#87 „Es geht nicht ums Überzeugen, es geht um Augenhöhe" – Menerva Hammad und ihre gelingenden Gespräche über Migration
Shownotes
Dass die Migrationsdebatte kollabiert ist, mag ein Faktum sein – dass sie ganz verloren wäre, will ich nicht anerkennen. Mit dieser Überzeugung eröffne ich die neue Staffel von „Aufnahmebereit", in der ich der Frage nachgehe, wie sich Gespräche über Migration in einer Zeit von Polarisierung, Fake News und Online-Hetze überhaupt noch führen lassen, sodass sie uns weiterbringen. Zum Auftakt spreche ich mit der Journalistin, Autorin und Lehrerin Menerva Hammad. Sie bewegt sich seit Jahren in genau jenen aufgeladenen Debatten um Herkunft, Religion, Feminismus und Zugehörigkeit – und das mit einer Haltung, die nicht überzeugen und nicht recht behalten will, sondern zuhören und verstehen. Wir sprechen darüber, warum sich Menschen nur dem öffnen, der sie nicht von vornherein verurteilt, weshalb es in der Integrationsdebatte weniger um Jobs als um Augenhöhe geht und warum die eigentlichen Begegnungsräume unserer Gesellschaft so unterschätzt werden. Und sind uns einig, dass sich der Wert eines Gesprächs nicht daran bemisst, ob man sein Gegenüber am Ende umgestimmt hat.
Fragen, Anregungen, Feedback, und Beschwerden an aufnahmebereit@wu.ac.at
Instagram: judithkohlenberger
„Aufnahmebereit“ entsteht im Rahmen eines Wissenschaftsvermittlungsprojekts an der WU Wien und wird ermöglicht durch die Förderung „Vom Wissen der Vielen“ der MA 7 der Stadt Wien. Danke an die Kooperationspartner*innen von „Die Chefredaktion“ und der Podcastwerkstatt.
Sprecher Intro/Outro: Lukas Heck, Cornelius Obonya
Technik: Jürgen Angel und Roman Reiter
Produktion und Postproduktion: Anja Malensek
Transkript anzeigen
00:00:05: Herzlich willkommen bei Aufnahme Bereit, dem Podcast für Ankommende und Aufnehmende in der modernen Migrationsgesellschaft.
00:00:12: Sie hören diese Episode nicht nur auf den Podcast-Playern ihrer Wahl sondern auch auf Radio Orange – fourundneunzig Komma Null!
00:00:25: Diese Folge wird Ihnen präsentiert von Courage Mut zur Menschlichkeit.
00:00:33: Mein Name ist Judy Kohlenberger.
00:00:35: ich bin Migrationsforscherin an der VU Wien.
00:00:38: In der neuen Staffel von Aufnahmebereit widme ich mich die Frage, wie Gespräche über Migration in einem Zeitalter der Polarisierung von Fake News und Online-Hetze überhaupt noch gelingen können.
00:00:50: Dass die Migrationsdebatte kollabiert ist, das mag ein Faktum sein, dass sie aber überhaupt komplett verloren ist – das mag ich nicht anerkennen!
00:00:58: Und deshalb habe ich mir zum Staffelauftakt einen ganz besonderen Gast eingeladen, wenn er war Hammart.
00:01:04: Sie ist Journalistin und Autorin – sie ist selbst in Alexandria geboren in Wien aufgewachsen, wo sie heute als Lehrerin arbeitet.
00:01:12: Sie hat mehrere Bücher veröffentlicht.
00:01:15: Eines trägt den Titel Wir treffen uns in der Mitte der Welt!
00:01:18: Da erzählt sich Frauengeschichten aus aller Welt Und sie bewegt sich in genau diesen Debatten, nämlich Religion, Feminismus, Herkunft, Zugehörigkeit – das aufgeladene Wort der Integration.
00:01:32: Dort bewegt sie sich und da sind ja Debatten wo man häufig übereinander redet oder aufeinander einredet aber selten miteinander redet.
00:01:41: Und deshalb beginne ich diese Staffel sehr bewusst mit ihr weil Sie nicht in einem Diskurs tritt um Recht zu behalten sondern um zu lernen und zu verstehen Und ich glaube, das sollten wir alle viel öfter und viel aktiver tun.
00:01:53: Herzlich willkommen liebe Minerva!
00:01:54: Schön, dass du heute mein Gast bist.
00:01:56: Danke Judith, danke für die Einladung.
00:01:57: Hallo Ja, ich habe das schon in der Einleitung gesagt Du hast eigentlich einen ganz großen Teil deines Lebens In Gesprächen mit Menschen verbracht Die teilweise ganz andere Lebensrealitäten haben als du selber Die teilweise auch ganz andere Ansichten und Positionierungen haben als tu selbst.
00:02:13: Du tust es ja auch.
00:02:14: weiterhin.
00:02:16: Kannst du dich an Ein ganz bestimmtes Gespräch zurück erinnern, wo du sagst das hat mich verändert oder zumindest mein Denken verändert.
00:02:23: Oder dass man einen ganz wichtigen Anstoß gegeben hat.
00:02:26: Das ist in Erinnerung geblieben weil der Wert des Gesprächs als solches ganz klar hervorgetreten ist.
00:02:33: Ja also mehrere Gespräche und mehrere Erlebnisse natürlich aber es war eines von vielen Gesprächen.
00:02:41: Da bin ich überzeugt, das ist der Grund warum ich heute vor dir sitze und nicht woanders vielleicht.
00:02:46: Ich war dann mal Studentin Und wir hatten ein Seminar.
00:02:51: Ein Seminar ist anders aufgebaut als eine Vorlesung für die, die es nicht wissen.
00:02:54: Also in einer Vorlesungen können hunderte Menschen da sitzen bei einem Seminar Die Gruppe um einiges klein.
00:02:59: also Wir waren in dem Seminar glaube ich vielleicht zwischen zwanzig und dreißig Leuten und Der Professor wollte von uns dass wir eine gesellschaftskritische Debatte anfangen.
00:03:10: Das heißt, man sollte irgendjemand so aufzeigen und ein Thema beschreiben.
00:03:16: Und sagen, warum ist das jetzt gesellschaftskritisch?
00:03:19: Und was sind die anderen Stimmen im Raum
00:03:21: dazu?".
00:03:22: Ich hatte das Gefühl – das ist jetzt my time to shine!
00:03:24: – ich hab dann aufgezeigt und gesagt, nicht das Thema Migration.
00:03:29: Also es ist in Österreich und das war... Gibt's da besser?
00:03:32: ...es Jahr oder Zwei-Tausend-Zwölf.
00:03:34: War das schon ein Zeital
00:03:36: her?!
00:03:37: Und ich habe gesagt, das ist immer eine Migration für den Österreich.
00:03:40: Erstens einmal gibt es keine einzige Migration und Rassismus.
00:03:44: Es gibt keine einzige Partei in Österreich die sich aktiv gegen Rassismus eigentlich positioniert und dass auch bewirbt oder beziehungsweise ein Bewusstsein dafür schafft, dass Rassistismus was Schlechtes ist.
00:03:59: So!
00:04:00: Und Migration wird als Verbrechen behandelt.
00:04:03: Das Thema Migration an sich, das gilt als Verbrächen in Österreich.
00:04:07: Mich haben dann ganz viele enttäuschte, also wütende Augenpaare angestattet.
00:04:16: Ich war die einzige mit Kopftuch und ich war auch die einzige zichtbare Migrationsbiografie in diesem Raum Und ich wurde von links und rechts, also manche haben den Kopf geschüttelt und haben gar nicht mehr mitgemacht, gesäuft.
00:04:29: Und dann haben einige sehr aktiv dagegen gesprochen ja warum überhaupt Leute migrieren und dass es bestimmte Regeln gibt die man erfüllen muss um überhaupt zu migrieren.
00:04:38: Die standen eigentlich alleine in dem Raum und habe tatsächlich deportiert aber ich war die einzige auf der Seite von.
00:04:44: Rassismus ist schlecht Migration ist kein Verbrechen.
00:04:48: Nachdem Seminar Der Professor hat sich das währenddessen nicht eingemischt mich zu sich gerufen, so die Kollegin mit Kopftuch kommt bitte zu mir.
00:04:56: Ich war immer die Kollegin und Kopftucht an der Ohne.
00:04:58: Also ich war immer ... ich habe publizistisch studiert.
00:05:01: Ich bin schon eine Weile hier noch nicht so lange her.
00:05:08: Aber er hat mich dann zu sichgerufen und ich habe gedacht, oh Gott jetzt kann ich mal was anhören!
00:05:12: Und was er dann gesagt hat, war das, was sie auf dem Kopf tragen.
00:05:17: mit der Art, wie sie denken.
00:05:19: Mit ihrem Mundwerk – diese drei Sachen zusammen sind entweder ihr Untergang oder ihr Erfolg und ich glaube es für Zweiteres.
00:05:27: Und das war da mir so die Gänsehaut gegeben.
00:05:30: Das hat noch nie ein weißer alter Mann zu mir gesagt oder überhaupt eine weiße Person sowas zu mir gesagt dass sich was kam und nicht irgendwas sondern eher so.
00:05:42: Ich glaub Sie werden echt etwas in unserer Gesellschaft verändern.
00:05:45: lassen Sie sich Entmutigen, lassen sie sich nicht davon abbringen.
00:05:50: Wissenschaftlich haben Sie gar nichts drauf!
00:05:53: Das muss ich schon noch sagen... Also nicht in die Forschung gehen, weil bei Ihnen sind es die Emotionen, die bei den Menschen eingeschaltet werden und ich bin nach Hause gegangen und das hat mich dann den ganzen Heimweg, also hat mich die ganze Woche beschäftigt.
00:06:12: Ich einfach nicht gewusst habe wie ordentlich das jetzt ein, was er gesagt hat.
00:06:16: Was kann ich damit machen?
00:06:19: Aber hey!
00:06:19: Ich kann was.
00:06:20: Also dass ist dann etwas, was hängen geblieben ist dieses Nicht-Unterkriegen lassen weitermachen.
00:06:26: Sie können tatsächlich was... Ich habe gerade gesehen, wie sie mit zwanzig Leuten allein departiert haben und sie zum Schwein gebracht haben.
00:06:32: Sie waren sehr emotional aber gleichzeitig kamen sich auch richtige Sachen gesagt die einfach Fakten passieren.
00:06:38: richtig sind Ja, und jetzt zu viele Jahre später sind Migration immer noch ein Verbrechen.
