#84 Wann scheitert (und gelingt) Arbeitsmarktintegration, Almina Bešić?
Shownotes
Wenn von “Integration” die Rede ist, ist damit meist Arbeitsmarktsintegration gemeint. Doch wie funktioniert diese für geflüchtete Männer und Frauen wirklich? Was unterscheidet (oder verbindet) die Jobsuche von niedrig qualifizierten Geflüchteten von jenen mit universitärem Abschluss? Und wie lässt sich Arbeit nicht nur finden, sondern auch halten? Das alles und noch mehr bespreche ich mit Almina Bešić, Assistenzprofessorin am Institut für Internationales Management an der Business School der Johannes-Kepler-Universität Linz.
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00:00:05: Herzlich willkommen bei Aufnahme Bereit, dem Podcast für Ankommende und Aufnehmende in der modernen Migrationsgesellschaft.
00:00:12: Sie hören diese Episode nicht nur auf den Podcast-Playern ihrer Wahl sondern auch auf Radio Orange – fourundneunzig Komma Null!
00:00:25: Diese Folge wird Ihnen präsentiert von Courage Mut zur Menschlichkeit.
00:00:34: Mein Name ist Jury Kohlenberger.
00:00:35: ich bin Migrationsforscherin an der WU Wien und in der heutigen Folge spreche.
00:00:41: Sie ist Assistenzprofessorem am Institut für Internationales Management an der Business School, der Johannes Keppler Universität Linz.
00:00:49: Wo sie zur Arbeitsmarktintegration von Migranten zu Global Mobility und Diversity in Organisationen forscht zuletzt unter anderem im FFG geförderten Projekt Jobfit zum nachhaltigen Integration vor allem gering- und mittelqualifizierter Geflüchter in Österreich.
00:01:09: und das ist genau das Thema, über welches wir heute sprechen wollen.
00:01:12: Herzlich willkommen, liebe Almina!
00:01:14: Schön dass du heute mein Gast bist.
00:01:15: Danke für die Einladung.
00:01:17: Ich freue mich dabei zu sein.
00:01:19: Ja, liebe Almini ich wollte dich einladen weil ja gerade dieses Thema Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten einen auch sehr hitzig politisch diskutiertes ist wo aus meiner Sicht sehr viele Fehlernahmen immer noch kursieren und auch sehr viele Halbwahrheiten den Diskurs bestimmen, also zum Beispiel was überhaupt die Werbsquote von geflüchteten Österreich betrifft.
00:01:42: Die meistens sehr viel höher liegt als die allermeisten Menschen das vermuten würden.
00:01:47: Und gleichzeitig aber ja die Gruppe der Geflüchtete keine Homogene ist wie du auch in deiner Forschung zeigst sondern wir eigentlich durch die unterschiedlichen Qualifikationsstufen hindurch eine große Stratifizierung sehen.
00:02:02: Gleichzeitig kommt mir vor beim Thema Integration überwiegt ganz stark der Fokus auf Erwerbsintegration, also die strukturellen Dimensionen an der Integration.
00:02:11: Arbeit und Beschäftigung ist eigentlich die Dimension, die sich auch die Politik am meisten und am heftigsten ansieht und mit vielen sozusagen Vorderungen verbindet Weil es da natürlich geht, um Einkommen das zu generieren ist.
00:02:25: Um Selbstständigkeit und eine eigenständige Verordnung in einem neuen Land.
00:02:29: Es geht aber darüber hinaus auch – und das ist etwas was von Geflüchteten noch mehr oft rückgemeldet wird – es geht ja schon auch um eine persönliche Art der Anerkennung und den eigenen Status und die Identität, weil ihr Arbeit auch identisch stiftend ist.
00:02:43: Und nicht zuletzt erhöht es auch Möglichkeit zum sozialen Anschluss an die österreichische Gesellschaft in vielen Fällen!
00:02:49: Jetzt forschst du selbst schon seit vielen Jahren zu Fragen der Arbeitsmarktintegration.
00:02:55: Was war dein ursprünglicher Zugang zu dem Thema?
00:02:58: Warum hast du gesagt, das ist etwas was ich mir ganz besonders ansehen möchte.
00:03:02: und dann auch noch einmal mit Fokus auf geflüchtete Menschen in Österreich?
00:03:06: Ja danke für die Frage auch.
00:03:08: Ich glaube viele Menschen, die sich mit Migration beschäftigen haben selber irgendeine Art von Migrationserfahrung Selbst auch Migrationshintergrund, wie man so schön sagt in Österreich.
00:03:20: Und zwar auf unterschiedlichen Levels.
00:03:22: Also das Kind war ich ja auch ein Geflüchtlingskind in Deutschland.
00:03:26: Meine Eltern sind vom Jugoslawienkrieg aus Bosnien-Herzegowina geflüchtet und einige Jahre, insgesamt vier Jahre haben wir in Deutschland verbracht.
00:03:37: Eigentlich auch am meisten geprägt, weil ich gesehen habe wie meine Eltern eigentlich dort gearbeitet haben.
00:03:43: Wie sie sich in den Arbeitsmarkt integriert haben oder nicht.
00:03:48: schon auch ganz gut funktioniert hat.
00:03:50: Aber wie viel ein Einzelpersonen eigentlich gehangen ist, jemand der quasi sich für dich einsetzt bei der Arbeit?
00:03:57: Jemand, der dich mitnimmt zum Abend, jemand, der dir erklärt, wie man dies und das ausfüllt was deine Rechte sind bei der Arbeiten solche Sachen also.
00:04:03: meine Eltern sind grundsätzlich gut ausgebildet aber eben ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland gekommen damals und haben ja von null anfangen müssen.
00:04:11: wir viele Geflüchtete hier in Österreich.
00:04:14: Ich selber Ich habe dann aber auch andere Migrationserfahrungen gemacht als Erwachsen.
00:04:18: Also ich bin auch als Studierender nach Österreich angekommen und bin nach meinem Studium aus Österreich ins europäische Ausland gewechselt, also ich war in Großbritannien für eine Weile.
00:04:28: Und das sind ja ganz andere Erfahrungen weil man ja selbst entscheidet in welches Land man geht wie man es macht, man informiert sich vorher usw.
00:04:36: Das kann man überhaupt nicht vergleichen mit jemandem der geflüchtet ist, der quasi von heute auf morgen so wie meine Eltern eben auch von heute morgens das Haus verlassen musste – ich kann mich noch erinnern als Kind!
00:04:44: Meine Mama gesagt pack eine Tasche und du kannst die Sachen mitnehmen.
00:04:48: Und der Rest muss da bleiben, wir kommen in zwei Wochen wieder.
00:04:50: also so war das eben der Gedanke oder die Hoffnung dass man in zwei wochen wiederkommt.
00:04:54: Natürlich sind wir erst Jahre später wiedergekehrt quasi in unser Haus.
00:04:59: Das heißt das kann man überhaupt nicht vergleichen.
00:05:01: für mich ist es eben auch wichtig wie du es am Anfang auch gesagt hast einerseits zu verstehen, wie man diese Menschen integrieren kann.
00:05:08: Dass sie eine Art Decent Work haben also dass die quasi nicht nur zur Gesellschaft direkt beitragen mit der Arbeit sondern auch das die Arbeit für Sie einigermaßen erfüllen ist wenn sie quasi schon so eine Flucht hinter sich haben und auch in der breiten Gesellschaft zu zeigen schaut mal diese Menschen arbeiten auch und bringe was sehr du hast es am Anfang erwähnt.
00:05:28: Das finde ich extrem wichtig weil auch dieser jetzige Diskurs meiner Meinung nach relativ einseitig Negativ gegen immer Geflüchteten.
00:05:36: Also so ist quasi mein Interesse gekommen über viele Ecken, das kann ich danach noch ein bisschen erläutern.
00:05:42: Ich finde dieses Konzept von Decent Work da unglaublich produktiv in dem Zusammenhang weil es eigentlich gar nicht vorkommt in der öffentlichen Diskussion.
00:05:50: also idealerweise irgendeine Form von Arbeit ja so schnell wie möglich im Einstiegsjob der dann sehr häufig ein niedrig qualifizierter ist.
00:05:57: Ich mag den Begriff unqualifiziert nicht, weil ja auch Niedrig Qualität der Tätigkeit, man braucht eigentlich jegliche Tätigkeiten Eine spezielle Arbeit, eine Form der Qualifikation.
00:06:06: Aber es sind häufig – also im angenehmetekanischen Raum gibt's den Begriff Three-D Work, Dirty Difficult Dangerous, genau diese Art von Job-Sintes die häufig auch geringe Aufstiegsmöglichkeiten beinhalten und die manchmal sogar bedeuten dass man von einem Job alleine gar nicht leben kann in einem reichen Land wie Österreich.
