#88 Migrationsjahrestagung: Haben wir versagt? Wachsende Distanz zw. Migrationsforschung und politisch-medialer Debatte
Shownotes
Live-Aufzeichnung der 9. Österreichischen Migrationsjahrestagung: “Haben wir versagt? Zur wachsenden Distanz zwischen Migrationsforschung und politisch-medialer Debatte”
Wie anders und konstruktiv über Migration gesprochen werden kann, beschäftigt auch die Wissenschaft. Bei der 9. Jahrestagung der österreichischen Migrationsforschung an der Universität Wien, organisiert von der Themenplattform Migration an der ÖAW, fand deshalb ein öffentlicher Roundtable zur Frage des Gelingens und Scheiterns der Migrationsdebatte statt. Warum geht die Kluft zwischen dem empirisch gesicherten Wissen der Migrationsforschung und der Migrationspolitik und -debatte immer weiter auf? Ein hochkarätig besetztes Podium mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Medien und Verwaltung liefert Antworten.
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00:00:05: Herzlich willkommen bei Aufnahme Bereit, dem Podcast für Ankommende und Aufnehmende in der modernen Migrationsgesellschaft.
00:00:12: Sie hören diese Episode nicht nur auf den Podcast-Playern ihrer Wahl sondern auch auf Radio Orange.
00:00:29: Mein Name ist Yuri Kuhlenberger und in der heutigen Folge bringen wir euch einen Live-Mitschnitt von der neunten Jahrestagung der österreichischen Migrationsforschung an der Universität Wien, organisiert von der Themenplattform Migration der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
00:00:49: Denn wie man konstruktiv und gestaltend statt abschreckend über Migration sprechen kann – das ist auch eine Frage die die Wissenschaft beschäftigt!
00:00:58: In einer öffentlichen Diskussionsrunde im Rahmen der Konferenz wurde deshalb das Gelingen und Scheitern, der aktuellen Migrationsdebatte diskutiert.
00:01:07: Warum geht die Gluf zwischen dem empirisch gesicherten Wissen der Migrationsforschung auf der einen Seite und der Migrationspolitik und Debatte auf der anderen immer weiter auf?
00:01:18: Ihr hört nun die Antworten, die ein hochkarätig besetztes Podium mit Vertreterinnen aus Wissenschaft, Medien- und Verwaltung darauf gegeben haben – viel Spaß bei der Folge!
00:01:29: Und es freut mich sehr, Sie alle zum Abschlusspodium des ersten Abends der neunten Jahrestagung der österreichischen Migrationsforschung begrüßen zu dürfen.
00:01:39: Zu einem Thema das wahrscheinlich aktueller gar nicht sein könnte nämlich die Relevanz der Migrations-Forschung Die Frage nach der relevansteigenen Forschung die stellen sich viele andere Disziplinen wohl auch.
00:01:52: dennoch aber wird gerade in unserer Disziplin vielfach zum Ausdruck gebracht dass da eine größer werde eine Diskrepanz sei.
00:02:01: Eine aufsteigende Kuf zwischen den empirischen Erkenntnissen der Migrationsforschung auf der einen Seite, teilweise auch den durchaus differenzierten Einstellungen der Bevölkerung zur Migration wenn man großen Umfragedaten wie EVS, WVS und auch Eurostat Glauben schenken mag.
00:02:19: Und auf der anderen Seite einen unglaublich aufgeladenen öffentlichen Diskurs zur Migration und einer immer deutlicher auf Abschottung- und Abstreckungs setzenden Migrations- und Asylpolitik.
00:02:32: Diese von vielen wahrgenommene größere Kluft war Ausgangspunkt für die heutige Podiumsrunde, der eine bewusst provokant formulierte Frage voran steht.
00:02:46: Haben wir versagt?
00:02:48: Und diese Frage, die bedarf eigentlich gleich einer Folgefrage.
00:02:52: Nämlich wer ist dieses Wir eigentlich?
00:02:56: Sind das wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern?
00:02:59: Sind es wir als Bürgerinnen und Bürger?
00:03:02: sind es vielleicht auch dass wir in den Medien in der Verwaltung, in der Politik und glücklicherweise haben wir heute auf diesem Podium aus allen gesellschaftlichen Teilbereichen, Repräsentantinnen hier und können diese und weitere Fragen gemeinsam erörtern.