00:06:44: Und Rassismus ist immer noch gang und gäbe.
00:06:48: Teilweise kommt es mir vor dass sich die Debatte da nochmal radikalisiert hat.
00:06:52: Richtig!
00:06:52: Weil wir uns das anschauen wie sich da auch Dinge im politischen Spektrum aber nicht nur sehr stark nach rechts verschoben haben.
00:06:59: Ja Italien zum Beispiel Polen zum Beispiel Auch hier zu Lande würde ich ja gar nicht sagen.
00:07:05: Wir sind auch auf der Liste, leider!
00:07:07: Irgendwie so eine Gleichsetigkeit kommt mir vor, wir dürfen nicht vergessen... Ich glaube schon dass es Fortschritte gab.
00:07:11: also auch was sozusagen gleiche Rechte an Anerkennung betrifft, glaube ich schon das wir da in Teilen einen Fortschied gemacht haben und es gibt gerade in Österreich unglaublich viele sehr gute zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen die sich dafür einsetzen.
00:07:27: Wir hatten in Österreich ein Antirassismus Volksbegehren immerhin.
00:07:30: dass es das gibt oder gar Ab in einem Land in Österreich finde ich schon mal sehr beeindruckend und zeigt ja, dass zumindest im Sinne der Awareness was passiert ist.
00:07:41: Aber umgekehrt hast du halt auch Gegenbewegungen die ganz, ganz stark sind nicht?
00:07:44: Also eine eigentlich muss man sagen rassistisch sich verstehende und gebende Partei die manchmal umfragen bei fast vierzig Prozent Blick zeigt halt das es da noch ordentlich Themen zum Aufarbeiten gibt.
00:07:56: Es sind mehrere Parteien.
00:07:57: vor allem wenn's um dem Migrationen und Rassismus geht sind es leider mehrere und nicht nur die eine, beziehungsweise auch wenn's darum geht ein Bewusstsein zu schaffen.
00:08:07: Wer treibt das an?
00:08:09: Das ist netter Hans Peter, das ist nette Euche!
00:08:11: Da sind meistens die betroffenen Leute, die den Aktivismus ins Rollen bringen, also unbezahlte Aufklärungsarbeit leisten ob jetzt online oder schriftlich.
00:08:24: Es gehört sehr viel mehr gemacht.
00:08:28: Jetzt machst du ja auch sehr viel, muss man ehrlicherweise sagen.
00:08:32: Und gleichzeitig hast du bei dem was du machst eine Haltung die wenn ich sie jetzt als Außenstehende wahrnehme nie abschreckend oder übertriebelnd oder so negativ oder abwehrend ist.
00:08:50: Man hat immer bei dir den Eindruck du bist getragen von im Grunde einer positiven Grundhaltung auch jenen gegenüber die ganz anders denken, handeln sich verorten und das glaube ich hilft dann aber auch manchmal.
00:09:04: Korrigiere mich wenn ich falsch liege Ihnen genau solchen Gesprächen weil man ja merkt vielleicht auf seiner Im präziten Ebene, mit welcher Grundhaltung tritt mir der andere gegenüber?
00:09:14: Ist das prinzipiell schon mal zumachen und eigentlich interessiert es mich nicht oder habe ich immer recht um Punkt.
00:09:21: Oder ist ein genuines Interesse in Austausch?
00:09:24: Und da sagst du dir auch selber dass du eigentlich versuchst auch wirklich so vorteilsfrei in solche... Diskurse hineinzugehen, zu sagen ich will jetzt nicht verurteilen sondern ich will überhaupt mal verstehen.
00:09:35: Ich will kennenlernen und mich informieren.
00:09:38: Ich würde überhaupt wirklich diesen Austausch.
00:09:41: Jetzt meine Frage wäre ist das etwas was du einfach von Anfang an hattest als Talent?
00:09:46: Kann man das lernen auch?
00:09:47: Ich hoffe, du sagst ja.
00:09:48: Wir sind sehr schwarz für viele die es nicht können und wenn ja wie kann man sich das vielleicht doch ein bisschen anerziehen oder antrainieren nämlich ohne weil das machst du glaube ich überhaupt nicht und die Gefahr sehe ich nicht dass du deinen eigenen Standpunkt aufgibst im Gegenteil.
00:10:03: Ich glaube du bist sehr gefestigt in deinen Standpunkten aber du schaffst es dennoch diese Offenheit gegenüber anderen zu haben.
00:10:11: Okay, das waren jetzt viele Fragen!
00:10:12: Also natürlich habe ich schon Vorurteile.
00:10:14: Ich bin ein Mensch und bin nicht vom Himmel gefallen.
00:10:16: Ja, ich habe auch schlechte Erfahrungen gemacht und gute Erfahrungen und die haben mich geprägt.
00:10:21: Die Vorurtenne habe ich ja schon.
00:10:23: Aber ich habe gemerkt, dass ich mein erstes Interview gehalten habe.
00:10:27: Das war ich dreizehn Jahre alt und meine Interviewpartnerin ist meine Musikprofessorin.
00:10:30: Und ich habe sie gefragt, was es sonst gewesen wäre wenn sie keine Musikprofession geworden wäre?
00:10:36: einfach weil ich mir ein Interview wollte und weil sie eingewilligt hat.
00:10:39: Also das war, ich habe vor langer Zeit angefangen und man... Ich hab gemerkt wenn du den anderen dort an dem Gegenüber einfach abwertend begegnest ja was wird denn das für ein Gespräch?
00:10:53: Die Leute merken das die Leute spüren das öffnen sich dann überhaupt nicht mehr.
00:10:58: und dann zu einem geschlossenes oberflächliches interview bzw.
00:11:01: Gespräch oder Geschichte braucht man nicht veröffentlichen, beziehungsweise braucht man gar nichts schreiben.
00:11:07: Das heißt hier hat sich dann bei mir oder in mit drin eigentlich entwickelt.
00:11:13: was wenn es mir nicht darum geht recht zu haben?
00:11:15: Was wenn es mich nicht darumgeht einen Punkt zu beweisen den ich mir unbedingt beweisen möchte sondern wenn das jetzt die Bühne von der anderen Person ist und dich kann da nachher trotzdem entscheiden schreibe ich das, schreiber ich das nicht veröffentlicht aus, veröffentliche dass nicht!
00:11:30: Es ist mehrmals passiert dass ich in meiner menschlichen Überheblichkeit, weil ich dachte mein Leben ist besser oder ich bin besser ein anderen Person gegenübergetreten bin und dann hab mich das Leben einfach besseres gelehrt.
00:11:46: Und da gibt es ganz viele Beispiele.
00:11:48: und ein Beispiel davon... Ich habe damals in Ägypten Frauen auf der Straße die auf der Strasse arbeiten Gemüse verkaufen Ob's verkaufen?
00:11:57: Sich selbst alles verkaufen was geht ja also vom Markt bis sich selbst als Ware Habe ich befragt zu ganz unterschiedlichen Sachen und ich war überwältigt von deren Zufriedenheit im Leben.
00:12:13: Weil wenn ich am Gestecksitz und Gemüse verkaufe, aber trotzdem den ganzen der Klache mit der Frau gegenüber mir vor mir die vielleicht Obst verkauft meine Insider-Witze habe und dann kommen meine Kinder die Kredit nehmen von mir noch eine Gurke und eine Tomate zum Snacken bis zum Heimweg.
00:12:30: Und das ist quasi mein Reich, mein Bereich ja!
00:12:35: Ich habe das Gefühl, dass Leben hat mir alles gegeben was es gibt... ...und dann kommt diese Journalistin her und befragt ich bin die Journalistinszenario.
00:12:45: Da darf die Journalisten her!
00:12:53: Geh wieder als meine Person zurück, ich geh da hin und hab das gefühlt.
00:12:57: Und ich warte darauf, dass sie sich über das Leben beschwert diese Gemüse verkauferend.
00:13:01: Dass sie mir sagt wie unfair das Leben ist, dass sich das enttäuscht ist von einem Gott den sie nie gesehen hat aber immer gespürt hat.
00:13:10: Das ist das Endlevel von glücklich sein ist dieser Gemüserladen der eigentlich nur am Gestärkstaat findet.
00:13:18: Während wir Probleme haben oder Wünsche haben, die fast nur materiell sind, wünschen sie sich Gesundheit und dass die Leute weiter bei ihnen einkaufen.
00:13:28: Und nicht in den großen Supermärkten.
00:13:30: Ich habe dann aphorabisch geflüstert – ich dachte, ich hätte das gehört – so, ich könnte es auch nicht leben!
00:13:39: Das war meine menschliche Überheblichkeit.
00:13:41: Ich war damals Mitte zwanzig.
00:13:43: Dann hat sie gesagt, ihr kriegt aber nie genug?
00:13:48: Und deswegen sterben die Leute, weil sich die Leute von euch von den Hochhäusern herunter hauen.
00:13:53: Weil euch die Tier aufgefressen hat ihr kriegt nicht genug und das war dann wieder so ein Gänsehard Moment.
00:14:03: Wo ich mir gedacht habe sie hat recht und das erdet dich dann halt einfach wieder.
00:14:08: also dieses mit dem Vorurteil natürlich hab' ich vorurteile natürlich hab', ich meinungen dich mit der Zeit manchmal verändere oder mit den Erlebnissen.
00:14:15: aber dann kommen solche erlebnisse Erfahre und je mehr ich mit Menschen spreche, komme ich eigentlich doch eigentlich weiß ich gar nichts.
00:14:25: Und dann sucht man halt weiter weil man weiss ja nix!
00:14:28: Man will ja den Kübel auffüllen aber der fühlt sich nicht auf weil da kommt immer mehr.
00:14:34: Daher kommt es dazu was ist mein Ziel?
00:14:38: Ich musste erst meinen Ziel definieren, das sage ich meinen Schülerinnen und meinen Kindern auch immer.
00:14:42: Was will ich?
00:14:43: Und dann erst rechne ich aus okay wie komme ich dorthin?
00:14:46: Will ich recht haben?
00:14:47: Nein es ist mir nicht wichtig!
00:14:49: Es ist mir auch nicht wichtig was zu beweisen.
00:14:51: Was ist mir wichtig?
00:14:52: Mir ist wichtig dass wer seine Geschichte erzählt, dass man den Menschen hinter Titeln, hinter Hautfarbe, hinter Kopftuch, hinter Religion, hinter Geschlecht einfach nur als Person kurz darliegt hat, da liegen hat und zuhört.