00:06:25: Und natürlich da ein bisschen dieses Integrationsversprechen an seine Grenzen gerät, weil ja die Idee ist wenn du arbeitest dann bist du sozusagen auch in allen anderen Bereichen der Gesellschaft integriert und anerkannt.
00:06:38: Dann akzeptieren wir dich auch!
00:06:40: Und es gibt Menschen, die dann die Erfahrung machen das trifft nicht zu ganz zu oder... Das ist halt die Realität einer postmigrantischen Gesellschaft.
00:06:48: ich arbeite im Bereich wo keine Österreicher arbeiten, also komme ich erst recht nicht in Kontakt mit der Mehrheitsgesellschaft zum Beispiel am Bau im Reinigungsdienst etc.
00:06:59: Also diese Dinge finde ich spannend.
00:07:01: deshalb würde ich sehr gerne mit dir über ein Projekt sprechen das Sie an der JECO durchgeführt haben Jobfit.
00:07:07: heißt das dass ihr sich ganz konkret dieser Gruppe gering bis mittel qualifizierte Geflüchte angesehen habt auch erforschungslücken dahin gewiesen hat tatsächlich in dem Bereich und Ihr habt vier zentrale Problemfelder identifiziert, die eine Erwerbsaufnahme aber auch diese nachhaltige Form der Beschäftigung diesen Worksetter verhindern.
00:07:30: Das System überhaupt und Systemwissen, die Arbeit zu finden, aber auch die Arbeit trahlen Problemfällen hatte ich den am meisten überrascht.
00:07:44: oder wo sagst du, da müsste man noch mehr hinschauen weil da ist ein blinder Fleck gegeben.
00:07:50: Also das Projekt haben wir gemeinsam mit einem Verein der Vereinen und unabhängigen anhaltige Drehscheibe in Linz gemacht und eben von der FFG gefördert.
00:07:58: und das besondere im Projekt ist ja auch dass sie das gemeinsam mit Betroffenen uns auch mit Geflüchteten geführt haben die ihr Teil auch vom Verein sind und wirklich auch ihren Einblicke geben haben.
00:08:08: das heißt wir haben jetzt die Forschung nicht nur über diese Menschen gemacht, sondern tatsächlich auch mit diesen Menschen.
00:08:13: Das wollte ich nur voraussagen von diesen vier Problemfeldern, die wir identifiziert haben.
00:08:17: das Ziel war eben was sind Problemfelder?
00:08:21: Sind ja einige bereits bekannt, man weiß es auch in deinem Buch steht sie teilweise auch geschrieben um das System verstehen Sprache und so weiter.
00:08:28: Das kennen wir ungefähr schon auch vorher.
00:08:31: natürlich ist für Geflüchtete viel schwieriger als für andere Migrantinnen teilweise.
00:08:36: Was aber schon für uns ganz spannend war, ist einerseits eben dieses Arbeit behalten.
00:08:41: Das heißt du hast es anfangs eher auch erwähnt.
00:08:43: Du bist im Unternehmen drinnen, aber das bedeutet nicht dass du irgendwelche Aufstiegschancen hast.
00:08:48: Es bedeutet nicht, dass du die Sprache eigentlich besser lernst wenn du quasi nur in einer bestimmten Community drin bist und die Sprach vielleicht gar nicht wirklich oft sprichst
00:08:56: usw.,
00:08:57: oder man wird in Hilfstätigkeiten abgehängt sozusagen wo es eben auch keine Aufstiegschancen gibt.
00:09:03: Das heißt oder man kommt im Unternehmen nicht richtig an, das heißt es kann auch sein dass Menschen nach drei vier fünf sechs Monaten dann diese Arbeit wieder verlassen und wirklich aus dem System wieder aussteigen.
00:09:14: Das ist ein Blinderfleck den man tatsächlich auf dem man mehr hinschauen muss von der Forschungszeit her aber auch von der Praxis her.
00:09:21: Und was für uns auch ganz spannend ist, dass diese vier Problemfelder ja nicht linear sind.
00:09:26: Sondern sie sind wie ein Zahnrad miteinander verbunden.
00:09:28: Das heißt man steigt ein, man steckt theoretisch wieder aus und es gibt aber auch neben den Systemhürden die tatsächlich sehr stark sind Sprache Anerkennung von Qualifikationen Auch Qualifikationsen Die die man nicht belegen kann.
00:09:41: also ob dies da wirklich gibt Ja das ist eine enorme Schwierigkeit.
00:09:45: Aber auch Sachen wie Wohnraum leistbarer Wohnraum.
00:09:49: Es ist ein sehr großes Thema gewesen unter den Interviewpartnern, die wir hatten für dieses Projekt Mobilität.
00:09:55: Je nachdem wo man wohnt dass es quasi keine öffentliche Verbindung gibt oder die öffentlichen Verkehrsmittel nicht oft genug fahren vor allem für die Schichtarbeit beispielsweise wenn er früh starten muss bis die Menschen vielleicht keinen Führerschein haben und es schwierig ist einen Führer Schein zu machen dieser teuer ist.
00:10:11: Das sind alles Sachen, die ja uns alle eigentlich betreffen.
00:10:14: Also nicht nur die Geflüchteten.
00:10:15: D.h.,
00:10:15: die geflüchtete Erben auch teilweise Probleme, die ihr bereits schon existieren bei Frauen.
00:10:19: was auch die Kinderbetreuung, wann die Öffnungszeiten sind wie lang diese sind vor allem am Land beispielsweise.
00:10:25: ich rede jetzt mal von Oberösterreich weil wir die meisten Menschen, die wir interviewt haben entweder lehn zu dem Umland von Linz in den Oberöstereichs sind.
00:10:33: d.h.
00:10:33: Diese Problematiken, die es allgemein gibt im System wirken dann stärker natürlich auf die Ge flüchteten die sich im System noch... nicht gut ausgehen, die vielleicht in einer, sagen wir mal, Substandardwohnung wohnen für dies schwer ist auch einen bestimmten Wohnstandard zu erreichen.
00:10:49: Die weit entfernt sind vom Berufsort und so weiter.
00:10:52: Also das sind eben diese Punkte, die uns recht überrascht haben als wir mit den Menschen gesprochen haben.
00:10:58: Jetzt gibt es natürlich in dieser großen Gruppe der Geflüchteten, in Österreich auch höher qualifizierte Menschen.
00:11:04: Also ganz konkret fällt einem da natürlich auch die Gruppe des ukrainischen Geflüchteten ein, die im Durchschnitt eigentlich über sehr hohe, oft auch derzehre Ausbildung verfügen.
00:11:17: Wo ich am Anfang diese Idee war – da kommen jetzt sehr viele Hochqualifizierter, Hochgebildete und im Herkunftsland gut in den Arbeitsmarkt integrierte von jungen Frauen zu uns.
00:11:28: Und da wird das ja quasi ein Selbstläufer sein, diese Erwerbsintegration und müssen wir gar nicht viel machen.
00:11:34: Dann hat sich aber gezeigt so die ersten ein zwei Jahre nach Ankunft lag die Erwerbesquote der ukrainischen Vertriebenen schon wesentlich unter den Erwartungen würde ich sagen.
00:11:42: Es ging eher schleppend.
00:11:43: es haben auch viele Betroffene berichtet wenn man ihnen spricht so einfach ist das nicht und wir stoßen auf viele systemische Barrieren.
00:11:50: heißt das jetzt doch sogenannte?
00:11:52: Und darüber hinaus gibt es auch Dinge.
00:11:55: Mir gefällt der Ausdruck, die wir geerbt haben als Problem.
00:11:58: Also bei dieser Gruppe mit jungen Frauen und Kindern vor allem Kinderbetreuung gerade im ländlichen Gebiet wie du auch gesagt hast Oberösterreich sicherlich ein Thema.
00:12:07: Wo würdest du sagen, gibt es einerseits Pararellen zwischen diesen unterschiedlichen Gruppen?
00:12:11: und wo aber ist es schon wichtig eben nicht diesen extrem homogenisierenden Blick zu haben.
00:12:17: Und zu sagen okay Flüchtling passt hat ihm irgendwie gleichen Herausforderungen?
00:12:20: oder weiß ich kein perfektes Deutsch- oder informelle Kompetenzen sondern wo wir eigentlich viel mehr differenzieren müssten vielleicht auch sogar im Angebot?
00:12:29: was jetzt die Integrationslandschaft betrifft Eine Frage, die ich mir immer stelle.
00:12:33: Ich verstehe es aus Sicht der Ressourcenverfügbarkeit aber ob das so zielführend ist dass eine ukrainische Frau mit einer afghanischen Frau im Deutschkurs sitzt?
