weiß ich nicht ob es das erste wäre was man betont Ich
00:18:38: tippe nicht.
00:18:38: Wenn
00:18:39: man diese unmittelbare Migration sich auch nicht hat und vor allem wenn man nicht auch ständig natürlich erzählt bekommt in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Diskursen, dass es da vermeintlich diesen Connects gebe zwischen Migration, zwischen sicherheitspolitischen Fragen, Kriminalität
00:18:55: etc.,
00:18:56: das wissen wir einfach.
00:18:57: ein ganz großer Nexus hier der offenbar wirklich unmittelbar auch etwas mit dem Betroffene macht wie wir hier sehen an Handhörer Studie.
00:19:06: Also vielleicht auch eher anekdotische Evidenz.
00:19:09: Wir hatten angefangen, uns für das Thema zu interessieren am Ende der Pandemie und wollten auch teilnehmende Beobachtungen in den Ladenlokalen selbst machen und haben dann noch diese Phase erlebt wo uns die Ladenbesitzer gesagt haben generell schon aber wir haben die Befürchtung wenn ihr dann Leute ohne Masken seht und es war ja ohnehin immer schon das Virus kam ja vom Balkan und gerade in diesen Lernen waren ja vermeintlich nicht viele Leute maskiert.
00:19:34: Also es findet eine laufendes Monitoring dessen, wie über uns gesprochen wird bei den Unternehmern statt und eine lauffende Auseinandersetzung damit.
00:19:45: Und definitiv ist das eine Besonderheit dieser Gruppe was man sich nicht vorstellen kann bei Autochtonern.
00:19:52: Jetzt haben wir schon ein wenig über diese Identitätskonstruktion gesprochen, die natürlich auch vollzogen wird und wo einerseits Österreich scheinbar auch ein wichtiger Referenzrahmen geworden ist.
00:20:02: Die österreichische Gastronomie, die Qualitätsstandards
00:20:04: etc.,
00:20:06: gleichzeitig aber auch ganz stark ein Land das es eigentlich nicht mehr gibt nämlich Yugoslawien Als ein Referenzpunkt vorkommt in vielen dieser Interviews, was natürlich auch mit dem Alter oder der Korte der Befragten zusammenhängt.
00:20:20: Viele sind dann auch in den Neunzelneunzigerjahren als Kriegsflüchtlinge nach Wien gekommen.
00:20:25: Was bedeutet das für die Identitätskonstruktion, dass diese Rückbeziehung auf Jugoslawien dann schon noch sehr wichtig ist?
00:20:32: Also das eine ist natürlich auf dieser kulinarischen Ebene was die Küche einfach betrifft.
00:20:36: Die Authentität der Küche aber darüber hinaus natürlich auch ganz stark... Das ist halt an dieser Ankerpunkt ja weil es ist natürlich schon auch die Heimat.
00:20:46: Gleichzeitig auch Österreich als neue Heimat aber dennoch auch Jugosawien.
00:20:50: ganz wichtig für die eigene Verordnung.
00:20:53: Das ist auch sehr interessant, wie Sie Ihr Unternehmen oder Ihren Betrieb auch als Raum konzeptualisieren.
00:21:00: Das haben wir auch sehr oft in unseren Daten und war auch an der teilnehmenden Beobachtung für eine Nacht der Pandemie leider erst machen konnten – sehr deutlich dass sie ihre Ladenlokale als Begegnungsraum einerseits für Mitglieder der Aufnahmegesellschaft, der österreichischen Gesellschaft kulturelle Botschafter ihres Landes oder ihrer Herkunftsregion konzipieren und dass die Räume auch oft so gestaltet sind, dass sie ein Stück Heimat in der neuen Heimat aufleben lassen.
00:21:33: Also durch Dekorationselemente, durch die Musik, die Sie spielen Chronotop, also eine Raumzeit entsteht, die sehr imaginiert ist.
00:21:44: Die es so wahrscheinlich auch nie gegeben hat.
00:21:46: Also dieses Jugoslawien-Wass auflebt.
00:21:49: bei einigen Betrieben auch sei es in der Dekoration, bei einem sogar auch im Namen, hat das sicher so idyllisch nie gegeben sonst wäre es auch nicht zerfallen.
00:21:59: Aber das ist ein wichtiger Chronotob, der sehr idealisiert wird teilweise auch durch Dekorationselemente, die dann mischen Diesen Fizu dieses Auto, dieses Jugoslawische Hugo Pop und Jugo Rock Schaltplatten Labels.