00:15:09: Jetzt finde ich ist ja eine dieser Gretchenfragen – da gibt es mehrere in dieser Migrationsdebatte.
00:15:15: wenn wir jetzt stärker auf dieses Thema schauen wie geht man denn mit jenen um oder soll man überhaupt mit ihnen umgehen?
00:15:21: Das ist eine noch größere Frage von denen man weiß.
00:15:26: Die haben z.B.
00:15:27: dir gegenüber, nämlich einer kopftuchtragenden Frau die offenkundige Migrationshintergrund hat auf jeden Fall Vorurteile um nicht zu sagen sehr stark zum Ausdruck gebrachte Résentiment aus.
00:15:39: wo die Frage erstens mal ist bringt es sich überhaupt etwas mit diesen Menschen in den Austausch zu treten?
00:15:45: Es zu versuchen?
00:15:47: zweitens wenn man das bejaht was schon einmal ein ordentlicher Schritt ist glaube ich Auf welche Art und Weise tritt man in den Austausch?
00:15:55: Kann das Ziel sein, weil du hast zu gut gesagt, dass doch man muss eigentlich definieren.
00:15:59: was will ich.
00:16:00: Kann, darf, muss das Ziel seien, dass ich denen irgendwie sage es jetzt sehr salopp umkehr auf meine Seite die helle Seite der Macht ziehe, denen irgendwie verdeutliche, weil ich ja irgendwie offenkundig diese ganzen Hackel bei Integration gemacht habe, perfekt Deutschspreche und Lehrerin bin.
00:16:19: Und was weiß ich super erfolgreich überhaupt?
00:16:21: Und klar, dass der dann erkennt anhand meiner Person oder noch viel schlimmer finde ich ja die Annahme anhand der sachlichen Argumente, die ich ihm darlege.
00:16:30: Ah ja stimmt!
00:16:31: Ich weiß auch Blätzen.
00:16:32: Was ich bisher erzählte, da dachte danke das du mich aufgeklärt hast liebe Benerva und das ist dann mein Zielpunkt.
00:16:39: Ich fahre mal diese bewusst so ein bisschen in sich hinzuziehen weil wir wissen alles funktioniert es nicht.
00:16:44: Ich selber, wie man ja aus meinem letzten Buch gefahren hat, habe da auch eher die radikale Haltung das ich glaube.
00:16:50: Oder ich meine wir dürfen nicht anerkennen dass diese fast vierzig Prozent an Wählerinnen an eine rechtspopulistische Partei verloren sind, sondern im Gegenteil uns das schon anzun weil wir halt alle miteinander leben müssen, dass wir halt auch idealerweise miteinander im Gespräch bleiben wurscht was rauskommt.
00:17:07: Die Szenenwert im Gesprächen sich.
00:17:09: Es gibt andere, die das nicht sehen.
00:17:11: Das habe ich erfahren!
00:17:13: Im letzten Jahr, in dem ich mit meinem Buch durchs Land geteilt bin... Wie siehst du das?
00:17:18: Weil du natürlich aus einer ganz anderen Position sprichst als ich, die sich ja sehr leicht hinter ihrer Autochtonen-Identität versteckt und zurückziehen kann.
00:17:29: Die zwar auch Angriffsfläche ist weil sie weiß gebildete Frau oder Kinderlose
00:17:33: usw.,
00:17:34: aber gerade bei dem einen Punkt nicht.
00:17:36: Und mich wird da sehr deine... Perspektive interessieren.
00:17:39: Ich glaube auch ehrlicherweise, da gibt es kein richtig und falsch, da gibts viele Varianten und da gibt's ein Spektrum glaub ich an Haltungen und Möglichkeiten wie man dem anderen gegenüber dreht.
00:17:48: Da stimmt!
00:17:50: Es kommt auf die Form des Austauschs an und die Form vom Austausch verändert dich auch mit der Zeit.
00:17:55: Das heißt vor zehn, fünfzehn Jahren habe ich sehr gerne mit Fremden auf Facebook in den Kommentarspalten gestritten.
00:18:00: Oh Gott... Ja das war sehr energierobend.
00:18:03: heutzutage, hab' ich gern Facebook mehr.
00:18:06: Aber Ich habe vor ein paar Wochen erst erfahren, dass es eine Form des Austauschs gibt die ich gar nicht bewusst gemacht hab.
00:18:15: Weil in meiner Welt ist das so... Ich schreibe was?
00:18:18: Ich poste das!
00:18:19: Es wird veröffentlicht und kommt ein Buch raus Und das liest keiner.
00:18:22: Das ist wie ich mich selbst wahrnehme.
00:18:24: Also ich gehe nicht davon aus... Maa jetzt lesen das die Millionen Das lesen vielleicht fünf leute Inka Kran und das war irgendwie so.
00:18:34: Das ist meine Wahrnehmung.
00:18:36: Und dann erreiche ich mich über Nachrichten von Menschen, mit denen ich nie ein Wort gesprochen habe.
00:18:43: Vor drei, vier Wochen war eine der schönsten Nachrichten einer Frau aus Deutschland, die geschrieben hat... Ich hab dich vor sechs Jahren hier auf Instagram entdeckt und habe mich in den Arbeit hineingelesen.
00:18:54: Und ich wähle seit vier Jahren nicht mehr eine bestimmte Partei.
00:18:59: Man darf sie essen!
00:19:01: Sie wählt nicht mehr die AfD?
00:19:04: Ich bin davon überzeugt, dass Rassismus eingelernt ist.
00:19:07: Wenn ich jetzt von einer bestimmten Menschengruppe ganz bewusst nur negative Bilder mit negativen Verhalten, mit negativem Ausschauen und negativerm Erscheinungsbildern immer wieder und wieder an die breite Masse bringe dann natürlich hat man dann erstens einmal Angst.
00:19:27: Also Angst ist ein berechtigtes Gefühl ist absolut in Ordnung, das zu haben und Menschen die andere grundlos hassen.
00:19:36: Die wissen eigentlich, dass das nicht passt.
00:19:41: Meine Mutter versucht schon seit Jahren mich dazu zu überreden im Bokini, in Österreich schwimmen zu gehen.
00:19:47: Und es hat mich sehr viel Überwindung gekostet.
00:19:50: aber sie wollten mit ihren drei Enkelkindern also mit meinen Nicht- oder Mit deinen zwei Töchtern endlich mal schwimmen können und ich habe gesagt Mama, wir machen das so!
00:19:57: Und hab jetzt auch einmal über meine Schatten springe müssen.
00:20:01: Ich meine Angst ist, dass ich vor meinen Kindern angegriffen werde.
00:20:03: Das ist meine Angst.
00:20:05: Allein hau' ich hier drück'.
00:20:06: Aber ich will einfach nicht vor meinen... Also vor diesen Warnungen sei ich um die Außensprache!
00:20:15: Vor meinem Kinder will ich das halt nicht.
00:20:18: und dann ... gab es ein anderes Mutter und Tochter bei ein paar sichtbarer und hörbarer Tochter ohne Österreicherinnen, die meine Mama und mich nicht aus dem Blick gelassen haben.
00:20:29: Und haben ganz unschön über uns gesprochen mit Blicken, mit Worten, mit Handzeichen... ...und dann bin ich zu der Jüngerin hingegangen in etwas so altes wie ich und habe hier gesagt, wissen Sie was ich Ihnen sagen will seitdem ich dieses Bar betreten hab?
00:20:43: Sie ist ganz rot geworden, weil ich kann ja Deutsch.
00:20:45: Und dann hat sie gesagt Ja was bitte schön.
00:20:48: und ich so Sie haben ein sehr sympathisches Gesicht!
00:20:52: Und dann ist es sehr rot und sehr verunsichert gewesen... ...und dann hat sich gesagt Das hat noch nie jemand zu mir gesagt Ich glaube Bissle hat das erschieniert.
00:21:03: Billa hat das schieniert?
00:21:05: In dem Moment warst du der größere Mensch und das ist eigentlich Die Beste.
00:21:09: Ich kann nicht immer die Zoos sein, also ich kann nicht einmal kill them with kindness.
00:21:14: Also manchmal bin ich auch hant.
00:21:17: Manchmal kommt die Floridsdorferin aus mir raus ja?
00:21:23: Also das Grenze bleibt!
00:21:24: Das bleibt hier aber in manchen manchmal bestimmt einfach der Moment Und ich hatte sonst also die letzten Wochen absolut positive Erfahrungen mit Bokini in Wien, mit den Kindern.
00:21:37: Mit meiner Mama.
00:21:38: es war großartig und das war auch so... Es gab so einen Moment im Arbeiter Strandbad wo haben da die Kinder Pommes gegessen und saßen da beim Pool weil ich habe als Kind wir haben das alles nicht bekommen.
00:21:48: Wir haben einfach das mitgebrachte gegessen wenn überhaupt.
00:21:51: und das ist einfach so ein Moment des Friedens Weil für mich ist das End-Level an Achievements, dass ich meine Eltern und Kinder verwöhnen kann mit so Kleinigkeiten.
00:22:04: Und das war so!
00:22:05: Es hat niemanden gekümmert, wer was anhat, wer wie Auschaut.
00:22:09: Es hat mich sogar eine Dame gefragt, woher haben Sie den?
00:22:12: Weil ich bin da Sonneingrämen schon, die Sonnengräme schon leid und ich will mich nicht einschmieren müssen oder so.
00:22:18: Das ist ja total praktisch, dass man das tragen kann.
00:22:21: Solche schönen Gespräche gab es auch.
00:22:25: Aber es ist, was verlangt der Moment?
00:22:27: Was verlangte die Situation?
00:22:29: und manchmal ist es wirklich deine Arbeit, die für dich spricht.
00:22:35: Wenn die Arbeit für einen selber spricht finde ich das ein bisschen wie Magic.
00:22:38: Das ist wirklich Magie!
00:22:39: Weil die Leute selektieren dann ja... Die haben dann eine Bereitschaft.
00:22:43: Wenn Sie uns lesen, haben sie eine Bereutschaft ihren Blickwinkel zu verändern und darauf kommt es an.
00:22:52: wenn jemand überhaupt nicht bereit ist und überhaupt nicht will weiß ich nicht ob dann unsere Arbeit.
00:22:59: also wenn jemand sagt bewusst ich will nicht diese Süßigkeit ist der Enkus ja und das wird mir niemand wegnehmen Da ist mir nicht meine Zeit zu schade, weil ich bin Lehrerin und ich bin Mama.