00:12:41: Da sind sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten, sehr unterschiedlichere Herausforderungen.
00:12:46: Ob dann nicht auch viel nach dem Giskannen-Prinzip einfach vergeidet wird irgendwo?
00:12:50: weil das ist natürlich alles.
00:12:52: wenn ich in legitimeren Hinweisheiten sozusagen sagen soll das kostet alles was.
00:12:56: und die Frage ist kann man diese ressourcen nicht doch zielgerichteter einsetzen?
00:13:00: Ja, das ist eine extrem gute Frage vor allem weil der jetzige Diskurs und auch die Unterstützung ja relativ defizitorientiert ist nicht.
00:13:09: Und wir wissen es auch von der Quantitative Forschung, die du ja auch gemacht hast.
00:13:13: Wir in Linz haben viel qualitative Forschung mit den Ukrainerinnen gemacht dass diese einerseits natürlich sind sie geflüchtet und haben ähnliche Probleme wie andere Geflüchtete auch vollem Traumata also das muss man auch ansprechen auf keinen Fall verarbeitet sind, weil das relativ frisch ist.
00:13:30: Und als wir mit den Ukrainerinnen gesprochen haben überwiegend Frauen war es auch tatsächlich so dass sie gemeint haben ja wie möchten eigentlich arbeiten damit wir quasi einen Alltag haben Um nicht ständig daran zu denken, wie ist es bei uns zu Hause und was ist jetzt quasi los in meiner Stadt in der Ukraine?
00:13:46: Aber natürlich ist es so dass viele von ihnen hochqualifiziert sind.
00:13:50: Und dementsprechend auch das System relativ schnell verstehen können.
00:13:55: sie kommen ja aus Europa also das europäische System in Ukraine ist natürlich nicht das gleiche wie in Österreich aber man kann es relativ schnell verstehen im Vergleich zu jemandem, der jetzt aus Afghanistan kommt in einem ganz anderen System.
00:14:05: Soziokulturell und eben institutionell auch aufgewachsen ist.
00:14:09: Das heißt das ist einmal eine Sache wo man sagen kann Man könnte tatsächlich die Mittel die es gibt anders verwenden um die Ukrainerinnen zu unterstützen.
00:14:18: weil was wir ja auch gemerkt haben ist dass viele von ihnen ja anknüpfen wollen an ihre Arbeit, die sie damals in der Ukraine gemacht haben.
00:14:25: Beispielsweise wir hatten ein Interview mit einer Frau, die Marketing gearbeitet hat in der Ukrainien, die auch gesagt hat, sie setzt jetzt die nächsten ein zwei Jahre alles daran das deutschen Niveau dementsprechend zu erreichen.
00:14:37: Studienabschluss anzuerkennen und so weiter, damit sich hier im Marketing einsteigen kann.
00:14:41: Aber das ist wirklich sehr viel Eigeninitiative von Seiten dieser Frau als Beispiel weil eigentlich werden die Ukraineinnen ja auch in bestimmte Branchen... getränkt, sagen wir mal so.
00:14:55: Das Getränk ist vielleicht ein starkes Wort aber zumindest ist es schon das Ziel dass der Fachkräftemangel abgefedert wird auch durch die Ukraineinnen.
00:15:02: und ob sie jetzt tatsächlich dementsprechend ist dann eine andere Frage.
00:15:07: Aber was das Feedback von den vor allem Frauen eben hören Wir haben es, glaube ich so in drei Gruppen aufgeteilt.
00:15:14: Also teilweise ist das schon so dass sie sagen ja wir nehmen das jetzt an und dieses Angebot was es gibt und arbeiten dann in der Pflege oder wo hin oder in den Reinigungsbranche weil wir müssen unser Leben hier auch finanzieren.
00:15:22: die Kinder gehen in die Schule usw.
00:15:24: Vor allem wenn die Kinder in die Schule gehen wird es schwieriger schneller in die Ukraine zurück zu gehen selbst wenn man diese Idee vielleicht hat oder diesen Wunsch vielleicht hat.
00:15:33: Dann gibt's welche sowie eine Kollegin von der ich erzählt habe die Marketing studiert hat die wirklich sich darauf fokussiert sich so weit zu bilden, dass sie irgendwann einmal eine Stelle hier bekommt.
00:15:44: Aber hier gibt es auch sehr viel um Netzwerke.
00:15:46: das wissen wir eben.
00:15:48: wie leicht oder schwierig ist es in Österreich eine Branche einzusteigen und daneben eine dritte Gruppe die versucht sozusagen eine Brücke zu schlagen.
00:15:57: Wir brauchen jetzt quasi eine Arbeit zum Überleben oder zum Leben hier, aber gleichzeitig versuchen wir uns weiterzubilden um eine höhere Stelle zu erreichen.
00:16:05: also das sehen wir schon dass die Ukrainerinnen sehr stark einen Karrieregedanken verfolgen auch hier obwohl sie das weiß du auch aus deiner Forschung teilweise zufällig in Österreich gekommen sind dass die sagen okay wir versuchen jetzt hier zu nutzen soweit es geht, soweite Möglichkeiten da sind.
00:16:21: Aber die Unterstützung selber ist relativ einseitig so wie du sagst das.
00:16:25: ich würde jetzt nicht sagen dass das übereinstimmend ist was quasi sich die Menschen oder Frauen in dem Fall wünschen und was tatsächlich geboten wird derzeit.
00:16:33: Hast du den Eindruck, dass diese unterschiedliche Sicht auf die zwei großen geflüchteten Gruppen nicht?
00:16:38: Dass es so Personen über die Südschiene gekommen sind.
00:16:41: Klassischerweise jetzt sage ich mal mittlerer Ost-Männerregion also Personen Syrer Afghanen anderer, der dann einen Sülentrag stellen mussten und dann entweder Sül oder Subzitärenschutzbehaltnis ist das eine.
00:16:51: Und da gibt's die Ukraine, die jetzt ja nicht nur von einer Herkunftsregion sich deutlich unterscheiden auch von der sozialdemografischen Zusammensetzung Frauen mit Kindern wesentlich stärker präsent, sie unterscheidern sich auch vom rechtlichen Status, den man ihnen gewährt hat weil sie ja temporären Schutz haben oder durch sofortigen Arbeitsmarktzugang.
00:17:09: Gleichzeitig, ich sage mal nach hinten hin zeigen sich auch die negativen Aspekte dieser temporären Schutze.
00:17:17: es weiß halt kein internationaler Schutzstandard wie Asyl ist und kein dauerhafter Aufenthalter durch erworben werden kann.
00:17:24: Also sie müsste einen permanenten Aufenthaltstitel irgendwann beantragen, also Rotkart Plus in dem Fall wenn Sie das wollen wo ich selber aus einer Studie in der ich beteiligt war weiß es wollen viele aber es ist viel noch nicht gelungen weil die Kriterien relativ schwierig zu erreichen sind.
00:17:39: Meine Frage wäre konkret und da würde mich interessieren ob du dazu Einblick hast.
00:17:43: In der landäufigen Diskussion wird häufig von einer Hierarchisierung gesprochen ja so ein bisschen Vertreibern einer Stochorinne waren geflüchtete erster Klasse.
00:17:52: Ich mag den Ausdruck gar nicht, weil man muss schon sehen dass das auch mit sehr vielen Schwierigkeiten hergeht.
00:17:57: aber in der Behandlung auf der rechtlichen Ebene gibt es Unterschiede die sehr bewusst da waren und sind und sie auch durchziehen.
00:18:04: zeigt sich auch im Integrationsangebot in Österreich dass diese unterschiedlichen Gruppen bekommen dass da sich manche dieser Hierarchisierung Effekte eher verstärken oder verstetigen, weil schon der Blick sozusagen auf die Ukraine ist eigentlich sind die ja akademisch gebildert oder zumindest höher gebildet und da kann man mehr anbieten aber auch mehr erwarten.
00:18:26: Und bei vielleicht anderen Gruppen eher gut.
00:18:28: das haben wir jetzt vielleicht wirklich im ganzen niedrig qualifizierten Bereich manuale Tätigkeit nicht alphabetisiert, nicht vollständig alphabetisiert wie ich immer.
00:18:37: Also verstärkt sich das eher.
00:18:39: oder gibt es aus deiner Sicht schon noch Angebote die versuchen würden das ein bisschen aufzugrechen?
00:18:43: weil sie neutraler formuliert?
00:18:47: Das ist sehr schwierig für dich haben.
00:18:50: wir sagen in meiner Meinung nach so ein bisschen ein Race to the bottom dass man das von quasi den Menschen in solche Kategorien packt.
00:18:57: aber natürlich ist es so.