00:03:19: Wir wollen heute über Erfolge um auch vielleicht Fehler, Leerstellen Auslassungen lücken in der Migrationsforschung im deutschsprachigen Raum sprechen ihr Verhältnis zu Politik zur Öffentlichkeit und Verwaltung beleuchtner das sich wandelnde Bild eines multidisimilären Feldes auch in Angesichts großer geopolitischer, ökologischer und ökonomischer Transformationen hinterfragen.
00:03:46: Und dabei auch das insgesamt steigende Misstrauen in Wissenschaft und Forschung thematisieren, dass die Migrationsforschung meine ich im besonderer Weise trifft!
00:03:56: Mein Name ist Judith Kohlenberger, ich leite das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung & Management an der Wirtschaftsuniversität Wien.
00:04:04: Und ich freue mich sehr dieses hochkarätig besetzte Podium heute moderieren zu dürfen!
00:04:10: Ich darf damit beginnen, Ihnen die Teilnehmenden ganz kurz vorzustellen und dann starten wir auch schon in die Eingangsrunde.
00:04:17: Ich beginn gleich hier zu meiner linken Rainer Bauböckis Politikwissenschaftler.
00:04:22: Er war lange Zeit am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig, erforscht zur demokratischer Staatsbürgerschaft europäischer Integration und Migration Und er war auch Co-Direktor des Projekts Global Seedt Das ist eine Beobachtungsstelle zur Staatsbürgerschaft zum Balllechtsfragen.
00:04:38: Herzlich Willkommen, Lieber Rainer!
00:04:41: Ich darf weitergehen aus der Wissenschaft ebenfalls mit Gesiebershorte hier, sie ist Kulturwissenschaftlerin und Migrationsforscherin an der ÖAW.
00:04:48: Sie ist Mitglied im Executive Board und Chair des Board of Directors bei MISCO Und darüber wird sie auch noch berichten.
00:04:55: du gibst gemeinsam die Reihe Migration und heraus und hast dazu eine eigene Publikation verfasst.
00:05:01: Soll Mats Kors an die Journalistin, Podcasterin, Moderatorin, Buchautorin Master in internationalen Beziehungen von der John Hopkins University und wir alle hier sind mit ihren perfekten Assists zur österreichischen Innenpolitik vertraut.
00:05:16: aber sie hat ein wesentlich weich weiteres Spektrum.
00:05:19: Zum Beispiel Reportagen aus Weißrussland sind mir in Erinnerung oder auch Wahlberichterstattungen aus dem Iran.
00:05:26: Und sie wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit den Wiener Journalistinnenpreis.
00:05:31: Markus Engler ist heute aus Deutschland zu Gast.
00:05:34: Er forscht am Dezim-Institut in Berlin und er beschäftigt sich seit vielen, vielen Jahren mit Fragen der Integration und Migration aber auch generell politische Entwicklung Politikfeldern.
00:05:48: Er ist nicht in Deutschland tätig, sondern immer auch eine wichtige Stimme was die europäische Migrationspolitik betrifft und er war unter anderem auch schon für den Sachverständigenrat GZ oder UNHCR tätig.
00:06:02: Und last but not least und für uns eine sehr, sehr wichtige Perspektive aus der öffentlichen Verwaltung.
00:06:07: darf ich Sektionschef Peter Webinger bei uns begrüßen.
00:06:10: Vielen Dank fürs kommen!
00:06:11: Er leitet die Sektion Fünf Migration und Internationales im österreichischen Innenministerium.
00:06:17: zu seinen Aufgaben zählen Die Angelegenheiten der gesamtstaatlichen Migrationsstrategie, die Analyse externer und intern Entwicklungen und Strategien und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung im Zusammenhang mit Migration.
00:06:31: All das wird uns heute interessieren.
00:06:34: Liebe Rainer, ich darf gleich mit dir beginnen.
00:06:36: einerseits weil du bequemerweise zu meiner Linken gleich sitzt und andererseits, weil du hier auf dem Podium jener bist der wahrscheinlich schon am längsten Verspannungsverhältnis zwischen Migrationsforschung, Politikverwaltung, Medienöffentlichkeit beobachten konntest.
00:06:51: Und deshalb stelle ich dir eine bewusst sehr offen formulierte Frage, weil uns deine Expertise und deine Perspektive hier sehr interessiert.
00:06:59: Wo ortest du die mit untergrößte Kluft?