00:23:12: Und dann stecke ich die Energie ins Klassenzimmer hinein in den nächsten Generationen.
00:23:17: Ich bin jetzt in der Mittelschule.
00:23:19: Das heißt es gibt sehr viele Kinder mit Migrationsbiografie.
00:23:23: Ich muss sie darauf vorbereiten, was ihnen alles passieren kann.
00:23:27: Aufgrund deren Religion, deren Herkunft, deren Namen die man vielleicht nicht beim ersten Mal aussprechen kann.
00:23:33: das und das wird euch am Berufsmarkt halt eben auch erwarten und dafür müsst ihr gewappnet sein.
00:23:39: Und da stecke ich dann lieber dort meiner Energie rein in Wirklichkeit als mit jemandem zu diskutieren der der Meinung ist alle Menschen sind nicht gleich.
00:23:47: Also das heißt, du wechst schon ab und ich glaube es ist ja auch wichtig zu sagen genauso.
00:23:51: Ich meine sie sind so der Gemeinplätze aber genauso wie es den Migranten, den Flüchtlingen, den Österreichern nicht gibt.
00:23:57: Es gibt es ehrlicherweise auch nicht den FPÖ-Wähler.
00:24:00: Richtig!
00:24:00: Das muss man auch so sagen.
00:24:01: Ja, da ist auch richtig.
00:24:02: Man muss differenzieren zwischen den Wählern innen die mir nun doch Wechselwählers sein können oder vielleicht mal waren.
00:24:09: und den Amtsträgern und Politikern, ehrlicherweise.
00:24:12: Also da gibt es auch eine wichtige Unterscheidung.
00:24:15: plus sprichst du öffentlich beispielsweise auf Podium mit jemandem wo mal jemanden eine Bühne gibt oder ist das genau seine Alltagsbegegnung?
00:24:23: Wo glaube ich auch manchmal mehr möglich ist weil Du hast ja gezeigt dass spielt die ganze Situation hinein also auch Deine Haltung nicht nur das was Du sagst sondern wie Du sagest wie Du der Person gegenüber drehst.
00:24:33: Du hast jetzt gesagt Die Arbeit spricht für Dich Ich glaub deine ganze Persona, deine Identität spricht für dich.
00:24:39: Weil es ist ja einfach viel mehr als das was sie vielleicht am ersten Blick dann wahrnimmt in der Art und Weise wie du ihr Gegenüber trittst.
00:24:46: Ja es ist auch manchmal ein Lächeln in der U-Bahn Ein Aufstehen wenn eine ältere Person reinkommt oder jemand mit Kinderwagen weil man sieht dann... Das ist sozusagen der echte Spielplatz Das ist nicht hinterm Handy, das ist nicht zu Hause.
00:25:02: Das ist da wo wir einander begegnen.
00:25:04: Manche mit Angst, manche mit Vorsicht.
00:25:08: lassen wir sagen wir vorsicht und dann kommt jemand und die über die ich lese dass sie wieder Deutsch können noch arbeiten unterdrückt sind und uns alles wegnehmen.
00:25:19: Die steht jetzt gerade für mich auf!
00:25:22: Die lächelt mich an.
00:25:23: Sie redet mit meinem Kind auf Deutsch manchmal auch Mundart aber das is halt... das um einige, damit die Politiker sich nicht zahlen.
00:25:31: Also muntert ihr so wichtig?
00:25:33: Und deswegen denke ich mir... Das sind unsere Begegnungsräume, weil wir keine anderen Begehnungsräumen haben und das sind dann sozusagen diese Begegningsräume in denen du unfreiwillig reingehst, weil du musst in die Arbeit oder in die Uni oder nach Hause und dann begegnest du halt den Anderen und ich finde, dass wird unterschätzt!
00:25:54: Diese Begegenungsräime werden unterschädzt.
00:25:58: Ich finde es so spannend, ich werde nämlich im Laufe der Staffel noch mit einem ganz tollen zivilgesellschaftlichen Projekt aus Dresden sprechen.
00:26:05: Das ist eine junge Gruppe die solche Gespräche in der Straßenbahn in Dresen führt nennen sich Metropolis und haben absichtlich diesen Ort gewählt um dort zu ganz schwierigen gesellschaftlichen Themen Klima Migration vieles andere sich hinzusetzen so ein Schild hochzuhalten mit Sprechen wie über und dann einfach die Fahrgäste anzusprechen, jetzt nicht zu zwingen.
00:26:29: Mancher will sich zustopseln ist auch okay glaube ich aber sozusagen das wollen weil das noch wieder richtig sagt einer der wenigen Orte ist wo man überhaupt noch zusammen kommt auch über ideologische Grenzen hinweg und auch über Zugehörigkeiten in ganz unterschiedliche sozialen Gruppen hinweg weil sonst werden diese Räume ja eigentlich immer weniger muss man sagen Versuch jetzt ein bisschen die Brücke zu schlagen, sondern Schulen.
00:26:52: Weil ich meine was wir schon sehen du wirst das vielleicht bestätigen können mir kommt vor durch diese unglaublich auch kippte Schuldiskussion die wieder derzeit haben vergisst man ja dass eines der grundlegenden thematiken wirklich ist selber immer mehr segregieren, kommt man vor.
00:27:09: Weil ich lese jetzt das ein Fünftel der Wienerschülern in Privatschulen geht und es sind ja eher die katholischen oder in dieser Richtung und dadurch habe ich noch mehr Probleme.
00:27:18: und jetzt nämlich nicht mit einer ethnischen Durchmischung sondern vor allem mit der sozialen durchmischen würde ich meinen Kannst du das auch bestätigen?
00:27:26: So als bisschen als die Räume die gehen uns abhanden wo wir überhaupt noch zusammen gönnen können.
00:27:31: Ja da stimmt.
00:27:31: also Ich kann jetzt nur von der Mittelschule sprechen.
00:27:35: Ich glaube, dass in den Gymnasien ist es mehr noch so, da ist eine Durchmischung da.
00:27:41: Also ethnisch aber eben auch sozial.
00:27:45: In der Mittleschule ist das fast nicht mehr da.
00:27:50: Vielleicht kommt wahrscheinlich auch auf dem Bezirk... Da muss man mir Fragen stellen, kommt wahrscheinlich drauf an, in welchem Bezirk man ist.
00:27:59: So grundsätzlich ... sehe ich da jetzt keine großen sozialen Unterschiede, vielleicht zwischen einzelnen Kindern aber nicht.
00:28:06: Dass ich sage das... Nein!
00:28:08: Also so ist das nicht.
00:28:10: Und da fehlt ja natürlich ein Wichter?
00:28:11: Es fehlt überhaupt die Durchmischung und beim Rahnwachs und sowas wichtig wäre auch für andere.
00:28:16: Es fehlt überall die Durchmischung.
00:28:17: Ich glaube es war der Nicky Glatterauer, der geschrieben hat einen Artikel mit dem Titel Mischen Impossible.
00:28:25: Das hat so gepasst weil dieses Warnspiel einfach das richtig beschrieben hat.
00:28:31: Es scheint anscheinend wirklich unmöglich zu sein.
00:28:33: Ich weiß aber nicht, warum?
00:28:34: Weil die Kinder sind ja da und die könnte man eigentlich zusammensetzen.
00:28:38: Und das wäre toll weil es wird immer darüber geredet wie wenig Deutsch-Kinder mit Migrationsbegriffen können.
00:28:46: Es wird aber nicht darüber gesprochen Wie wenig Deutsch auch doch donenösterreichische Kinder können, die zu Hause nur auf Deutsch sprechen.
00:28:54: Das sehe ich in der öffentlichen Debatte gar nicht.
00:28:56: Weißt du wo ich das sehe?
00:28:58: bei den Unternehmen In dem Moment, wo die nämlich von der Lehre oder wo auch immer dann dorthin kommen, dass Schulabgänger sind höre ich immer öfter.
00:29:06: Wir müssen nachqualifizieren bei den Schulabgangern aber nicht nur bei den migrantischen Kids.
00:29:11: Richtig!
00:29:11: Sofort jeder und das wird komplett ausgeblendet in der öffentlichen... Es wird komplett ausgeblendelt weil das natürlich wieder so ein politischer Schachzug ist.
00:29:20: Aber wenn man nicht in der Schule arbeitet, dann weiß man das halt nicht.
00:29:24: Wenn man da nichts forscht dann weiß man das halt nicht.
00:29:28: Und es ist ein sehr gut gehütetes Geheimnis, dass wir jetzt da gut gelüftet haben muss ich einmal sagen!
00:29:36: Weil... Ich nicht verstehe, weil der braucht so viel mehr, er braucht eigentlich gar nicht Migrationspolitik, da braucht's eigentlich was.
00:29:46: wo stehen die Kinder?
00:29:47: Wo holen wir sie ab und was brauchen sie?
00:29:50: Wie wieder?
00:29:51: Das Ziel.
00:29:52: Ja, was ist unser Ziel?
00:29:52: Was sollen die Kinder nach der vierten Klasse Vollschule können und was sollen sie nach dem Pflichtschulabschluss können um dann ansetzen?
00:29:59: Was brauchen Sie
00:29:59: dazu?".
00:30:01: Aber das zieht halt nicht so gut!
00:30:03: Weil wenn ich Sozialleistungen habe, dass Pensionsalter noch weiter verschieben möchte... Wenn ich sage, dass Kehrarbeit keine Arbeit ist und die wichtigere Hälfte der Gesellschaft, die viel mehr leistet quasi wütend macht Dann ist es auch noch unsexig zu sagen, naja, das hat nicht ... Das ist kein Migrationsproblem.
00:30:25: Sondern ein administratives Problem!
00:30:28: Dann ist er mein Sündenbock weg.
00:30:30: Ich brauche aber meinen Sündenbacken.
00:30:31: Leute sind wütend und frustriert.
00:30:34: Wohin mit diesen Emotionen?
00:30:35: Die muss ich auf irgendwem projizieren... Sicher nicht auf die Regierung, sicher nicht auf meine Politiker, sicher auch keine Mehrheitsgesellschaft.
00:30:42: Da bietet es sich doch an!
00:30:44: Dass ich geflüchtete Menschen habe, dass ich Menschen hab' die vielleicht gar nicht... die mich nicht verstehen und dass ich mit Migranten herhab', von denen einige gar keine mehr sind.