00:18:59: die Institutionelle Der institutionelle Rahmen ist ein anderer, das müssen wir anerkennen.
00:19:05: Warum das so ist?
00:19:06: Da können wir lange debattieren, da reicht uns die Stunde oder welche?
00:19:09: wir haben nicht.
00:19:11: Warum wurde die EU Temporary Protection Directive jetzt erst aktiviert?
00:19:14: Warum nicht vorher?
00:19:15: Die gibt's ja schon seit den Balkan-Kriegen und so weiter.
00:19:18: Das heißt, dass es einmal die rechtliche Seite gibt, sondern damit muss man quasi zurechtkommen... Auch die Ukrainerinnen für die es nicht leicht ist auf die Rotweißrottkarte Plusung zu steigen.
00:19:30: Aber ich möchte hier eigentlich eine Lanze brechen für das Support-System in Österreich, weil es ist schon so.
00:19:36: Und wir haben wirklich sehr viele Interviews geführt mit Unterstützungsorganisationen, Hilfsorganisation und NGOs
00:19:42: usw.,
00:19:43: dass diese Organisationen – und das hängt tatsächlich an den Menschen-Updit dort arbeiten – sich auch dementsprechend Angepasst haben selbst in das Angebot per se nicht, dass das war was quasi an was da ist.
00:19:56: Sich angepasst.
00:19:56: aber sie gemerkt haben okay die Ukrainerinnen sind sehr gut vernetzt beispielsweise Sie wissen schon wie das funktioniert mit der Grundversorgung und so weiter.
00:20:03: Das heißt hier geht es tatsächlich um Arbeitsmarktintegration beziehungsweise auch um vielleicht eine langfristige Integration hin zu Karriere.
00:20:12: Wir haben schon sehr viele Beispiele wo es so stattgefunden hat, dass das Gespräch um was anderes gegangen wäre.
00:20:19: Aber die Mitarbeiter von der Unterstützungsorganisation gesagt okay das sind die Fragen, die ihr habt.
00:20:23: jetzt dann fokussieren wir uns da auch.
00:20:25: aber das sind Einzelfälle.
00:20:25: also es gibt.
00:20:26: systematisch würde ich nicht sagen dass es eine konkrete Unterstützung gibt hinsichtlich hier jetzt.
00:20:35: Das ist nur für die Ukraine, bis auf die Deutschkurse würde ich mal sagen und hier fokussieren wir es quasi auf eine langfristige Arbeitsmarktintegration im Vergleich zu den anderen.
00:20:45: was aber schon problematisch ist das man sagt Wir haben hier dann eine andere Gruppe gering- bis mittelqualifizierte Und diese sind jetzt für Hilfstätigkeiten oder Bohima weil ja diese Menschen auch ein bestimmtes Potenzial haben.
00:20:58: Es stellt sich dann die Frage, investiert man jetzt mehr?
00:21:02: Damit diese Menschen mittel- bis langfristig länger im Arbeitsmarkt bleiben?
00:21:05: oder haben wir diese Problematik, die wir schon seit zehn Jahren haben, dass sie immer wieder ein und aussteigen aus dem Arbeitsmarkt und tatsächlich vom Sozialstadt leben wie wir es ja dann öfter hören.
00:21:15: Aber ich weiß nicht ob das Medial tatsächlich so präsent ist... dass die Ukrainerinnen eine bestimmte Bevorzugung haben.
00:21:24: Sie haben genauso Probleme, eine Wohnung zu finden
00:21:26: usw.,
00:21:27: was sie aber schon haben und was wir auch öfter gehört haben von den Hilfsorganisationen aus den Interviews ist das sie für sich selbst eher einstehen weil sie einfach die Informationen besser zur Verfügung haben.
00:21:37: Das finde ich sehr gut.
00:21:39: Dass sie es geschafft haben, sich so zu vernetzen und dass sie vordern da sind.
00:21:42: Also das Wort Vordern ist relativ oft gefallen.
00:21:44: Es ist mir dann hängen geblieben im Kopf, dass die Kränerinnen dies und das fordern uns die anderen Menschen, die vielleicht kommen in die Hilfsorganisationen das Angebot annehmen.
00:21:54: Und ich finde... dass es möglich sein sollte, das andere auch fordern.
00:21:58: Also ich finde man sollte was lernen davon wie's quasi die Ukraine-Rin zu wenig versuchen hierzumachen.
00:22:02: Das System macht seinem sowieso extrem schwer irgendwas zu fordern und das dazu jetzt immer genau.
00:22:07: Ich find' es auch so spannend weil die Rückmeldung habe ich auch sehr oft gehört mit Blick auf Ukrainerinnen aber dann... gleich sehr schnell problematisiert.
00:22:16: Also nicht einmal von offiziellen Stellen und Institutionen, sondern ganz viel auch von vielen Vereinen- und kleinteiligen Organisationen die sich vielleicht im Zugevon aus den Fünften gegründet haben und dann halt den Fokus ein bisschen auf die UkrainerInnen verschoben haben und schon die Erfahrung gemacht haben – Die Haltung ist eine andere.
00:22:37: Und ich glaube, das schwingt auch ein bisschen so ein problematisches Bild des Flüchtlings mit.
00:22:41: Der schon bitte auch sehr dankbar sein soll – also selbst von jenen, die es sehr gut meinen und sich sehr engagieren in diesen Bereichen
00:22:47: usw.,
00:22:48: man kommt wahrscheinlich diesem Diskurs oder dieser Schablone nicht ganz aus dass irgendwie natürlich der Flüchtling auch ein Bittsteller ist, natürlich einen Opfer und soweit und den Umständen unterworfen und dann sollte er schon auch idealerweise damit sich's halt viel einen selber als helfend noch gut anfühlt, der soll schon dankbar sein ein bisschen.
00:23:06: Wir würden es vielleicht nicht so aussprechen aber es schwingt so mit und das dürfte offenbar bei.
00:23:12: vor allem bei den Afghanen höre ich immer, weil sie sehr dankbar sind.
00:23:15: Es wird immer sehr betont wie die dankbar die sind und wie toll und wir bereichern dass dann auch für einen selber ist.
00:23:21: wenn man sich da engagiert um eine Ukraine erinnern kam nach dieser ersten anfangszeit immer mal wieder so Schwierig, so ein bisschen schwierig.
00:23:30: Und ich finde es jetzt sehr schön, dass du eigentlich sagst, Moment mal wollen wir nicht Leute haben und für mich erinnert dann das Kurs in einen anderen Bereich weil Frauen die jetzt nicht alles nur hinnehmen sondern auch einstehen für sich selber sind auch immer spordern und schwierig.
00:23:43: Ich glaube an den Ukrainerinnen kommt das noch dazu der Gender Aspekt weil es sind halt meistens Frauen Und dann stehen die halt nicht da als absolute Almosenempfängerinnen, sondern fordern auch etwas ein.
00:23:57: Oder ich hatte dann als Beispiel – das war eine Mehrfachakademikerin – und sie haben mir seitens des AMS einen Job in einer Fischzerlegungsfabrik angeboten.
00:24:09: Da habe ich mich schon gefragt was passiert hier?
00:24:13: dürfte offenbar irgendein Filmsystem gewesen sein und so weiter.
00:24:15: Und wurde dann auch geändert, führt aber leider dazu dass erstens mal in der Community sich herum spricht meldet dich nicht beim AMS tut das und das nicht ist auch schlecht.
00:24:25: also diese Müttenbildung passiert auch innerhalb der Community.
00:24:28: Aber gleichzeitig hat man den Eindruck okay die weiß schon sehr deutlich im positiven Sinne was sie kann und auch wo sie ihr Potenzial das ja da ist einbringen kann.
00:24:37: Und das finde ich interessant, weil es vielleicht auch ein Besel dieses sehr einseitige Bild wieder einen Flüchtling zu sein hat.
00:24:43: Wir war auch der Aufnahmestaat zu sein und da hat es vielleicht ein bisschen aufbricht tatsächlich.
00:24:48: Genau!
00:24:48: Ich finde diese Dankbarkeit allgemein extrem problematisch.
00:24:54: für jedes Angebot muss man dankbar sein quasi.
00:24:57: Wenn man selber weiß okay ich kann dies und dass und ich kann besser beitragen dann ... oder möchte ich eigentlich nicht etwas annehmen, was ja meine Ausbildung... ...oder meine Erfahrung und so weiter nicht entspricht.
00:25:08: Natürlich ist es schon so dass wenn ich jetzt an meine Eltern auch zurückdenke in den ersten Jahren.
00:25:13: relativ schwierig, einfach ohne die Sprachkenntnisse.