00:07:02: Wo orteste Ursachen für diese Luft?
00:07:04: umgibt es vielleicht auch etwas was du uns gleich in der ersten Runde an positiven dann doch mitgeben kannst wo diese Luft überprückt wurde oder wo es erfolgreiche Kooperationen gab.
00:07:14: Wir müssen uns übrigens am Podium ein einziges Mikro teilen, ich entschuldige mich also für gewisse Verzögerungen die da drin stehen.
00:07:23: Ja vielen Dank Judith!
00:07:25: Für die Einladung und für die Spannenden aber auch ziemlich großen Fragen.
00:07:30: Ich fange vielleicht mit etwas an was man hoffentlich in diesen Hallen darf, nämlich tote deutsche Gesellschaftstheoretiker zu zitieren Niklas Luhmann und Jürgen Habermas.
00:07:42: Die haben nämlich etwas Interessantes gesagt oder nachgedacht über das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik.
00:07:50: also wenn man sich mit Niklas Luhmann beschäftigt dann ist es eine ziemlich hoffnungslose Sache weil Wissenschaft und Politik sind autonome gesellschaftliche Subsysteme die über unterschiedliche Dinge kommunizieren.
00:08:04: in der Politik zur Macht, in der Wissenschaft geht es um Wahrheit.
00:08:08: Was ist richtig und was ist falsch?
00:08:10: Und diese Systeme können einander in gewisser Weise irritieren aber sie können nicht wirklich miteinander kommunizierend weil Sie eben unterschiedlich gepolt sind und auch unterschiedliche Ziele hinarbeiten.
00:08:24: Das ist eine bestürzende Diagnose und dann könnte man eigentlich schon aufhören zu diskutieren wenn das so wäre.
00:08:31: Ich glaube aber, dass es wichtig ist das im Kopf zu behalten.
00:08:34: Dass sozusagen die Brücke nicht wirklich völlig abgelöst werden kann.
00:08:39: Man braucht Brücken und man kann den Gaben nicht zuschütten weil die Logiken dieser Systeme einfach ziemlich unterschiedlich sind.
00:08:47: Die Politik verwendet daher wissenschaftliche Erkenntnisse grundsätzlich um indem sie fragt was davon kann ich brauchen?
00:08:55: Weil es meinen vorgegeben politischen Positionen entspricht oder weil's mir hilft Ämter oder Wähler und Wählerinnen zu gewinnen.
00:09:04: Und das ist aus der Sicht der Politik legitim, es wäre naiv, dass in Frage zustimmen.
00:09:08: Für die Wissenschaft geht's dagegen eher um andere Fragen.
00:09:12: Die erste Frage, die Wissenschaftlerinnen immer im Hinterkopf haben, ist wenn sie über die Politik als Adressat nachdenken wie kann ich ausreichende Mittel für meine Forschung sichern?
00:09:24: Und in zweiter Linie geht es dann vielleicht um die Frage... Wie kann ich auch die Politik erklären, als sie sich also Objekt betrachten?
00:09:33: und wie kann ich verstehen?
00:09:35: Warum Sie mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen so schludrig umgeht und die beiseite wisst oder ignoriert.
00:09:41: Also die Wissenschaft hat ja auch die Aufgabe zu verstehen und nicht dazu beeinflussen.
00:09:47: Das ist also die negative Diagnose und die führt mich zu einer Schon-Schlussfolgerung.
00:09:53: Die wissenschaftliche Beratung von Politik gerade im Feld der Migrationsforschung halte ich für sehr problematisch weil sie sozusagen diese Diskrepanz irgendwie versucht zu überspielen in einem strukturell sehr asymmetrischen Verhältnis und ohne sich bewusst zu sein, dass man diese unterschiedlichen Logik nicht so unter den Hut bringen kann.
00:10:13: Dass die Politik jetzt wirklich der Politik, das die Wissenschaft der Politik direkt sagen kann was sie tun soll.
00:10:21: Das ist die erste negative Diagnose.
00:10:23: Jetzt komme ich zum Jürgen Habermas und da schaut es ein bisschen anders aus Die Jürgen Habermas hat darauf hingewiesen, dass es in demokratischen Gesellschaften eine öffentliche Sphäre gibt.
00:10:34: In dieser öffentlichen Sphärie betätigen sich sowohl die Politik als auch die Wissenschaft.
00:10:39: Da wird das so zu sagen mediatisiert und zwar vor allem durch die Medien.