00:30:55: Also wir sind ja... Ich bin ja die ewige Fremde.
00:30:57: Ja also ich bleibe immer die fremde Person, obwohl ich weiß nicht wie lange noch?
00:31:03: Der Satche musste sechshundert Kilometer durch die Wüste laufen, um nicht mal als fremd zu gelten.
00:31:08: Weiß nicht also... Ich werde nicht laufen!
00:31:12: Ich werde NICHT laufen!
00:31:14: Sag ich mal so ganz offen!
00:31:16: Aber sollte ich vielleicht?
00:31:19: Es wird mit ein Leistung gekoppelt und ich frage mich was noch alles geleistet werden muss.
00:31:24: Was unsere Eltern alles geleisted haben für dieses Land aus Österreich steht auf migrantischen Beinen, obsetzt die Leute bejahen oder nicht.
00:31:34: Das ist dann quasi das, was du machst – die Forschung, die Statistik, die Fakten können das belegen?
00:31:40: Ja, auf welchen Beinen Österreich steht!
00:31:44: Und ich finde selbst dieser Leistungsanspruch das so ein bisschen ampivalent, weil da gibt es nämlich viele Studien dazu, die danach zeigen dass in dem Moment wo du ganz viel leiste ist und wo dir als Mensch der als migrantisch gelesen wird sozialen Aufstieg, Bildungsaufstieg alles Möglichste schaffst, dass du dann erst recht als bedrohlich wahrgenommen wirst.
00:32:03: Richtig!
00:32:03: Wenn dann bist du nämlich der Migrant, der mir den Job wegnimmt und das auch nicht gut?
00:32:07: Also sozusagen wie man es macht, machen wir's falsch, man kann es eigentlich nicht richtig machen... Es ist nicht der Job... ...das ganz perfide daran tatsächlich.
00:32:13: Es is'n nicht der job.
00:32:15: Es iis die Augenhöhe.
00:32:18: Der Job iis nicht.
00:32:20: Es Iis das Gefühl von Wir sind gleich.
00:32:23: Itiis dieses österreichische Nichtgönnenkönnen Weil ich saß vor Ein paar Monate mit meinem Mann in einem Steakhaus.
00:32:33: Und die Frau neben uns hat den Kellner zu sich geholt, warum wir da sind und ob wir nicht einen anderen Tisch bekommen können weil sie nicht neben einer Frau sitzen möchte – mit Kopftuch!
00:32:46: Das ist zwanzig sechsundzwanzig in Österreich und sie wollte nicht dass man... also nicht das sie weggesetzt wird sondern mein Mann und ich.
00:32:54: Also wir sollen weg.
00:32:57: Da habe ich zwei Sachen beobachtet, also der Kellner hatte auch offensichtlich Migrationsbiografie.
00:33:03: Das war kein Problem!
00:33:06: Der Service darf Migrations-Biografie haben... Die Bootsfrau ist seit Jahrzehnten Migration.
00:33:11: Aber meine Ärzte nicht und die Frau, die neben mir ein Stick ist, auch nicht.
00:33:16: Also das ist einmal darauf achten wo wir stehen.
00:33:21: Es ist kein Problem dass das Ausländer herkommen.
00:33:27: sicher nicht, dass sie in Sozialsysteme einzahlen mit ihrer Arbeit.
00:33:31: Das Problem ist das deren Kinder mit unseren Kindern in der Klasse sitzen.
00:33:37: und da diese Augenhöhe hergestellt wird Es ist wirklich das Problem glaube ich gar nicht so sehr die Jobs sondern die Augenhöher Und auch dieses Erhackelte weil... Ich bin Lehrerin Meine Eltern sind Arbeiter-Schicht, sind beide Schulabbrecher und haben hier nur gearbeitet.
00:34:04: Ich bin aber kein Lehrerin geworden!
00:34:06: Meine Kollegin, die... keine Ahnung, ich will jetzt keinen Namen sagen der wirklich mit mir arbeitet, ja?
00:34:12: Die Susi!
00:34:14: Ihre Mama ist Lehrerin, ihr Papa ist Lehrer.
00:34:17: Sie hatte alle Voraussetzungen, die sie gebraucht hat daheim um Lehrerinnen zu werden.
00:34:22: Ich nicht!
00:34:23: Ich hatte meinen ersten Schreibtisch mit vierzehn.
00:34:26: Ich hatte mein erstes Zimmer mit vierzehn.
00:34:28: Sie hatte das, bevor sie geboren wurde hat er sich schon in ihr eigenes Zimmer.
00:34:31: Unsere Voraussetzungen waren komplett unterschiedlich seit der Eltern, die konnten sich finanziell Nachhilfe leisten bzw haben ihr geholfen und wussten wie das Schulsystem läuft.
00:34:41: Meine Mutter in der vierten Klasse, ihre Bekannten mit älteren Kindern fragt was macht man nach der vierte Klasse?
00:34:46: Wo müssen die Kinder hin?
00:34:50: Das heißt wir teilen uns einen gemeinsamen Arbeitstisch Aber ich komme woanders her, also nicht nur ethnisch sondern auch vom dieses Erkämpfen von dieser Position.
00:35:04: Deswegen gehe ich auch anders damit um.
00:35:07: Das ist es.
00:35:07: Da finde ich zeigt sich wieder wie unglaublich unaufrichtig diese Migrationsdebatte ist.
00:35:12: weil eigentlich auf der einen Seite tun wir ja so... als wollen wir ja genau diesen Bildungsaufstieg, diesen sozialen Aufstieg den fordern wir ja ein.
00:35:20: Also Integration durch Leistung und die sollen ja irgendwie nicht nur irgendwas arbeiten sondern was gescheites damit sie ordentlich im System einzahlen.
00:35:27: Wir wollen ja und du sollst dich anstrengen und wenn du etwas einpringst dann wirst du es auch zu was bringen in diesem Land und das ist eine ganz starke Erzählung.
00:35:35: Wenn das dann einzelne machen und immer mehr machen.
00:35:38: Wir sind viele!
00:35:39: In meiner Migrationsgesellschaft leben und gerade in den jüngeren Kohorten sind's immer mehr genau diesen Aufstieg auch verzogen haben.
00:35:46: und die sind jetzt Lehrerinnen, Journalisten, ein Kulturschaffende, Managerin rechtsanwälte usw.
00:35:52: Nicht mehr die Bootsfrauen.
00:35:53: Übrigens ist es nicht abwertig.
00:35:55: Es ist natürlich eine soziale Hierarchie.
00:35:56: da können wir die Augen nicht verschließen wie das hier ist.
00:35:59: Dann wird plötzlich ein Problem und dann ist es auch nicht gut.
00:36:02: Ich kann mich dann eine Studie erinnern, die ich sehr verbannt fand, die jetzt für Deutschland festgestellt hat, dass nämlich Es waren eine repräsentative Umfrage in der deutschen Wohnbevölkerung, wo ein Drittel der Befragten gesagt haben sie hätten ein Problem damit wenn ihr vorgesetzter muslimisch ist.
00:36:21: Ja!
00:36:22: Das heißt auf der einen Seite sagen Sie Integration durch Leistung bitte tu und mach und so weiter und schaffe diesen Aufstieg und schafft Ihr Wohlstand
00:36:28: etc.,
00:36:28: etc.
00:36:29: trage was bei zu dem Land aber auch bitte nicht wie du richtig sagst auf Augenhöhe mit mir oder sogar noch über mir stehen.
00:36:37: Ja das geht gar nicht.
00:36:39: Das geht gar nichts damit zu tun.
00:36:44: Wenn ich gefragt werde, was machst du im Sommer?
00:36:46: Dann sage ich, ich fahre nach Hause und dann sind die Leute erschützt aber das ist doch dein Zuhause!
00:36:53: Ja nur wenn Du das für mich bestimmst.
00:36:55: Weil wenn ich sage, ich bin Österreicherin, werde ich dreimal gefragt, na woher kommst du wirklich?
00:37:00: Es ist dieses Fremdbestimmen, diese Fremdezeichnung über andere an die Europäer auch in Deutschsprachigen Raum sehr festhalten.
00:37:10: Ich bestimme, ich bestimme ob das jetzt dein Zuhause ist oder nicht.
00:37:13: Und es ist oft so wenn Leute was posten oder über sich sprechen und ihre Mikrobiografie dann kommt in den Kommentaren auch als Bemerkung du darfst bleiben Ja wer bist?
00:37:25: du hast dass du bestimmst wo ich bleiben darf.
00:37:31: Du bist eine von den Gruppen Du bist eine gute Weiße.
00:37:37: Das ist auch schwierig!
00:37:43: Aber das sind dann die Gespräche, in denen man sich verwickelt und ich muss sagen... Ich bin damals schon zu viel von zwanzig vor Österreich eigentlich abgeholt und war dann sieben Jahre weg.
00:37:52: Und nur um im Ausland draufzukommen?
00:37:55: Eigentlich bin ich volle Wienerinnen.
00:37:56: Eigentlich kann ich nur in Österreich auch leben.
00:37:59: und was mir wehtut ... Also meine Seele ist ja sehr vernarbt, weil es gibt Leute die können einen Cut machen.
00:38:10: Die sagen ich bin Ägypterin zum Beispiel oder Ich Bin Österreicherin und Cut!
00:38:15: Ja?
00:38:16: Also sie können abschließen, die wählen eins halt aus und fertig.
00:38:23: Das ist zwischen Wien und mir, das ist so eine einseitige Liebe.
00:38:29: Das ist so ne toxische Einseitigeliebe wo du weißt es läuft gerade gut aber ich warte darauf dass jetzt irgendwas passiert.
00:38:37: Aber es ist keine unerwiderte Liebe!
00:38:40: Das weiß ich nicht.
00:38:42: Wien kommt und also sie manchmal windet sich mich an dieser Stadt und dann kann ich hier nur verfallen.
00:38:47: und dann gibt's Tage wo ich mal denke Das ist manchmal so.
00:38:52: Ich schaue mit meinen Kindern gerne zu Unterwasserdokumentationen, und da gab es eine Beschreibung für Delfine.
00:38:58: Delfinen leben in einer Welt, in der sie nicht atmen können.
00:39:01: Und so habe ich auch das Gefühl ... Aber Sie können aber auch nicht woanders leben!
00:39:05: Und das beschreibt perfekt, weil ich hab das ... Ich hab da zugeschaut mit meinen Kinder und dachte Boah, das beschreibt ja perfekt!
00:39:13: Ja?