00:22:16: Dieses Sarajevo Butko Maskottchen.
00:22:19: also das ist ein sehr wichtig als Raum Ort Zeit auch als Begegnungsstätte.
00:22:26: Und als Treffpunkt für die Community.
00:22:28: ja viele betonen auch dass es ein Ort ist an dem panjugoslawische Migranten zusammenkommen können.
00:22:36: Es scheint auch wichtig zu sein, sich damit auseinanderzusetzen dass wir hier nicht nur Serben oder nicht nur Bosnien sind sondern wir sind alle zusammen.
00:22:44: Ja, also das ist auch ein wichtiges Element ihrer Identitätskonstruktion.
00:22:48: Was vielleicht nochmal salienter ist durch diese Migrationssituation.
00:22:54: Und dass aber interessanterweise ja nicht so problematisiert wird wie es dann wieder von der Außenzusteibung problematiziert werden könnte nämlich du musst dich entscheiden nicht bist du das eine oder das andere?
00:23:05: Also multiple Zugehörigkeiten sind komplett unerhört gerade in Österreich wo ja Doppelstaatsbürgerschaften auch gar nicht möglich sind sondern im Gegenteil da.
00:23:13: Das wird dann ja nicht irgendwie als Integrationshemdnis oder so gezeichnet von den jeweiligen Probanden, die er befragt hat.
00:23:20: Sondern das ist einfach auch ein bisschen Teil dieses nostalgischen Rückblickes und es macht das Ganze authentisch.
00:23:26: wenn sie verkörpern eben auch genau die Küche von dort, die Kulinarik von dort.
00:23:30: und ein wenig... kommt mir vor, man bietet halt ein allgemeines Kultur-Erlebnis.
00:23:36: Wenn man dann dorthin kommt und das richtet sich denn interessanterweise auch an die österreichischen Gäste.
00:23:41: Es ist auch sehr interessant.
00:23:43: wir hatten auch dann Interviews gemacht mit den Gästen.
00:23:46: Einigen Gästens ist es gar nicht mal so bewusst.
00:23:48: Das wird nicht einmal so wahrgenommen oder es ist so ein Blend von verschiedenen Dingen Ästhetisches gefallen, ohne es genau einordnen zu können.
00:23:57: Also das gibt's auch!
00:23:58: Wir haben auch Unternehmer dieses Bewusstsofusionieren und beide Gesellschaften ansprechen oder beide auch kulinarischen Bedürfnisse und Erwartungen.
00:24:07: also einen Bäcker haben wir der bewusst so Burak und Gebäck typisch für die Balkanregion aber auch diese eher so Vollkornbrote verkauft und ist.
00:24:18: auch in seiner Erzählung sagt er möchte bewusst beider ansprechen Sein Angebot quasi die Begegnung begünstigt.
00:24:26: Also es ist auch sehr erstaunlich, wie sehr das auch bei der Angebotsentwicklung eine Rolle spielt?
00:24:34: Wie sehr sich das bewusst machen und dadurch steuern und kreieren können?
00:24:40: Weil da fand ich, dass es dann doch irgendwie fast schon mit sehr viel Fantasies ist.
00:24:46: Auch irgendwann wiederständiges Element dachte ich, weil der Integrationsdiskurs insgesamt ... Entweder oder.
00:24:53: Also der hat nicht beides gleichzeitig, oder Platz für viele unterschiedliche Zugehörigkeiten an Identifikationspunkte sondern da wird eingefordert du bist das eine oder das andere und du lässt sozusagen bittet all das alte zurück und assimilierst dich ins neue hinein und das wäre dann vermeintlich die gelungenen Integrationsleistung.
00:25:11: jetzt sehr plakativ zusammengefasst hier.
00:25:15: aber tatsächlich gibt es dieses ente oder nicht?
00:25:17: Sondern es wird beides in der Gleichzeitigkeit auch dargestellt wie du sagst Eigentlich dann als Mehrwert.
00:25:23: Das ist nicht so, dass man sich entschuldigt dafür, dass beides da ist und im Gegenteil hat eigentlich den Mehrwert das man wählen kann.
00:25:30: Man richtet sich schon noch aus einer neuen Zielgruppe vielleicht ja aber man bietet auch der natürlich andere Dinge an und gleichzeitig könnte man argumentieren Und der Kulinarik ist vielleicht mehr möglich als in anderen gesellschaftlichen Bereichen.
00:25:45: Ja, weiß ich nicht.
00:25:47: Beim Essen kommen die Leute eher zusammen.