00:10:44: Beide Politik- und Wissenschaft kommunizieren nicht.
00:10:47: Medien bei der Wissenschaft bis des Desserts mischen.
00:10:49: wir müssen mitteilen was wir erforscht haben um uns auch zu legitimieren warum wir diese Forschungsgelder und mit und für die Unis bekommen.
00:10:58: Aber, was ist da jetzt die problematische Diagnose dieser Öffentlichkeit vor unseren Augen?
00:11:05: Jetzt steht ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit, denn da haben wir etwas nicht vorausgesehen hat und die gestürzt sind in jeder Hinsicht bei den Öffentlichkeiten dabei sich zu zersetzen das Herz zu tun mit sozialen Medien, mit dem Algorithmen durch diese gesteuert sind mit der Möglichkeit, durch die KI öffentliche Meinungen ungeahnterweise zu beähenflussen und natürlich auch mit dem Angriff auf die Unabhängigkeit und die Ausstattung von öffentlich-rechtlichen Medien.
00:11:34: Das Ergebnis ist, dass es in der Öffentlichkeit immer mehr subjektive und gefühlte Wahrheiten gibt statt de Auseinandersetzung darüber was sind die Fakten?
00:11:43: Und was sind the Argumente, mit denen ich andere vielleicht auch überzeugen kann?
00:11:49: Für die politischen Parteien entsteht da ein Anreiz, ihre Macht durch populistische Politik auszubauen und Wählerinnenstimmen durch ignorierende Wissenschaft oder durch Angriffe auf die Wissenschaft zu optimieren.
00:12:01: Und das ist eben nirgendswo so deutlich wie bei Migrationsthema.
00:12:05: also um den Steffen Maurern seine Koautoren zu zitieren.
00:12:09: Migration ist sozusagen ein ideales Trigger-Thema in der Politik.
00:12:14: Es ist nicht so dass die Polarisierung zu dem Thema schon vor allem da ist geschwäge den Garten, dass sie durch das Ausmaß der Zuwanderung erklärt werden kann.
00:12:24: Aber Migration dadurch, dass die Nationalstadt den Anspruch hat, sich zu steuern und zu regulieren, eignet sich optimalerweise dafür um Polarisierung herbeizuführen durch so ein politische Unternehmer.
00:12:40: Und das führt auch für die Wissenschaft einen Terror auf dem es sich sehr schlecht bewegen kann.
00:12:47: wir dafür nicht ausgebildet worden sind.
00:12:50: Und der einen ziehen sich zurück in eine widerständige kritische Migrationsfaschung und die anderen versuchen dann auch irgendwie, die Argumente einzubringen im Diskurs aber die Hoffnung da groß zu realisieren ist sehr gering.
00:13:03: Ich könnte jetzt noch etwas sagen zu meinen persönlichen Erfahrungen Erfolge und Misserfolge.
00:13:08: aber vielleicht habe ich schon zwar angerät und ich schau dir Judith an Eine Erfahrung, also meine persönliche Erfahrung.
00:13:17: Am besten konnte ich mit Politik kommunizieren wenn es um internationale Organisationen geht.
00:13:22: Also der Europarateuropäische Kommission des Europa-Parlamentes gab's Forschungsaufträge.
00:13:27: die konnten gut kommuniziert werden.
00:13:28: Da war nicht das Gebranz Kleiner.
00:13:30: warum?
00:13:31: Weil die so gepolt sind dass die Migration sowie auch als ein genuin transnationales Phänomen verstehen dass man aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten muss und nicht ausschließlich aus der Perspektive des Einwanderungslandes.
00:13:45: Schwieriger wurde es, wenn ich mich in die österreichische Innenpolitik versuche dabei einzubischen.
00:13:49: Ich erzähle vielleicht abschließend eine kleine Anekdote.
00:13:52: Ich war einmal eingeladen als Experte im Ausschuss des Nationalrats zur Beratung einer der vielen Reformen des Staatsbürgerschaftsgesetzes.
00:14:00: Ich glaube das war ein Vortrag gehalten und Daten hergezeigt, dass Österreich drohte Schlusslicht in Europa zu werden, weil die der Zukunft zur Staatsbürgerschaft so restriktiv ist.
00:14:12: Nach meinem Vortrag ist die Abgeordnete der FPÖ zu mir hergekommen und hat mir wirklich herzlich gratuliert und gesagt genau dort holen wir hin!