00:39:13: Ich kann nicht woanders leben, ich hab's versucht.
00:39:16: Ich war in vier anderen Ländern, ich habe es versucht Und ich konnte nicht.
00:39:23: Denn liegst du im Bett und vermisst Dinge, von denen du nicht gewusst hast, dass sie dir eben als aufgefallen sind?
00:39:30: Ich habe vermisst wie der Rasenricht nachdem es geregnet hat!
00:39:34: Ich hab Lobblätter vermisst – wer vermisst
00:39:36: Lobbletter?!
00:39:37: Ich hab die U-Sex vermisst!
00:39:38: Weißt du das sind dann so Sachen wo ich da sitze und warum vermisse... Ich hab Weihnachten vermisst.
00:39:44: Nämlich war Weihnachten immer entweder in Kuwait oder in Abu Dhabi Und ich hab Weihnachten vermisst.
00:39:50: Dann sitzt du dazwischen dem Palmen zu Weihnachten mit Kunstschnee und denkst, na das ist nicht das echte Ding.
00:39:58: Weißt du?
00:39:59: Da sind dann solche Sachen wo man einfach auch zu dir selbst ehrlich sein muss.
00:40:05: Ich bin eine Wienerin, ich bin Österreicherin unabhängig davon wenn es gefällt und wem nicht und ich werde auch immer Ägypterin sein.
00:40:11: und es gibt kein Mengenverhältnis.
00:40:13: Es vermischt sich ständig, es verändert sich immer Aber es ist für mich sind beide Identitäten sehr, sehr echt und sehr spürbar.
00:40:23: Ich meine ja, dass das für einen immer größeren Anteil der Bevölkerung auch Realität ist nicht?
00:40:27: Dass wir sagen, diese Binderstrich-Identitäten oder multiple Zugehörigkeiten, dann musst du dich entscheiden.
00:40:32: Oder ich mein eine Gruppe die irgendwie alle größte ist, Deutsch-Österreich.
00:40:36: Weil's halt so viel Deutsch in Österreich gibt!
00:40:38: Und dann heiraten die natürlich auch alle untereinander... Das wird überhaupt nicht problematisiert.
00:40:43: Aber sie noch zwei unterschiedliche Nationen natürlich.
00:40:46: Aber es sind andere weiße Menschen?
00:40:47: Genau, und ist wie ein anderes Anerkannt!
00:40:49: Und es ist aber gleichzeitig auch wenig Platz finde ich in der Debatte und dann natürlich im Einbürgerungsgesetzgebung sowieso nicht für diese multiplen Zugehörigkeiten dass das auch abgebildet wird.
00:40:59: und du eigentlich... Ich habe mir gedacht, wie du das so erklärt hast, es gibt manche die können einen Cut machen.
00:41:05: Ehrlicherweise werden sich die in der Welt, wie sie jetzt ist, leichter tun.
00:41:08: Weil die halt fordert das ein von denen und muss dich entscheiden.
00:41:12: Du kannst nur das eine oder das andere sein.
00:41:15: Gleichzeitig wenn du dich jetzt aktiv entscheidend angenommen hast, sagst du ich bin Österreicherin Zack Katt würden es dir viele andere trotzdem absprechen Egal, welchen Pass du hast.
00:41:25: Wie du aufgewachsen bist, egal wie du dich selber füllst sondern irgendwie gibt es da immer noch einen Prozenter der sagt also wirklich köst nicht dazu.
00:41:34: und leider finde ich ist das auch ein Diskurs geworden der immer so lohnfähiger wird weil wir sprechen jetzt schon offen darüber nicht nur irgendwelche abgelehnten Asylwerber nach was ist es derzeit um an der Sonne zu bringen?
00:41:46: Sondern auch Staatsangehörige.
00:41:49: Ich muss das Wort aussprechen.
00:41:51: Und da sind wir genau bei der Debatte.
00:41:53: und natürlich würden dann sehr viele Proponenten diese Idee, wenn sie die gegenüber sitzen sagen, ihr tue nicht mehr näher weiter bis du ähnelt bist.
00:42:02: Ja woher willst du das wissen?
00:42:03: Erstens mal nach der Straße sieht man dir deine Bildung nicht an, deine Nequenz nicht an.
00:42:07: Deine ganze Erfahrung und Biografie nicht an.
00:42:10: so das war ja auch die Erfahrung glaube ich in einem Restaurant, die sich einfach wegsetzen wollte.
00:42:15: Und das andere ist wer sagt uns dass es das allerlongt etwas ist, was bis auf Staatsangehörige ausgreift oder Leute die schon so Generationen hier sind.
00:42:23: Ich glaube das ist eine ganz... Also ich will überhaupt nicht irgendwie super alarmistisch klingen, aber mir scheint wenn ich über den Atlantik blicke und so weiter, also soweit weg ist das alles nicht, diese ganzen Diskursen können sehr rasch so mainstreamig werden einfach.
00:42:38: Ich glaub da sind sie ja schon!
00:42:40: Es wird jetzt ganz oft.
00:42:42: vor irgendwelchen Nachrichten steht dann oft als Kommentar das Wort Remigration.
00:42:48: Das ist jetzt auch Weltdokument, ich muss das aussprechen.
00:42:51: Jeder spricht es aus und jeder wartet, dass das passiert oder viele.
00:42:55: Wir wollen nicht fallgemeinern.
00:42:56: Viele warten darauf, dass es passiert – und hoffen darauf!
00:43:00: Dass es passiert.
00:43:01: Und hier muss ich sagen... Ich will nicht sagen, ich appelliere nicht an Politikerinnen und Politiker, aber es sind wir uns ehrlich.
00:43:07: Da war in den letzten zwanzig Jahren nicht viel Hoffnung.
00:43:10: Ich appellierere an die Mehrheitsgesellschafts.
00:43:14: Also ich appeliere an die Leute, die keinen Nutzen haben von den Wahlen Ein Wirklichkeit, die wirklich was bewegen können.
00:43:21: Weil du das gemeint hast mit Metropolis, ja?
00:43:24: Das sind diese Begegnungsräume, diese öffentlichen Räume wo wir halt wieder anders sitzen müssen.
00:43:27: Das sind nicht nur Restaurants Straßenbahn und Zug, U-Bahn
00:43:31: usw.,
00:43:32: da sind eben auch Schulen.
00:43:35: Ja, das sind Schulen, das in Krankenhäusern.
00:43:37: Da sind eigentlich alle öffentliche Einrichtungen.
00:43:40: Und wenn wir es schaffen dort, die Leute zu erreichen... Diese Begehnungsräumen also es sind halt Räum, aber wie können die Begegnungsräumer draus machen?
00:43:48: An die Leute appelliere ich eigentlich.
00:43:50: Also, ich muss sagen von Politikerinnen nicht nur in Österreich auch in Ägypten.
00:43:54: also wenn ich das jetzt vergleichen darf kurz bin ich einfach sehr enttäuscht beziehungsweise erwarte ich auch nichts mehr.
00:44:00: Ich erwarte jetzt nicht dass eine Politikerin ein Politiker der jetzt irgendwie drauf kommt oh Gott Rassismus ist falsch und da es dann im Wahlprogramm aufnimmt die Wahlen fühlen sich ja eigentlich mit dem Rassismus, der betrieben wird.
00:44:16: Und deswegen wird sich dahingehend nicht sehr viel verändern.
00:44:19: Deswegen ist mir das Bewusstsein ganz wichtig und es ist auch wichtig vor allem als Deutschlehrerin mit meinen Schülerinnen nicht nur auf Deutsch zu sprechen sondern auch ihnen auf deren Erstsprache zu begegnen weil ihre Augen dann glänzen!
00:44:35: Weil wenn ich jetzt zu einem Schüler im Unterricht stört und ich sage hör auf, sondern presst er nicht.
00:44:43: Auf Serbisch?
00:44:43: Und der versteht mich!
00:44:45: Dann glänzt ihn nicht so, sondern er hört dann wirklich auf.
00:44:47: Die Erstsprache, die wirkt einfach immer wirklich.
00:44:54: Das ist wie ein schweren Streich, als würde man einen Herz streicheln, egal was man sagt.
00:45:00: Das sind diese Erstsprachen.
00:45:03: Und erstens einmal fühlt das sich gesehen und zweitens weiß aber sich voll im Verlangen.
00:45:08: Das sind aber auch die Begrüßungen, das ist der Lob.
00:45:12: Ich tadele sie nicht meistens auf der Erstsprache, aber ich lerne es gerade türkisch und bosnisch gratisch-servisch, weil meine Schülerinnen diese Sprachen sprechen bzw.
00:45:20: arabisch, aber das kann ich schon!
00:45:22: Deutsch ist mir wichtig in der Deutschstunde, wenn ich sie am Gang treffe oder wenn ich Sie lobe – und ich weiß, dass sie jetzt seit zwei, drei Jahren da sind, und die bemühen sich so deutsch zu sprechen -, dann ist ein Spassierer nicht falsch.
00:45:35: Ja, dann kann ich auch einmal Danke auf Ihrer Sprache sagen.
00:45:37: Und die Kinder sehen das und die Kinder spüren es.
00:45:41: Das ist was uns fehlt!
00:45:43: Wir spülen nichts mehr.
00:45:45: Wir sehen auf unsere Geräte Menschen, die woanders massakriert werden... ...und wir scrollen weiter.
00:45:54: Damit es in dein Algorithmus drin bleibt musst du ein Herzchen draufmachen.
00:45:59: Auch bei den Femiziden will ich will ich wissen und vor weiterverfolgen, was passiert danach?
00:46:07: Aber ich muss einen Herz hinmachen, dass eine Frau umgebracht wurde.
00:46:11: Solche Sachen sind das, wo wir spüren gar nichts mehr, wir sind abgestumpft.
00:46:16: Und das ist eigentlich das, was uns fehlt!
00:46:18: Wir müssten vielmehr fühlen wieder.
00:46:21: Hast du den Eindruck, dass man im virtuellen Raum überhaupt noch sinnvolle Debatten führen kann.
00:46:29: Also du hast einiges gesagt auf Facebook, hast du dir noch die Arbeit gemacht?
00:46:32: Tschüss, Facebook!
00:46:34: Nein also debattenführen brauchst du online nicht mit irgendwelchen Fake-Accounts wo ein Hund als Profilbild und keine Ahnung.
00:46:43: komische Profilbilder, komischen Profilnahmen mache ich nicht.