00:25:50: Aber auf jeden Fall und besonders zu hervorzuheben, ist glaube ich in dem Zusammenhang auch das es ... nicht nur um die Produkte geht, diese verkaufen sondern dass man in der Gastronomie natürlich auch einen Aufenthaltsort hat und ein Erlebnis hat.
00:26:05: Und somit die Immersion tiefer ist oder die auch auch die Auseinandersetzung mit den Gästen weitergeht als in anderen jetzt Geschäftsformen wo man nur kurz Kontakt hat.
00:26:15: ja also auf jeden Fall sie versuchen dabei das miteinander zu verbinden.
00:26:22: Was wäre denn nun wenn man dich fragen würde?
00:26:26: Die wichtigste politische gesellschaftliche Ableitung aus dieser Studie, wenn du sagst.
00:26:34: Darin sind ja auch Befunde drinnen die eventuell relevant wären für die Gestaltung der Integrationspolitik in diesem Land mit Blick natürlich auf migrantische Unternehmerinnen ganz konkret aber auch darüber hinaus was das gestalten von Ankommen Aufnahme Integration bis hin zu Anpassungsforderung Leistungsforderungen etc.
00:26:54: betrifft.
00:26:56: Was wäre wesentlich und was wird vielleicht aktuell ein wenig übersehen, wenn man diese Gruppe der migrantischen Unternehmer innen, die ja keine Kleine ist ehrlicherweise.
00:27:05: Wenn man sie nicht auch als wirtschaftliche Akteure wahrnimmt?
00:27:09: Also bei unseren so Implikationen haben wir uns vor allem gedacht dass wenn man dieser Gruppe raus
00:27:15: kreist
00:27:16: Vor allem weil der mediale Diskurs doch dominiert ist von anderen Migranten Subgruppen innerhalb das der großen Gruppe Sie stärker vor den Vorhang holen würde, dann würde man stärker auch sehen eine Gruppe die einen sehr starken wirtschaftlichen Beitrag macht.
00:27:32: Vor allen im urbanen Umfeld.
00:27:34: und wenn man die Rolle von migrantischen Unternehmern vor allem der Gruppe, die wir uns angeschaut haben, die in der Stadtentwicklung eine wichtige Rolle spielen könnte man das auch gut benutzen, wenn man darauf den Fokus setzen würde um das Gesamtframing von Migration ein bisschen realistischer zu gestalten nämlich auch den positiven Beitrag stärker sichtbar zu machen.
00:27:54: Wenn es jetzt so um die Entwicklung von Unterstützungsleistungen geht, für migrantische Unternehmer oder darüber hinaus auch.
00:28:01: Oder für ein Unterstützungangeboten für Migranten dann sind diese der ja oft sozialstaatlichen Logik zufolge so strukturiert dass der Hilfesuchende sich als bedürftig oder nicht besonders handlungsmächtig wie du schön gesagt hast darstellen muss damit ihm das angeboten wird.
00:28:20: Die Logik ist also aufgebaut und dann bietet es Hilfe, für den der es braucht.
00:28:24: Aber man könnte das auch ein bisschen anders machen und sagen wie gucken okay die haben jetzt schon recht viel Erfahrung in der Branche.
00:28:32: starke Arbeitsbereitschaft oder Opfer Bereitschaft so was kann man da noch positiv unterstützen um das zu helfen?
00:28:38: Also eher so diesen sich bedürftig präsentieren um Leistung zu bekommen ist ja auch vielleicht ein problematischer Ansatz denn das könnte man auch überdenken Vielleicht auch gezielt für diese Gruppe Angebote machen, sagen ihr wollt euch selbstständig machen.
00:28:54: Mehr Hintergrundinfo also wir haben mit unter so Darstellungen das sagen da habe ich erst später von erfahren.
00:28:59: ja früher wär besser gewesen vielleicht mehr zielgerichtet diese Community ansprechen vor allem weil man ja auch weiß auch statistisch dass sich selbständig machen bei Migranten häufiger als Option gewählt wird auch gerade wenn Abschlüsse nicht anerkannt wird oder die Angestellten Karriere nicht so läuft, wie man sich das vorstellt.
00:29:20: Also man sowieso eine wahrgemutigere Gruppe hat, die man damit auch gezielt ansprechen könnte.
00:29:27: und ja also das wären glaube ich zwei Sachen die man in der Hinsicht machen könnte.