00:25:15: Dass man sagt ja und ich warte jetzt zwei Jahre und wenn man auch kein Kapital hat, ja manche haben vielleicht dieses Kapital und können dann ein bisschen länger warten sondern man nimmt einfach die Stellen an die kommen und dann wird es aber schwierig aufzusteigen weil man dann feststeckt.
00:25:28: also das ist glaube ich wirklich ein großes Problem was man auch in der Politik oder eine Policy bedenken müsste wenn man eben Menschen hin zum Fachkräftemangel oder eigentlich Arbeitskraftemangel hinführt dass es sein kann, dass sie dann auch da wirklich feststecken und dieses Potenzial nicht entfaltet werden kann.
00:25:44: Und diese Menschen dann auch von anderen Problemen, die sie vielleicht mitgebracht haben
00:25:48: usw.,
00:25:49: immer wieder rausfallen aus dem Arbeitsmarkt.
00:25:52: Aber eben dieses Schwierigsein ja, diesen Diskurs haben wir auch sehr viel bekommen wenn es über die Ukranianinnen geht.
00:25:58: Schade!
00:25:59: Ich meine, du hast jetzt schon mehrfach erwähnt das eine ist es Arbeit zu finden.
00:26:03: Das andere ist es die Arbeit zu halten also gerade bei der Population auf dem Arbeitsmarkt von geflüchteten Menschen.
00:26:10: da sieht man schon dieses in-and out also immer mal wieder herausfallen aus der Beschäftigung.
00:26:14: und das ganz deutlich gesehen während der Covid Pandemie wo die Gruppe dir als erstes eigentlich davon betroffen war dass sie rausgefallen ist im Arbeitsmarkt also auch verglichen mit österreichischen, arbeitslosen Quoten in der Zeit.
00:26:28: Das ist wirklich die Gruppe der Geflüchteten oder vor allem Drittstaatsangehörige war auf der anderen Seite an das Extrem des Spektrums überrepräsentiert im Systemehalten berufen also beides irgendwo.
00:26:37: aber insgesamt ist es schon noch ein Thema dass mir auch zu wenig im Fokus der Öffentlichkeit zu sein scheint, nämlich wir halten geflüchteter Job.
00:26:46: Auch diese ganze Mindestsicherungsdebatte und so weiter ist ja nicht unbedingt eine die sich darauf bezieht, die hatten noch nie irgendeine Formen von Beschäftigung in Österreich sondern häufig sind immer nur kurzfristige Tätigkeiten, saisonale Tätigkeit häufiger auch.
00:27:00: also man sieht auch dieser Fluktuation Winter Sommer usw.
00:27:03: Bau.
00:27:05: Und da geht es natürlich auch um die Frage der nachhaltigen Beschäftigung, wo euer Projekt Job für dir doch auch einiges zu Tage gefördert hat.
00:27:14: Also was da Problematiken sind inwiefern die Sprachen eine Rolle spielt Qualifikationsstruktur vielleicht auch Bewerbungstraining oder überhaupt die Möglichkeit an Fuß zu fassen längerfristig?
00:27:26: Wo würdest du sagen, sind da die größten Herausforderungen aber vielleicht auch die besten Lösungsansätze davon?
00:27:32: Ich würde sagen auf beiden Seiten, also auf die Bewerberinnen und auch die Geflüchteten der Unternehmen.
00:27:38: Also einerseits ist es tatsächlich diese Konjunkturabhängigkeit, welche Stellen gibt es?
00:27:47: Aber andererseits ist das auch dieser Bewerbungsprozess, der für viele Geflüchtete relativ schwer zu durchschauen ist.
00:27:55: Es sind glaube ich drei Ebenen einfach diese Makro-Ebene die Unternehmen auch dazu, bei der Unternehmen vielleicht auch ein bisschen Sorge haben oder Angst.
00:28:07: Wie lange dauert dieser Prozess bis sich diese Person anstellen kann?
00:28:11: Was für eine Arbeitserlaubnis hat sie?
00:28:13: Was muss man überlegen und so weiter.
00:28:14: also das ist für viele Unternehmen vor allem für kleine und Mittelunternehmen mit denen wir auch gesprochen haben relativ schwierig und Sie haben auch jetzt keine große Besonderabteilung die sich damit beschäftigen kann.
00:28:22: Das heißt wenn man etwas hat was man nicht so gut kennt dann hält man sich lieber zurück.
00:28:27: Das ist die eine Sache, das fängt eben schon beim Bewerbungsprozess an.
00:28:31: für viele Geflüchtete.
00:28:32: Ist es auch schwierig zu durchschauen was genau muss ich da jetzt reinschreiben in diese Bewerbung dass sie überhaupt eingeladen werden?
00:28:37: Also diese Kleinigkeiten an die man vielleicht gar nicht so denkt aber wirklich in den Interviews rausgekommen sind.
00:28:43: Dann geht's aber auch darum wenn man im Job isst... Viele haben ja Deutschkurse natürlich gemacht und haben ein gewisses vielleicht Niveau an Deutsch, aber das waren oftmals Hochdeutschkurse.
00:28:53: Und wir reden dann hier von Industrieunternehmen sagen wir mal in Oberösterreich wo Dialekt doch sehr gängig ist dass die Menschen dann teilweise auch nicht verstehen die Sicherheitsanweisungen oder nicht richtig die Sicherheitseinversung verstehen weil dem im Dialekt gesprochen werden, dass sie mit ihren Kollegen nicht richtig kommunizieren können weil sie oftmals die Dialektworte nicht verstehen.
00:29:10: Also ich glaube das ist ein Punkt im Deutschkurs der Immer mal wieder betont wird, aber dennoch vernachlässigt wird.
00:29:17: Dass dann viele Menschen an der Job ja irgendwie lernt.
00:29:20: Was
00:29:20: sich jetzt ja ändern soll?
00:29:22: Genau genau.
00:29:27: Aber das ist wirklich ein großer Punkt gewesen wo wir auch ein bisschen überrascht waren dass diese diese Deutschkurse der Realität eigentlich nicht so entsprechen.
00:29:34: Auch diese Palisade, bitte.
00:29:36: Nur sei das es bei uns unter internationalen Studierenden ein riesiges Thema in der Uni sogar.
00:29:42: Also wenn sie Deutschsprachige Kurse hier absolvieren auch wollen weil sie Deutsch lernen, sogar an den Universitäten verfallen halt viele Lektoren Vortragende so ein bisschen umgangssprachliche oder sogar einen Dialekt und es ist unglaublich schwierig.
00:29:54: ja also man lacht ein bissel aber ehrlicherweise hat da schon eine Komponente auch von.
00:29:59: Es grenzt halt unbewusst Leute aus, die es noch nicht so gut können.
00:30:03: Und das ist schon ein Thema glaube ich – also ich bin überhaupt absolut dafür dass die sprachliche Vielfalt in Österreich geht!
00:30:08: behalten werden soll.
00:30:09: Aber gleichzeitig auch die Frage, wie findet man eine gemeinsame Sprache in der wir uns alle verständigen können?
00:30:14: Und das ist so ne Abwägenmussfrage, die gar nicht zu leicht zu beantworten ist.
00:30:18: Genau und aber so mir fällt es genauso schwer wenn ich nach dem wo ich bin, wenn ich im Dialekt verstehe...
00:30:23: Ich verstehe Infaraltberg auch nichts, wenn sie sich nicht gewinnen werden.
00:30:28: Tyrol inzwischen besser war ein guter Kollege Johannes Brandstedt.
00:30:32: Aber eben also diese sprachige Komponente, aber nicht nur wirklich dieses Sprachniveau A zwei B eins und so weiter.
00:30:37: Sondern sondern eben verstehe ich meine Kollegen bei der Arbeit ja.
00:30:41: Verstehe ich die Sicherheitsanweisungen dann aber auch wie läuft zwischenmenschlich bei der bei der Arbeiter so sehr.
00:30:46: diversitätsforschung wissen wir auch.
00:30:48: wenn das Topmanagement quasi dahinter steht Dann läuft vieles besser, aber natürlich die Mitarbeiter oder deine Kollegen und Kolleginnen, dein direkter Chef oder direkter Vorgesetzter.
00:30:59: Die sind dafür verantwortlich, dass man ankommt in den Unternehmen oder sich wohlfühlt im Unternehmen ja?
00:31:05: Und diese Sachen scheitern oftmals in den ersten paar Wochen und Monaten und deswegen fallen viele von den Geflüchteten dann auch wieder raus weil beispielsweise sie irgendwas falsch gemacht haben.
00:31:15: Kulturell ist es für viele Menschen schwierig zu sagen... ... nachzufragen, weil man ja auch keinen Fehler machen möchte.
00:31:20: Man hat hier diese Stelle bekommen und so weiter.