00:46:47: Ich bin da mit meinem Echtnamen drinnen, ich bin da als die Person drin, in der ich bin und da verlange ich die Augenhöhe Entweder.
00:46:57: ich habe mich aber einmal mit jemandem im Café getroffen, um zu debattieren aus Instagram.
00:47:02: Wir haben zuerst online gestritten.
00:47:03: Also eine ältere Dame die unter jedem Nachrichtenbeitrag wo irgendwas mit Migration war oder auch nur entferntesten dann ganz rassistische Sachen hingeschrieben hat und dann habe ich ihr einen Kommentar hinterlasse.
00:47:21: wissen sie eigentlich dass das jetzt rein rechtlich nicht in Ordnung ist, was das kann man anzeigen.
00:47:26: Also online ist kein rechtsfreier Raum und sie hat dann ... Das kam ja nicht so nahe.
00:47:33: Sie sind aber mit ihrem echten Namen drinnen mit einem Profilbild und man kann einen Screenshot machen auch wenn sie das löschen.
00:47:39: Und es war ein Copy-Paste Geschichte also immer den selben langen Kommentar.
00:47:44: Aber sie war kein Potsch!
00:47:46: Nein, sie war echt weil ich hab' sie getroffen und dann habe ich ihnen Nachricht geschickt dass ich das vielleicht überdenken möchte, weil sie da schreiben, dass ganz gemein ist und es gibt Teenager-Innen mit Migrationsbiografie die das lesen.
00:47:59: Und wie sollen Sie sich dann in dem Land zu Hause fühlen?
00:48:02: Und diese Gesellschaft lieben und ein Teil davon sein wenn sie dann lesen, dass die älteren Leute in der Gesellschaft sowas verfassen?
00:48:10: Hat das gewirkt?
00:48:11: Ja!
00:48:11: Ich glaube schon... Wir haben uns dann getroffen mit dem Heurigen, also ich gehe nie zum Heurig.
00:48:17: Ich schaue aus wie ich auch schon und dann hat sie aber unbedingt hinwollen das war für Sie eine sichere Umgebung.
00:48:23: und dann habe ich gesagt okay dann komme ich dahin.
00:48:27: und dann haben wir uns zusammen gesetzt und diese Frau hat in ihrem Leben glaube ich noch nie einen Migranten gesehen.
00:48:32: Also ich glaub' ich war die erste braune Frau.
00:48:39: da war nix von nix.
00:48:41: Alles irgendwelche Halbnachrichten von Boulevard Zeitschriften, Zeitungen die sie gelesen hat.
00:48:49: Der Räum am Platz?
00:48:50: Genau der Räumenplatz, die Messerstichereien.
00:48:53: und der Ali hat den Mustafa zerstochen.
00:48:56: und jetzt kommen die Herren bei uns deren Krieg weiter zu führen und so weiter.
00:49:01: und ich habe sie aber einfach reden lassen.
00:49:04: Und dann hat sie mir auch am Schluss, warum sind Sie eigentlich jetzt gekommen?
00:49:10: Ich wollte sie kennenlernen.
00:49:12: Ich wollte wissen was passiert ist damit sie so eine Meinung entwickeln.
00:49:18: Rassismus ist keine Meinung, aber das war ihr glaub schon zu viel.
00:49:20: Also ich hab das schon sagen müssen.
00:49:23: Ich habe da so einen verkaufen müssen!
00:49:25: Ich bin davon ausgegangen dass sie eine ganz schreckliche Geschichte mit einer Person erlebt haben müssten mit Migrationsbiografien, damit das quasi ihre einzige Prägung ist.
00:49:39: und dann behalbe ich ihren Kommentar screenshotet durchgegangen, weil sie ist der Meinung Österreicher verlassen österreich nie und die sind immer da.
00:49:48: Und die arbeiten so viel für ein Land und das und nach Kriegszeit war ganz ganz schwierig und man hat das land aufgebaut für fremde menschen die jetzt kommen und sich alles nehmen und und dankbar sind und so weiter und sofort.
00:50:01: Sie hat mich am Schluss sogar umarmt.
00:50:03: also wir sind echt in guten auseinander gegangen und ich habe ja dann nicht meine sicht erklärt als Minerva sondern einfach was was ihre Einstellung bewirkt, wenn das alle machen würden.
00:50:19: Ich fand es war ein ganz tolles Gespräch und sie hat mich dann umarmt.
00:50:23: Wir treffen uns einmal jährlich.
00:50:25: Also einmal im Jahr treffen wir uns!
00:50:33: Wir haben uns vor vier Jahren getroffen in Heuringen Und für mich persönlich habe ich das nicht bereut dass ich sie getroffen habe.
00:50:44: Wir versuchen, sie immer so einmaljährlich uns zu treffen, immer beim selben Heurigen und ... Und ich mag dieses Gespräch!
00:50:53: Also ich mag diese Begegnungen aber werden wir sich mit jedem treffen, die einen Kommentar spalten.
00:50:58: Blödsinn... Ich glaube Sie war davon überrascht, daß ich nicht geschimpft hab.
00:51:04: In einer solchen Achtung was Sie da schreiben das ist rechtlichtig, es hat das net gut aus wie sie.
00:51:10: Das kann jemand zur Anzeige bringen Und ich glaube wirklich, dass sie einfach gespürt hat.
00:51:16: Die will mir nichts Böses und die will nicht streiten!
00:51:19: Aber da ist auch Raum für Faktum gewesen und kommt mir vor, oder?
00:51:22: Ich denke in dem Gespräch wirst du ja manche Annahmen von ihr zum Beispiel wert dieses Land aufgebaut.
00:51:27: nur wie Österreicher.
00:51:28: Kann ich mir vorstellen was mir als erstes immer begleitet ist.
00:51:30: als Wissenschaftlerin würde ich sagen wir haben momentan mal ab den spitten sechzigern waren das viele Gastarbeiter und die gar nix funktioniert hätte und die Ringstrasse noch viel länger.
00:51:39: davor würde auch nicht stehen.
00:51:41: so Das ist zum Beispiel ein ganz konkretes Faktum, wo ich jetzt – und das gibt mir Hoffnung was du wieder schiedelst – dass eigentlich natürlich immer über die Emotionen, die mal die Tür öffnen müssen.
00:51:52: Und du bist ja wieder in deiner bekannt positiven Art und Weise gegenübergetreten damit da überhaupt eine Empfangsbereitschaft davor für diese Fakten.
00:52:01: Dann aber tatsächlich glaube ich schon man auch mit Argumenten, mit Zahlen, mit Informationen, mit diesem altmodischen Wort Aufklärung doch noch was bewirken kann.
00:52:12: Weil das ist ja auch manchmal so eine Annahme, dass man sagt, das ist alles komplett normal und es bringt sich gar nichts mehr Fakten, was ihr zu argumentieren.
00:52:18: Was ich nicht glaube?
00:52:19: Ich glaube, man muss es gut verknüpfen mit einem emotionalen Eben.
00:52:23: Ja!
00:52:23: Weil sonst nicht ankommt.
00:52:28: Das kann sehr wahr sein.
00:52:29: Ich habe mich in dem Moment als ich mich mit ihr getroffen habe, weil ich mich wieder an diesen Professor erinnert... Ich habe ihre wissenschaftlichen Arbeiten gelesen, das wird nichts.
00:52:45: In die Forschung brauchen sie nicht zu gehen!
00:52:47: Aber ich glaube, dass sie das alles weiß.
00:52:52: Wenn so eine Diskrepanz entsteht und du versuchst dich aber trotzdem in deiner Meinung zu bestätigen, dann helfen diese Fakten-Geschichten nicht viel weil man kann sich alles schön argumentieren.
00:53:06: Ich habe ja so gerne Gespräche mit Leuten, gibt es einen Gott?
00:53:09: Gibt's keinen.
00:53:10: Und in Wirklichkeit kannst du dir alles schön argumentieren woran du halt glaubst oder nicht weil ein Glaube oder ein Nicht-Glaube das lässt dich nicht argumentieren.
00:53:17: Das ist ein Gefühl und das ist dann wieder was anderes.
00:53:21: wenn jemand nicht glaubt, dann glaubt jemand nicht.
00:53:23: und wenn jemand glaubt dann glaubte jemand.
00:53:26: Das lässt sich halt nicht... Es gibt immer Fakten.
00:53:31: Und hier ist es dann halt wichtig, na was fühlst du?
00:53:36: Ja und das ist dann wichtig.
00:53:37: Und ich war an dem Tag am ersten, bei unserem ersten Treffen, war mir wichtig dass sie spricht weil sie kommt ja schon mit der Mai, mit dem Glauben die will mich jetzt überzeugen oder sie bestätigt mich.
00:53:52: Also das ist so ein fünfte Fifte!
00:53:55: Ich wollte eigentlich nur zuhören wenn ich auch wüsste, wer sind diese Leute die sowas schreiben, ohne darüber nachzudenken wo das ankommt.
00:54:06: Mir ist es ja auch wichtig so zu erforschen auf meine Art und Weise um damit Fakten zu kommen.
00:54:13: manche streiten also du kennst sie selber auch.
00:54:17: Dein Fakt ist so viel wert wie meine Meinung.
00:54:20: Also schön dass du Fakte da erforscht hast.
00:54:23: jahrelang braucht man nicht weil meine Meinung ist das und mit solchen Menschen reden wir ja auch ganz oft.
00:54:30: was machst du dann?
00:54:31: Weil du kannst mit einem wahnsinnigen, nicht faktend passiert sprechen.
00:54:37: Aber würdest du sagen – weil ich würde das so ein bisschen herauslesen aus dem was du jetzt geschiedelt hast – dass sich der Wert eines guten, eines gelungenen, sage ich mal konstruktiven Gesprächs worüber auch immer aber und dann auch über Migration gar nicht darin bemisst, dass du jetzt dein Gegenüber überzeugt hast oder umdreht hast.
00:54:57: Oder das die jetzt nach Hause geht und bei der nächsten Nationalratswahl nicht blau wählt sondern irgendwas anders?
00:55:01: Oder vielleicht ganz weiß ich nicht grün oder kapöe... Sondern allein durch die Art und Weise wie wir miteinander eine Beziehungsebene gefunden hat, weil die habt ihr ja gefunden.
00:55:12: Ganz eindeutig!
00:55:13: Dass man sozusagen vielleicht auch die Ansprüche an den Sellbau dann das was ein einzelnes Gespräch, eine einzelne Begegnung oder vielleicht mehrere hintereinander leisten können da ein bisschen runterschrauben muss was aber nicht bedeutet dass es Sinn und Zwecklos war.