00:14:21: Und sie haben uns gezeigt dass wir schon auf einen guten Weg da sind.
00:14:24: Also das ist eine.
00:14:26: Fakten alleine entscheiden noch nicht darüber was politisch gehünscht wird und wünschter ist.
00:14:35: Vielen Dank, Rainer für diesen Auftakt.
00:14:36: Ich glaube du hast da ganz viele wichtige Punkte schon angesprochen die wir hoffentlich heute im Podium noch vertiefen können nämlich weit über die konkrete inhaltliche Auseinandersetzung hinaus.
00:14:46: richtigerweise die Fakten sind.
00:14:48: das eine oder andere ist aber auch was erstens mal emotional und effektiv verfängt aber auch etwas dann überhaupt den Weg in diese sich immer weiter zersetzende Öffentlichkeit findet wo wir wissen dass ja das was wir als Mainstream oder etablierte Medien bezeichnen von einer leider wachsenden Bevölkerungsgruppe als Systemmedien verunglimpft werden und dort überhaupt nicht mehr hingeschaut wird.
00:15:09: Und das macht es umso schwieriger natürlich auch über, sozusagen gewisse eigene Blasen hinauszuwirken oder tatsächlich in einem kritischen Zugang dann neue Öffentlichkeiten sich zu erschließen.
00:15:21: Also einerseits vielleicht mehr Möglichkeiten, aber damit auch viel viel mehr Risiken wieder mit verbunden sind in der Kommunikation.
00:15:28: Ich bin noch nicht ganz so lange dabei wie du, weil ich kann diesen Eindruck sehr gut teilen und habe auch das Gefühl gewonnen dass tatsächlich die Kommunikations- europäischen oder internationalen Themen auch in Verbindung mit den entsprechenden Institutionen manchmal dann doch besser gelingt als eine Nabelschau, die viel viel häufiger von massiven politischen Teilens auch parteipolitisch Interessen überlagert wird und wo man auch, und vielleicht können wir auch das heute besprechen Gefahr läuft, instrumentalisiert zu werden.
00:15:56: als Migrationsforscher in der Öffentlichkeit.
00:15:59: Auch wenn man noch so sehr darauf achtet, dass das nicht passiert ist gleich das Stichwort.
00:16:03: und ich möchte die zweite Wissenschaftlerin am Podium jetzt ins Gespräch holen Wiebke du arbeitest ja auch zu einem Buch oder hast einen Buch gearbeitet?
00:16:10: Dass sich mit der Entwicklung der österreichischen Migrations Forschung sehr intensiv auseinandersetzt und bist gleichzeitig auch als Co-Leiter in der Themenplattform Migration Und da sind wir heute im Vormittag einen Workshop gemeinsam erörtert eines zu etablierenden Mediendienst Migration sehr aktiv.
00:16:27: Das heißt, das ist etwas, was dich aus deiner Forschung heraus beschäftigt und ich vermute aber dennoch dass du in ähnlicher Weise vielleicht das kleine Frustrationsmoment, was der Rainer hier durchgingen hat lassen, vielleicht bestätigen kannst?
00:16:41: Ich bring dir das Mikro.
00:16:44: Vielen Dank Judith!
00:16:45: Und ich glaube, ich kann eigentlich fortsetzen da wo Raina auch gehört hat also des Buchs, was sich gerade gemeinsam mit Petra Herzegg verfasst heisst Migration und Öffentlichkeit.
00:16:55: Und da geht es tatsächlich darum, sich die Öffentlichkeit in diesem Fall die Österreichische anzuschauen und sich zu fragen, welche Rolle haben wir in der Öffentlichkeitspolitik?
00:17:03: Welche Rolle haben die Medien?
00:17:05: Welcher hat die Forschung und welche Rolle hat die Literatur.
00:17:08: Also wir haben versucht diese vier Ebenen zusammenzuspannen um auch zu zeigen dass sich das sehr unterschiedlich entwickelt hat seit den Neunzigerjahren und eben was der Reiner eben schon geschildert hat kommt natürlich auch bei uns sehr stark zum Ausdruck.
00:17:20: Das ist eine sehr viele undemokratische Momente gibt in der Politik, also die Art und Weise wie Migration politisiert wird ist undemokratisch zu einem gewissen Teil.