00:29:33: und das letzte was uns wirklich sehr erstaunt hat aber was auch menschlich individuell vielleicht ganz gut nachvollziehbar ist vielleicht ein bisschen überdenken ob dieser starke Fokus auf Erst wenn die Sprache auf einem bestimmten Niveau ist, kommt was anderes zu überdenken.
00:29:52: Denn aus Sicht dieser Gruppe und wie sie auch ihre eigene Rolle als Unternehmer und als Arbeitgeber darstellen wird doch sehr betont es ist am wichtigsten dass du Arbeit hast und für dich selbst sorgen kannst.
00:30:06: dann bist du stehst auf eigenen Beinen.
00:30:08: das ist auch gut fürs Selbstwertgefühl Und keiner von denen hat der sprachliche Schwierigkeiten, also das glaubt man sofort.
00:30:18: Das heißt diese Überdenken dieser Logik oder zu sagen, man kann auch andere Förderungsmechanismen oder Zulassung zum Arbeitsmarkt schon früher oder nicht vom Sprachkenntnissen so stark abhängig machen sollte man auch nochmal überdenken.
00:30:33: ja
00:30:34: Ich hatte hier ganz stark den Eindruck für mein letztes Buch, dass ich mit der betrieblichen Integration von Geflüchteten befasst, dass das insgesamt in österreichischen Unternehmen schon viel weiter ist im Zugang zu diesem Thema.
00:30:47: als jetzt vielleicht im polit- medialen Diskurs.
00:30:50: Also was du sagst, habe ich auch wahrgenommen bei vielen österreichischen Unternehmen die auch sagen das Wichtigste ist eigentlich die Arbeit und nicht jetzt das perfekte Deutsch ja?
00:30:59: Und vielfach können wir damit umgehen wenn das Deutsche am Anfang noch nicht so gut ausgebildet ist bis hin dazu dass mir manche Unternehmer von der österreichischem Post beispielsweise gesagt haben Wir arbeiten mit Pictogrammen und wir haben dann in der Gruppe einen da kann Deutschland machte Übersetzungsleistungen wo es notwendig ist und die anderen nicht.
00:31:16: Gleichzeitig leben wir in einer post-migrantischen Gesellschaft.
00:31:21: Wir haben immer wieder in Fokusgruppen mit Geflüchteten die Erfahrung gemacht, dass sie dann sagen... Ja, es war zwar wunderbar dass ich da im Deutschkurs Deutsch auf bis zu B-II Niveau was sehr hohes Niveaus gelernt habe.
00:31:33: Dann hab' ich meinen ersten Job bekommen.
00:31:34: der war am Bau und da haben sie alles geredet außer Deutsch.
00:31:37: Da haben sie irgendwie Rumänisch, Polnisch, Tschechisch und natürlich Türkisch.
00:31:41: das konnten die vielen Syrer meistens weil sie längere Zeit in der Türkei waren und so ja... Und das ist die Realität an Einwanderungsgesellschaft wo Mir vorkommt der Diskurs hinkt ein bisschen nach, weil wir tun so wie ein monolinguistisches Land.
00:31:54: Das war es natürlich überhaupt.
00:31:55: mit Blick auf die Geschichte Österreichs als ehemaliger Vielvölkerstaat in Habsburger Monarchie besonders schizophren ist möchte man sagen aber das denke ich auch da kommt mir vor dass die Unternehmen und die Betriebe des Landes teilweise schon weiter sind weil sie sich angepasst haben an die Realität da draußen als es vielleicht die Politik ist.
00:32:14: Auch da gibt's mittlerweile ein leichtes Umdenken kommt mir vor, aber nicht in dem Stil dass man auch wirklich nicht nur akzeptiert das andere gesprochen werden sondern das auch aus Mehrwert vielleicht wahrnimmt.
00:32:24: mehr wert deshalb weil ja auch die Kundschaft daraus meine Gläntinnen und Glänten meine Gäste in dem Fall die in das Lokal kommen ja auch alle mehr sprachig sind in einem zunehmenden Ausmaß also ist es ja von Vorteil wenn ich auch diese Sprachen anbieten kann.
00:32:40: Ja, das ist spannend.
00:32:41: Ich glaube da werden wir noch einiges Wasser der Donau hinunterfließen sehen bis wir da sozusagen zu einem Match kommen.
00:32:48: was auch die politische Realität betrifft denke ich.
00:32:51: Gibt es irgendwelche Folgefragen die aufgekommen sind?