00:55:28: gegenteil wenn ich empfinde so dass du das sehr wertvoll wahrgenommen hast und deshalb auch weiterhin diesen Austausch.
00:55:34: Ich mein sporadisch natürlich habe den noch suchst Weil das ist, glaube ich, etwas was manchmal auch ein wenig hoch angesetzt ist.
00:55:41: Wenn man meint, ich so zu sagen trete jetzt den Austausch deshalb damit dich dann pöa-pö einen Wähler nach dem anderen quasi von rechts außen zurück gewinnt.
00:55:50: Das ist mal sehr hoher Anspruch, glaube Ich der frustrieren kann und wird.
00:55:55: Und umgekehrt meine ich aber schon dass dass es einen Wert an sich gibt, im Austausch bleiben.
00:56:03: Im Miteinander in der Resonanz bleiben.
00:56:04: Dass wir überhaupt noch miteinander reden können und von mir aus gehen beide aus dem Gespräch auseinander mit der Wahrnehmung gut let's agree to disagree okay aber wir haben es geschafft, sechzig Minuten oder wie lange auch immer mitteinandem Austausch zu sein ohne uns den Schädel einzuhauen und wir sind einander als Menschen begegnet.
00:56:24: also ich habe nie das Ziel gehabt Menschen zu verändern, nur weil ich eine andere Sicht auf die Welt habe bzw.
00:56:34: denen meine Meinung irgendwie überzustülpen und ich glaube das ist ein großer Punkt warum die Gespräche dann auch... immer gelingen beziehungsweise warum die Person, die Formel sitzt sich dann auch gesehen und gehört fühlt.
00:56:48: Und dann entwickelt sich das Gespräch ja ganz von selbst.
00:56:51: Ja also es war nie ein Ziel irgendwie von irgendwas zu überzeugen weil am Ende des Tages und das habe ich jetzt in den letzten Jahren geschafft mir die Verantwortung für die Taten anderer nicht selbst zuzuschreiben.
00:57:05: Also welche Person welche Partei wählt oder welche Person wen hast.
00:57:11: Oder wenn eine Person sich, also wenn nach einem Treffen mit mir eine Person meint, na jetzt sind alle will ich spreche auch irgendwo unfreiwillig für alle Muslime nennen?
00:57:19: Das ist dann erst Madison Frech die muslimischen Frauen ja weil du es verdient hast!
00:57:25: Also dann ist das halt so.
00:57:27: aber es gibt doch andere Seiten an mir und man kriegt halt die, die man verdient.
00:57:32: Ich seh's nicht mehr ein wie's mein Papa so schön immer sagt mich mir auf den Kopf schäsen zu lassen.
00:57:38: Das mache ich nicht mehr, weil das habe ich jahrelang gemacht.
00:57:43: vor allem seitdem ich angefangen habe einen Hitchup, einen Kopf durchzutragen.
00:57:47: War es mir wichtig nicht auf Arabisch in der Öffentlichkeit zu sprechen, leise zu sprechen wenn überhaupt deutschsprachige Bücher in den Öffis zu lesen damit man das quasi miteinander verbindet mich nicht viel so dunkel anzuziehen damit keiner Angst von mir kriegt.
00:58:00: also ich muss ja ganz viele Sachen denken bevor ich überhaupt meine Wohnung verlasse und irgendetwas an mir muss ich tragen was irgendwie suggeriert Ich komme in Frieden!
00:58:10: Also ist auch ganz ganz wichtig Und wenn ich wütend werde, wenn ich beleidigt werde muss ich das schlucken damit nicht als die unhöfliche Wütende nur Frau.
00:58:21: Die wahrscheinlich gerade ihre Tage hat.
00:58:23: Sondern auch noch muslimische sichtbar muslimischen Frauen dastehen.
00:58:27: Ich habe das vor circa zehn Jahren über Bord geworfen.
00:58:30: jetzt kriegt ihr ja was was da ist.
00:58:32: sozusagen also so wie ich mich fühle und ich finde es toll.
00:58:36: wer ist in meinem Publikum?
00:58:38: Meine Kinder, meine Schülerinnen sind für mich auch wie meine Kinder.
00:58:42: Und das sind die, die mich sehen!
00:58:44: Das sind die die neunzig Prozent der Zeit mit mir zu tun haben.
00:58:46: Sie sehen dass eine kopfturchtragende Frau Deutschlehrerin ist.
00:58:49: sie sehen da sie Bücher veröffentlicht hat.
00:58:50: sie sehen dass sie mehrmals ihre Karriere gewechselt haben.
00:58:53: sie sehen, dass man mit ihr Gespräche führen kann Dass man mit dir lachen kann, dass sie Fehler macht, dass sich entschuldigen kann.
00:59:00: Das sind meine Zielgruppe.
00:59:02: Meine Ziel-Generation und meine Ziel-Gruppe sind diese Menschen, das ist jetzt nicht mehr Uschi und Hans-Peter die über sechzig sind und auf die Remigration hoffen damit sie was ihnen noch fehlt, dass sie die Remigration anderer brauchen.
00:59:18: aber das ist nicht mehr mein Spielwieser.
00:59:21: Mein Spielwiese ist die Schule und da stecke ich meine ganze Energie rein und das ist großartig weil dann kommt auch etwas zurück.
00:59:30: Gibt es ein Gespräch, das du gerne noch führen würdest?
00:59:32: Dass du noch nicht fühlen konntest.
00:59:34: Entweder mit einer konkreten Person oder auch mit Repräsentanten einer bestimmten Gruppe oder Zugehörigkeit.
00:59:41: Das war für mich die schwierigste Frage!
00:59:44: Weil sie sind alle schon tot!
00:59:46: Ah, der wird jetzt gemalt!
00:59:49: Okay dann, mit welcher Person?
00:59:51: Die ist nicht mehr unter uns weilt.
00:59:54: Würdest du gerne... Du musst kein Streikgespräch sein.
00:59:56: Es ist so, oh nein!
00:59:59: Nein!
01:00:00: Romy Schneider, Prinzessin Diana.
01:00:03: Sie ist interessant weil die steht ja irgendwo für das... ...für die Quintessenz Österreichs mit ihrer Sissi verkörbar.
01:00:08: Ja aber man hat sie zerfetzt bevor sie gestorben ist in den Medien als Frau, als Mutter, als Österreichserin, als Deutsche... Entschuldigung!
01:00:16: Als Deutsche als alles und erst sie musste sterben damit ein Preis nachher benannt wird.
01:00:21: Solche Sachen sind also nicht.
01:00:24: was es mit ihr gemacht hat haben wir ja erlebt, haben wir gesehen?
01:00:27: Also nicht mehr dieses, was es mit einem Menschen macht.
01:00:31: Was das mit einer Menschengruppe machen kann wenn sie immer am Pranger steht.
01:00:38: Also und von den Lebenden.
01:00:40: doch Es gibt noch eine lebende Person Marlene Engelhorn.
01:00:43: Ich bin ein großer Fan also weil das ist eigentlich die Österreicherin der es schreißegal sein kann was Remigration, Rassismus Genozide, what?
01:00:54: Die Frau könnte sich eine Insel kaufen um dort machen was auch immer diese dort macht.
01:00:59: Sie ist weder betroffen von Rassismus, noch ist das Migrationsthema irgendwie in ihrem Umfeld ein Thema und dennoch spendet sie dieses Vieles von diesem Geld nicht nur sondern setzt sich halt auch noch ein für Dinge die sie null betreffen als Person aber anscheinend hundertprozentig betreffend als Mensch.
01:01:23: Und wenn wir alle so wären, ich glaube da würde es keine Kriege geben.
01:01:28: Da würden ganz viele ganz schlechte Sachen das jetzt gibt die wir jetzt auch miteinander besprochen haben wird einfach nicht geben.
01:01:34: Wenn jeder Mensch sein Bewusstsein hätte wo Geld hingehört wer zur Rechenschaft getogen gehört und wie wir mit menschlich auf der menschlichen Ebene einfach miteinander leben sollten Und wo die Aufmerksamkeit hingehen muss, eigentlich.
01:01:51: Richtig!
01:01:52: Dort, wo sie leider sehr häufig ist und auch sind.
01:01:56: Liebe Minerva vielen lieben Dank für dieses sehr schöne Gespräch das wir geführt haben.
01:02:01: es war kein Streitgespräch aber ich glaube es waren ein fassettenreiches Gespräch.
01:02:06: Ich danke dir, ich glaub du hast uns sehr viel mitgegeben zu dieser Frage, wie wir den Anders über Migration sprechen können und warum sich es manchmal lohnt auch mit jenen zu sprechen die so gar nicht unserer Meinung sind.
01:02:17: Weil das mir kommt vor auch in gewisser Lustgewinn sogar sein kann wenn man so bei deiner guten Neugier in die Sache hineingeht dann kann das für beide Seiten auch spannend sein.
01:02:26: ich wünsche dir alles Gute weiterhin für deine Arbeit und ich bedanke mich sehr herzlich dass du heute mein Gast war.
01:02:31: vielen Dank Danke und auch danke für deine Arbeit, weil auch du könntest dich mit anderen Dingen beschäftigen.
01:02:38: Jetzt ist spät!
01:02:39: Aber auch du setzt dich für das Gute in Menschen ein damit wir miteinander reden können.
01:02:45: Das ist nicht selbstverständlich.
01:02:47: Also danke.
01:02:49: Und bei euch sage ich auch danke dass ihr bei diesem Staffelauftakt dabei wart.
01:02:53: Ich freue mich wenn ihr in der nächsten Folge wieder rein hört.
01:02:55: Bei Aufnahme bereit.
01:02:56: Tschüss und Papa Vielen Dank fürs Zuhören.
01:03:05: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert Aufnahme bereit auf Spotify oder allen anderen gängigen Podcast-Plattformen.
01:03:12: Und folgt Judith Kohlenberger und der Chefredaktion auf ihren Social Media Kanälen!
01:03:17: Fragen, Anregungen und Beschwerden an.
01:03:19: Aufnahmebereit at wu.ac.at.
01:03:24: Alle Infos findet ihr auch in den Shownotes Bis zum nächsten Mal der MR-Sieben, der Stadt Wien.
01:03:43: Dann kann die KooperationspartnerInnen von Die Chefredaktion und der Podcastwerkstatt.
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