00:31:21: Es gibt viele Missverständnisse eigentlich... ...viele Vorurteile klarerweise das kennen wir schon aus der Forschung,... ...die man durch vielleicht ein paar Träschrauben die man trinken kann im Unternehmen auch besser unterstützen könnte.
00:31:34: Beispielsweise war die Systeme, die schon existieren
00:31:37: usw.,
00:31:37: also Sachen... ...die den Menschen helfen wenn sie im Unternehmen sind sich da noch ein paar Monate oder Wochen... ...weiter besser einzuliedern damit sie länger im Unternehmen
00:31:46: bleiben.".
00:31:47: Das fällt vielen größeren Unternehmen natürlich leichter.
00:31:49: Aber es geht hier vor allem auch im KMUs, die in Österreich neunundneinzig Prozent der Unternehmen darstellen.
00:31:54: Das heißt wir haben auf der einen Seite eben die Geflüchteten, die vor dem Eintritt gezieltere Hilfe vielleicht bräuchten während beim Eintritt aber auch die Unternehmen um ihnen ein bisschen diese Hürden zu nehmen.
00:32:05: ja dass die Geflüchtete anstellen, das ist die rechtliche Problematik und so weiter.
00:32:10: Also ich würde jetzt gar nicht die Unternehmen verteufeln und sagen, ah, die wollen jetzt die Gepflichteten nicht anstellen sondern es ist einfach für Unternehmen auch schwierig sich mit diesen Dschungel mal zurechtzufinden.
00:32:18: von was gibt's hier auf dem Teilstitel?
00:32:20: Wann dürfen diese Menschen arbeiten wie ist das Deutschniveau
00:32:23: usw.,
00:32:24: dann fragt man sich dann auch okay wenn ich den anderen zu verfügen habe vielleicht tue ich mir das gar nicht da.
00:32:28: also ich verstehe das vollkommen.
00:32:30: ja.
00:32:30: Also ich habe auch die Erfahrung gemacht eben für mein letztes Buch, dass sich ja mit der betrieblichen Integration befasst.
00:32:35: Da hab' ich mit vielen Unternehmen gesprochen und dieser onboarding-Prozess also gerade so die ersten paar Monate im Betrieb ist unsuerlich muss man schon sein Meistens ein bisschen aufwendiger, wenn das eine Person ist die halt nicht hier seit Generationen lebt und das System ihnen auswendig kennt und die Sprache perfekt beherrscht usw.
00:32:53: Also ehrlich muss man auch sein und so zu tun es gäbe es gewisse Unterschiede nicht ist auch eine falsche Art von vermeintlicher Blindheit.
00:33:00: also sozusagen die besonderen Herausforderungen müssen wir schon berücksichtigen Und da kommt mir vor, da würden sich gerade Unternehmen Entweder wirklich zum ersten Mal mit dieser konkreten Zielgruppe Kontakt haben und sich da drüber trauen oder aber die nicht über so große Strukturen im Hintergrund verfügen, weil sie kein Muss sind.
00:33:17: Die würden sich einfach mehr Unterstützung wünschen.
00:33:20: Also das ist so.
00:33:20: der eine Punkt kommt mir vor.
00:33:21: Das wird schon so viel ändern wenn man an dieser Stelle Schraube dreht Und von den entsprechenden Interessensvertretungen und so weiter hört man dann häufig, da haben wir ein Website.
00:33:31: Also das ist halt wirklich so.
00:33:33: okay.
00:33:33: ja Google kann ich selber oder lass es mir von der KI zusammensuchen aber ich glaube diese Form die Unterstützung, die spräuchte müsste ein bisschen darüber hinausgehen.
00:33:41: also es geht nicht nur um die Information sondern auch so ein bissel dieses... Es kommen vielleicht ganz akut Themen hervor.
00:33:48: als einen Punkt der häufig genannt wurde von Unternehmen ist und das bestätigt auch die Forschung bei Geflüchteten, die oft noch nicht so sozial angebunden sind in Österreich und die vor allem die Großfamilie nicht hier haben.
00:34:00: Wenig Bekannte vielleicht?
00:34:01: Da ist halt dann der eine Arbeitgeber – das ist der Österreicher, den ich kenne!
00:34:05: Und da kommen mal alle Themen, die mich beschäftigen von der Schule der Kinder bis hin zum Arztbesuch weiß ich nicht was.
00:34:10: also alles sehr Arbeitsplatzfern sage ich mal kommt einmal zum Chef ja auch irgendwo ein bisschen Verantwortlichkeit und Autorität ausstrahlt auch im positiven Sinne.
00:34:20: Und der Chef selber oder die Chefin ist vielleicht das erste Mal überfordert, erstens mal weil er es von den österreichischen Mitarbeiter nicht so kennt aber auch weil er selber jetzt in diesen Asyl- und Integrationsschungel neu ist und sich vielleicht doch denkt Die Zeit habe ich nicht und ehrlicherweise will mich damit nicht befassen.
00:34:36: Ist ja
00:34:37: auch legitit... Manche machen's dann und sagen dann schon hat sie sich ausgezahlt, weil denen hab' ich jetzt seit Jahren den Mitarbeitern und das war super!
00:34:44: Andere schreckt das ab, verständlicherweise.
00:34:46: Und ich glaube da könnte man schon ansetzen.
00:34:48: es gibt auch so Konzepte wie betriebliche Sozialarbeiter oder weiß ich nicht was ja finde ich auch ausgelagert werden kann also dass jeder Betrieber ein Sozialarbeiter anstellen muss.
00:34:57: im Gegenteil Man könnte ja versuchen da so Brückenangebote zu schaffen und das glaub ich ist schon noch eine Lücke oder vielleicht so eine low-hanging policy route die man ergreifen könnte weil das denke ich motivierend oder zumindest ermutigen sein könnte für jene Betriebe.
00:35:15: die eventuell diesen ersten Schritt, nämlich ich trau mich jetzt diesen einen Afghanen darzustellen noch nicht gegangen sind.
00:35:22: Ja und verständlicherweise gibt es am Anfang halt Berührungsängste.
00:35:25: Also wirklich auch eine Person
00:35:27: evtl.,
00:35:28: die zuständig wäre dann zu was?
00:35:30: Wir haben ja sehr viel für sagen wir mal hoch qualifizierte Migrantinnen Mentoring for Migrants usw.
00:35:37: Auch seitens der WKO etc.
00:35:39: Und sowas gibt's aber eben nicht für Unternehmen, die jetzt gering oder mittelqualifiziert Menschen haben.
00:35:44: das heißt Man könnte ja bestehende Sachen, die es ja auch teilweise in Unternehmen gibt.
00:35:49: Jetzt große oder mittel Unternehmen wie Cross-Cultural Management, Diversity Management
00:35:52: usw.,
00:35:53: könnte man ja tatsächlich ausweiten eben für diese Menschen.
00:35:57: Ich frage mich auch warum das eigentlich nicht so forciert wird?
00:36:01: Die Gruppe ist zu klein.
00:36:02: da kann man gibt's glaube ich verschiedene, vielleicht auch... Politische Gründe, warum das nicht gelebt wird sozusagen.
00:36:10: Aber von der unternehmerischen Seite her habe ich zumindest mitbekommen und du ja auch eben in der Forschung dass die Unternehmen grundsätzlich sehr offen sind weil es geht hier auch um ein Arbeitskräftemangel.
00:36:19: sie sind auch offen dies bezüglich Arbeitserlauben ist leichter zu erteilen ... schneller zu erteilen vor allem.
00:36:27: Also all diese Sachen, die ja jetzt ein bisschen ... ... sagen wir mal bremsend wirken... Da sind die Unternehmen schon dafür, dass das aufgeweicht wird.
00:36:37: Aber dass es keine direkte Unterstützung gibt ist für mich auch eigentlich ein Rätsel.
00:36:42: Die Stringen bräuchte so wie du es jetzt auch gesagt hast.
00:36:45: Und ich glaube, für eine ganz spezielle Zielgruppe wäre es auch sehr hilfreich.
00:36:48: Nämlich geflüchtete Frauen.
00:36:51: Also das ist ja auch ein Thema was jetzt stark politisch thematisiert wurde und wird weil wir haben eigentlich, wenn man uns die hier in den Jahr zweiundfünfzehntsechzehn gekommenen ansehen bei den Männern eine sehr hohe Erwerbsquote, die annähernd da ist wo auch die Erwerbskote der männlichen Durchschnittsbevölkerung in Österreich ist.
00:37:07: Ist ja eigentlich eine Volksgeschichte, die man auch so gar nicht hört oder selten hören.
00:37:12: aber bei den Frauen stimmt's zeigt sich halt dieser ganz, ganz klassische Agenda-Gab.