00:32:54: Oder sagst du das wäre jetzt aus dieser ersten Studie die ihr gemacht habt und dir wirklich sehr viele Tage befördert hat noch wesentlich sich genauer anzusehen jetzt vielleicht mit Blick auf andere Branchen, andere Gruppen aber auch andere Fragestellungen.
00:33:08: Also wir sind gerade dabei zu Brainstormen, auch mit Studierenden im Praxisprojekt uns nochmal genauer anzuschauen.
00:33:15: Geflüchtete aus der Ukraine die Unternehmen gegründet haben oder sich selbstständig gemacht haben als interessante Gruppe da deren Ankunftskontext doch ein bisschen ein anderer war ja sie haben jetzt auch nicht so viel Anknüpfungspunkte wie die Balkan Community In Reaktionen auf die Balkankriege der Neunziger kamen.
00:33:37: Die trafen auch hier nachkommen, als Gastarbeiter nach Österreich oder Deutschland migrierten.
00:33:43: D.h.,
00:33:43: da gab es schon eine Community und so was ähnliches hatten die Ukrainerinnen, die jetzt in Österreich gekommen sind und teilweise Unternehmen gegründet haben ja nicht.
00:33:51: Also würden uns gerne auch noch mal diese Gruppe anschauen und ja auch nochmal ein anderes Angebot machen.
00:33:58: Und nicht so unbedingt ihre Kultur dabei kommunizieren, also das ist was uns gerade noch interessieren würde.
00:34:09: Ja, also generell dieses Thema migrantisches Unternehmertum.
00:34:13: Das sind jetzt natürlich Formen des Unternehnertums die sehr sichtbar sind auch für die Mehrheitsgeselter vor allem dann wenn sie Teile ihrer Kultur kommunifizieren.
00:34:22: aber es wäre natürlich auch interessant zu sehen wie das in Branchen oder Industrien ist, die nicht so stark kulturell geprägt sind oder nicht die Kultur selbst vermarkten.
00:34:33: Also Technik wird's hier zum Beispiel oder Dienstleistungen im technologischen Bereich sind.
00:34:40: Das wären so Felder, die wir uns noch mal anschauen würden
00:34:45: und wo dann vielleicht etwas pragmatischer Zugang zu diesen kulturellen Fragen auftaucht ist.
00:34:52: Ja, dann kann man die nur viele Folgen für die weitere Forschung wünschen.
00:34:55: Dass da eben so spannende Ergebnisse zutage befördert werden wie durch diese Studie bekommt da viel Lust darauf nicht nur mehr dazu erfahren sondern auch diese lokale alle zu besuchen muss ich sagen.
00:35:06: So macht es sich lustig drauf und ist ja wirklich auch ein Punkt der finde ich Wien auch ganz besonders von vielen anderen mittel- und westeuropäischen Städten abhebt weil das wirklich sehr präsent einfach ist in der Balkan Kultur und natürlich Teil der Wiener Eiskultur geworden ist, wo es auch zu wunderbaren Verbindungen miteinander gekommen ist.
00:35:24: Also nicht dieses Nebeneinander bestehen sondern tatsächlich auch ein im wahrsten Sinne integriertes Zusammenleben.
00:35:30: das da passiert ist ja
00:35:32: auf jeden Fall bei der tschechischen Küche merkt man es zum Beispiel nicht mehr glaube ich
00:35:36: ganz genau.
00:35:39: Ja liebeneutin, vielen Dank dass du heute mein Gast warst und uns einen wenigen Einblick gegeben hast in die Balkan-Gastronomie in Sie.
00:35:47: Und vor allem was das mit den größeren auch integrationspolitischen Fragestellungen unserer Zeit zu tun hat.
00:35:53: Danke wieder eine Zeit an deine Expertise!
00:35:55: Bei euch sage ich vielen dank, dass ihr wieder mit dabei wart.
00:35:58: Ich freue mich wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört bei Aufnahme bereit.
00:36:02: Tschüss und Papa!
00:36:08: Vielen Dank fürs Zuhören Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert Aufnahmebereit auf Spotify oder allen anderen gängigen Podcast-Plattformen und folgt Judith Kohlenberger und der Chefredaktion auf ihren Social Media Kanälen.
00:36:22: Fragen, Anregungen und Beschwerden an Aufnahme bereit at wu.ac.at.
00:36:29: Alle Infos findet ihr auch in den Shownotes.
00:36:31: Bis zum nächsten Mal!
00:36:40: der MR-Sieben, der Stadt Wien.
00:36:48: Dann kann die KooperationspartnerInnen von Die Chefredaktion und der Podcastwerkstatt.
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