00:37:17: Und gleichzeitig wissen wir auch dass gerade die Integration der Frauen sehr wichtig wäre, auch in der zweiten oder dritte Generation.
00:37:23: und da denke ich schon das gerade solche begleitenden Angebote onboarding Mentor eigentlich reinholen ja ihn sozusagen in der Nebenenswelt im Betrieb dass das gerade bei den Frauen auch sehr viel bringen würde.
00:37:36: an dann Erfolgshaussichten und auch Retention Rate muss man sagen, also dass die Frauen noch im Betrieb verbleiben.
00:37:42: Habt ihr zu dieser Zielgruppe auch konkret irgendwo Einsichten gewonnen?
00:37:46: Ich meine es ist jetzt nicht so.
00:37:46: eine riesige Gruppe muss man sein, ist angewachsen erst in den letzten Jahren.
00:37:50: doch Familienzusammenführung.
00:37:51: aber kannst du da auch etwas dazu sagen was bei Frauen vielleicht nochmal spezifische Themen waren oder so?
00:37:57: Ja
00:37:58: also bei den Ukrainerinnen Kinderbetreuung, Anerkennung von Qualifikationen und so weiter.
00:38:06: Und auch dass teilweise die Familie noch in der Ukraine ist... ...die Kurzfristigkeit des Aufenthalts oder dass man sie eben nicht sicher ist wie lange der Aufenthalt dauert.
00:38:16: Viele überlegen dann auch tatsächlich aus Österreich auszuwandern vielleicht in ein Drittes Land usw.
00:38:22: Bei den Frauen, die durch Familienzusammenführungen gekommen sind da haben wir wenige Einblicke.
00:38:27: aber ich habe vor einigen Jahren auch eine Studie gemacht zur ... während der Corona-Krise zur Arbeitsmarktintegration.
00:38:34: Da ging wirklich auch viel, weil damals wurde ja vieles umgestellt auf online... ...weil man eben nicht direkt hingehen konnte zum EIMS und so weiter,... da ging es dann auch wirklich viel darum,... ähm dieses klassische Bewerbungstraining zu machen, okay wie fühle ich einen PDF aus?
00:38:46: usw.
00:38:47: Und ich bin auch Bayerath in einer großen Organisation in Linz Migrade, du kennst das Jahr,... ...und sie haben viele tolle Frauenprojekte gehabt Nachbarinnen, Nachbarinnetwork und so Weiter,... ...wo die Finanzierung jetzt noch in der Schwebe steht, d.h.
00:38:59: diese Sache werden von der Politik meiner Meinung nach auch nicht angenommen.
00:39:04: Und wir verlieren hier, so wie es eben vor kurzem die Studie rausgekommen ist vom EFW, verlieren eine große Gruppe, die dem Arbeitsmarkt eigentlich zur Verfügung stehen könnte.
00:39:14: Das ist auch nicht ganz konkurrent.
00:39:16: Ich will es sogar so offen lassen, weil warum?
00:39:20: Genau.
00:39:21: Also einerseits sieht man das Problem und wirklich thematisiert es auch als Problem.
00:39:25: aber die Ansätze, die man schon gefunden hätte als Antwort auf das Problem will man auch nicht weiter finanzieren oder fördern.
00:39:32: Es ist natürlich schwierig und ist nicht unbedingt sehr zukunftsgerichtet, weil die Gruppe ist halt auch die dann, wo dann die Kinder noch davon profitieren würden wenn die Mutter werbstätig ist mal eine Bildung auch vielleicht weiter im Laufe des Lebens erwerben kann, etc.
00:39:48: Weil was ich auch mitbekommen habe in der Studie während Corona ist das die Kinder es ist eine sehr starke Parentifizierung von diesen Kindern gab weil die Frauen gesagt haben ja mein Sohn hat mir dann erklärt wie ich mich bewerbe beim Unternehmen XY mein sohn hat dies und dass für mich gemacht wird mit dem Computer gezeigt usw.
00:40:04: Und das ist für diese Kinder... Ich war auch so ein Kind teilweise und für diese kinder für deren Zukunft ist es auch einfach nicht förderlich.
00:40:12: Da hängt ein Rattenschwanz an Problemen, wenn man sich nicht in den Frauen annimmt aber politisch fraglich.
00:40:19: Ich meine, es ist überhaupt eine Frage die ich mir stelle wie sich jetzt diese Kürzungen im Integrationsbereich.
00:40:25: Die sehen wir in Österreich, die sehen wir auch in Deutschland und auch in anderen Ländern.
00:40:28: Das hat natürlich insgesamt mit der konjunktualen Lage, würde ich sagen der Weltlage zu tun ja okay alles akzeptiert.
00:40:34: dennoch wissen wir und da müssen wir jetzt gar nicht irgendwie große Empirie bedienen das zeigen die Erfahrungswerte über Jahrzehnte in einem Einwanderungsland für Österreich Weniger Investitionen, Integration ist auf Dauer betrachtet nicht wirklich billiger im Gegenteil.
00:40:51: Es gibt sozusagen Kosten die durch Nichtintegration oder durch fehlende Integration verursacht werden.
00:40:57: Besonders augenkundig ist es natürlich im Bereich von Arbeitsmarkt und Beschäftigung weil wenn ich weniger Leute, weil ich ja wenige Förderung habe in eine nachhaltige Beschäftigen bringen kann werde ich die in der Mindestsicherung oder anderswo wiederfinden.
00:41:10: Bis hin sogar zu diesen sehr schwierigen Thematiken, wie es gibt eine starke Korrelation zwischen soz.
00:41:16: hintergrund Bildung und Kriminalität wissen wir verursacht auch Kosten für den Nationalstaat.
00:41:21: also da gibt's viele Dinge die sehr gut erforscht sind würde ich sagen wo aber nicht unbedingt die politische Ableitung dann daraus erfolgt.
00:41:30: Ich habe das so ganz in meiner eigenen Copping-Mechanisierung, wie ich damit ungewöhnlich mit deinem... Wie verordest du dich da selber als jener?
00:41:39: Mit der sozusagen auf der einen Seite eine eigene Forschung vieles zu Tage fördert.
00:41:42: Was gelingt und was nicht gelingt, was es bräuchte
00:41:44: etc.,
00:41:45: ja?
00:41:46: Der vielleicht sagt, dass wäre ein gutes realistisches Ziel für Arbeitsmarktintegration, dass sich Österreich setzen könnte für die nächsten fünf bis zehn Jahre und dazu bräucht er es XYZ Dann aber gleichzeitig wahrnimmt, der Diskurs geht in eine ganz andere Richtung.
00:42:02: Was sind Möglichkeiten für dich da dem vielleicht etwas entgegenzuhalten oder auch zu sagen ich kann zumindest durch meine eigene Form der Wissenschaftskommunikationen machst du ja auch viel auf einer anderen Ebene wirken dir aber auch rechende Handlungsmacht
00:42:19: entfalten kann.
00:42:20: Das sind jetzt viele Fragen?
00:42:20: Ja,
00:42:23: die Frage ist im Grunde wie geht es dir damit?
00:42:25: Nicht gut!
00:42:28: Es ist natürlich für mich selber mit meiner eigenen Migrations- und Unfluchtgeschichte, die man auf keinen Fall vergleichen kann mit der jetzigen Zeit.
00:42:35: ja, ist das für mich immer dieser defizit orientierte Diskurs, der für mich sehr schwierig ist zu verdauen wenn ich jetzt ehrlich ehrlich bin.
00:42:43: Aber natürlich gibt es sehr viele Ansätze, wie ich auch erwähnt habe von mir gerade und für verschiedene Organisationen.
00:42:48: Ich rede jetzt meistens von Oberösterreich aber du kennst ja in Wien viel mehr die aber nur punktuell sind.
00:42:52: das heißt diese Sachen dauern dann ein zwei Jahre und sind einfach nicht langfristig und nicht nachhaltig.
00:42:58: und da ist das erste wo man ansetzen könnte eine nachhaltige Integrationsförderung vor allem für Menschen die jetzt vielleicht dem Arbeitsmarkt nicht in der zur Verfügung stehen wie wir's wollen oder bräuchten Und wie Sie selber auch wollen, weil wir haben noch nie jemanden interviewt oder gesprochen mit noch niemandem egal aus welchem Land er nicht gesagt hat.
00:43:18: Oder die nicht gesagt hatte ja ich möchte beitragen und ich möchte eben ein decent work haben und ein normales Leben was so immer das bedeutet.
00:43:25: Das ist einmal das erste also wirklich diese weg von diesem defizite orientierten Diskurs hinzugehen.
00:43:29: wie kann man Kompetenzen aufbauen?
00:43:31: Wie kann man auch die kompetensten Aufbau von diesen Menschen die schon da sind Statt eben derzeit meiner Meinung nach ein bisschen zu frehenden Diskurs über ihr sollt weg, aber wir brauchen die und die für den Arbeitsmarkt.
00:43:42: Wir holen Leute aus verschiedenen Ländern rein was es mit denen schon da sind.
00:43:46: Also das sind so die zwei Sachen, die ich mir wünsche.
00:43:48: Das sind Sachen, wie wahrscheinlich politisch nicht passieren werden.
00:43:52: Was aber dennoch wirklich passieren kann ob es jetzt in den nächsten fünf Jahren ist oder zwei drei Jahre ist eine Vereinfachungsvereinfachung.
00:43:59: Es sieht ein sehr schwieriges Wort bei einer Vereinfachung für die Rot-Weiß-Rotkarte, eine Vereinfachung für verschiedene Arbeitsmarkte.
00:44:05: Maßnahmen zum Arbeitsmarkt eintritt damit Menschen eben nicht lange warten müssen.
00:44:10: Zum Eintritt und damit keine Zeit verloren geht, weil die Zeit die man absitzt ist verlorene Zeit.
00:44:16: ja ob man da jetzt im Deutschkurs ein bisschen sitzt oder nicht wenn man nicht arbeiten darf oder kann oder dem Arbeitsmarkt... nicht zur Verfügung stehen kann, dann ist das tatsächlich meine Meinung nach.
00:44:28: Ich bin ja auch Wirtschaftsforscher in meiner verlorene Zeit und ich weiß es ja eben aus persönlicher Sicht von meinen Eltern
00:44:33: usw.,
00:44:34: dass Arbeit tatsächlich einen ablenken kann quasi und in die Mitte der Gesellschaft führen kann wenn es denn gut läuft.
00:44:42: Das sind so die Wünsche, die ich hatte aber für die nächsten drei fünf Jahre wie du gesagt hast ist extrem schwierig weil die politische Lage ändert sich gefühlt täglich.
00:44:50: Die Policies gehen eigentlich in eine andere Richtung.
00:44:54: Der Diskurs auch, wobei wir eben Talente vergeuden oder nicht fördern die schon da sind und gleichzeitig aber viel Kosten aufnehmen um Menschen einzufliegen aus anderen Ländern um eine Pflege zu geben usw.
00:45:09: Also das finde ich unnötig!
00:45:13: Hier stelle ich dir trotzdem oder vielleicht gerade deshalb zum Schluss eine Frage, die ich sehr gerne stelle.
00:45:18: Nämlich was gibt dir Hoffnung in alle Themen, was du jetzt geziert hast?
00:45:22: Weil sozusagen die Bedingungen sind klar!
00:45:24: Die Rahmenbedingungen und die Herrschung sind wirklich weiter von ideal zu sein... Wir haben zwar jetzt insofern eine Entspannung der Lage als nicht unmittelbar viele neue Menschen über die Fluchtschiene nachkommen.
00:45:35: Das kann sich auch ändern, wenn ich mich so blicke in der Welt.
00:45:38: Aber sonst ist es eigentlich schwierig mit diesen ganzen Budgetkürzungen und so weiter.
00:45:43: Die Migrationsdebatte hat sich nicht entspannt über den letzten Jahren Gegenteil.
00:45:47: Autoritäre rechte Parteien sind europaweit Auch über den Atlantik betrachtet am Aufstieg Begriffen und sind nicht dafür bekannt, dass die Integrationsmaßnahmen unterstützen würden oder
00:46:00: fördern würden.
00:46:01: Wo siehst du denn noch vielleicht auch aus dem Projekt abgeleitet?
00:46:07: Moment der Hoffnung.
00:46:08: Ja, ich würde sagen direkt in der Praxis.
00:46:10: also ich glaube Österreich ist nicht umsonst dafür bekannt dass es eine sehr starke Zivilgesellschaft gibt und das die Menschen sich sehr stark engagieren.
00:46:17: Das haben wir im Projekt auch gesehen und das machen wir auch weil da vorhin auch Wissenschaftskommunikation erwähnt hat.
00:46:23: Eigentlich auch deshalb, um quasi dieses Thema der breiten Masse einfach zu zeigen und ein bisschen den Diskurs umzulenken.
00:46:31: Das heißt das gibt mir schon sehr viel Hoffnung mit allen Organisationen, mit denen wir gesprochen haben, mit dem Menschen, den wir gesprochen haben, dass sie sagen ja wie versuchen jetzt in dem Rahmen den wir haben versuchen wir quasi unser Bestes.
00:46:41: Das ist für mich schon ein Gewinn.
00:46:44: Und auch im Sinne von welcher Finanzierung können wir bekommen, wenn quasi die jetzige Finanzierung nicht stattfindet?
00:46:48: Da finden sehr viele Gespräche statt.
00:46:51: Sehr viel Umbruch eigentlich auch um zu versuchen, beispielsweise diese Frauenprojekte voranzutreiben und solche Sachen.
00:46:58: Das gibt mir extrem viel Hoffnung.
00:47:00: Ich würde sagen ich habe zwei Kinder mein Sohn in der ersten Klasse Volksschule und da es eine relativ diverse Klasse ist dass das einfach die Zukunft ist.
00:47:11: Das hab ich ja schon in Österreich anerkannt, ich bin auch österreicherin und es gibt mir auch Hoffnung, dass die Kinder für meinen Sohn das ganz normal sind und dass das dann so weiter eher zu Normalität wird.
00:47:24: ein bisschen toxische Unteranführungszeichen, obwohl ich das Wort toxisch nicht mag.
00:47:28: Toxische Diskursen nicht mehr weiterhin so stattfindet.
00:47:30: Das sind so alles Wünsche und Hoffnungen in die Ich habe.
00:47:32: natürlich die Realität weiß es ist derzeit eine andere aber es ändert sich alles dass ich komme ja auch aus einem Land dass es nicht mehr gibt und Sachen sind in Flux und ändern sich.
00:47:40: und ich finde möchte ich auch Hoffnung geben oder haben wir versucht auch Hoffnung zu geben dem Menschen mit denen wir gesprochen haben das vieles auch möglich ist.
00:47:49: Es dauert vielleicht ein bisschen länger.
00:47:52: Also die Möglichkeit des Wandels eigentlich in beide Richtungen.
00:47:54: Und deshalb noch einmal die Werbung für diese wirklich lesenswerte Studie, die es dir da gemacht habt.
00:47:59: Man findet auch alles online und wie man sich das schon entstellt.
00:48:03: Man kann diesen Wandel der sich vollzieht mitgestalten.
00:48:06: Das fand ich so ein wichtiges.
00:48:07: Ableitung, wo du sagst, in der Praxis wird da auch vieles mitgeschaltet.
00:48:11: Entweder ganz kleinteilig oder natürlich auf institutioneller Ebene und natürlich auch von den Betroffenen selbst, die dann auch wieder rückwirken ins System.
00:48:18: Das
00:48:19: zeigt uns sehr gut.
00:48:21: Ich würde diese Menschen gar nicht darstellen, sondern sie haben ihre eigene Agency in der Forschung.
00:48:26: Sie können mitbestimmen und sollen sich auch trauen zu bestimmen.
00:48:29: Man kann das System ein bisschen herausfordern oder nicht?
00:48:33: Das ist ein sehr schönes Schlusswort, liebe Alminer!
00:48:36: Dann werden wir sozusagen mit diesem Auftrag das System herausforderen im Abschluss kommen.
00:48:41: Ich bedanke mich sehr herzlich, dass du mein Gast warst heute.
00:48:44: Danke für die Einblick in deine Forschung, auch in deine Öffentlichkeitsarbeit und darüber hinaus.
00:48:50: Ich freue mich sehr, wenn wir weiter in Kontakt bleiben.
00:48:51: Das Thema Arbeitsmarktintegration wird uns nicht verlassen so schnell meine ich.
00:48:56: Insofern gibt es vieles zu tun!
00:48:58: Vielen Dank für deine Zeit und dass du zu Gast warst und vielen dank für euch das ihr wieder mit dabei wart bei dieser Folge.
00:49:05: Ich freu mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört.
00:49:08: Tschüss und Papa!
00:49:21: oder allen anderen gängigen Podcast-Plattformen und folgt Judith Kohlenberger und der Chefredaktion auf ihren Social Media Kanälen.
00:49:29: Fragen, Anregungen und Beschwerden an Aufnahmebereit at wu.ac.at.
00:49:35: Alle Infos findet ihr auch in den Shownotes.
00:49:38: Bis zum nächsten Mal!
00:49:55: die Chefredaktion und der Podcastwerkstatt.
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