00:17:32: Aber auch im Bereich der Medien – das hat das Ganze natürlich noch verstärkt – gibt es sehr viele undemokratischen Momente.
00:17:38: durch diese unregulierten Medien, Migration und demokratisch politisieren wiederum erlaubt, das noch freier zu tun weil sie niemand mehr kritisiert und niemand mehr infrage stellt.
00:17:52: Das heißt dass was schon gesagt wurde kann ich nur unterschreiben.
00:17:56: Was in der Forschung besonders interessant ist natürlich die Forschung ja von der Politik sozusagen aufgefohrt wurde, sich zu internationalisieren.
00:18:05: Das heißt wir können beobachten dass seit den zwei tausend neunzehnt neunziger zweitausender Jahren ein enormer Internationalisierungsschub in der Forschung stattgefunden hat.
00:18:13: die Migrationsforschung hat das sehr sehr aufgegriffen ist da sehr stark.
00:18:17: also man kann mehrere Untersuchungen anschauen wie enorm international die Forschung geworden ist.
00:18:22: seitdem.
00:18:23: zugleich hat es dann natürlich dazu geführt die Forschung ganz anders denkt.
00:18:28: Das heißt, die nationalen Paradigen, wenn sie am Anfang im Zentrum standen und sie singen nicht mehr so im Zentrum es wird sehr viel internationaler gedacht.
00:18:34: das geht um globale Ungleichheit internationale Ungleichheit.
00:18:38: Es war in den ersten Forschungen so zumindest dem Ausmaß kein Thema.
00:18:44: gleichzeitig aber hat sich natürlich die Politik nationalisiert und diese Auseinanderentwicklung ist glaube ich eines der ganz großen Probleme dass die Forschungs Es ist sehr viel schwerer, hat ihre Ideen überhaupt noch in den öffentlichen Raum zu kommunizieren.
00:18:57: Weil sozusagen die Themen gesetzt werden von der Politik und die Forschung sich nur einbringen kann wenn sie anschließen können das was die Politik zu sagen hat.
00:19:05: sobald sie versucht eigene Agenten zu setzen und eigene Punkte zu machen ist es sehr viel Schwerer weil es halt nicht so leicht aufgegriffen wird.
00:19:13: wir versuchen jetzt und da schließe ich an wir schon versuchen einen Medienservice Migration aufzubauen Migrationsforschung aufzubauen, gemeinsam mit dem Netzwerk-Diskurs.
00:19:24: Das Wissensnetzwerkdiskurs und die Grundidee ist eben das wird tatsächlich proaktiv Ergebnisse der Forschung in die österreichische Medienlandschaft einbringen.
00:19:34: Das ist lebend geplant dass wir in den nächsten zwei Jahren so acht bis zehn Pressegespräche machen zu spezifischen Themen die wir noch auswählen müssen.
00:19:41: Wir fangen wahrscheinlich an am achzehnten Dezember der International Migrants Day und wir wollen das als Aufhänger nehmen, um sozusagen eine erste Pressingkonferenz zu machen und in die Öffentlichkeit zu bringen.
00:19:52: Ich finde es sehr wichtig dass wir natürlich weitermachen weiter kommunizieren aber man muss sich auch fragen in welchem Raum kommunizierend wir und wie viel Macht haben wir in diesem Raum?
00:20:02: Und dies natürlich von der Forschung aus gesehen relativ gering.
00:20:05: Wir haben ja in diesem Workshop heute Vormittag auch darüber diskutiert und ich glaube, das ist so ein Punkt der dann auch jene beschäftigt.
00:20:13: Und da schaue ich jetzt schon den Markus Engler an, der heute aus Deutschland gestoßen ist die durchaus nicht darüber klagen können dass sie von den Medien ignoriert werden würden.
00:20:22: also Markus du bist in Deutschland eine sehr wichtige Stimme nicht nur zur deutschen Migrationspolitik sondern auch zu europäischen Entwicklungen.
00:20:29: aber mein Eindruck persönlich mich würde interessieren, ob du diese Perspektive teilst.
00:20:36: Dass das in neunzig Prozent der Fällen wohl reaktiv ist.
00:20:40: also man wird angefragt sondern bereits gesetzten Thema idealerweise ein O-Ton dem man rhetorisch formvoll endet im eineinhalb Minuten von sich gibt.
00:20:49: und dass war es dann.
00:20:50: und das ist quasi der Beitrag der Migrationsforschung zur öffentlichen Debatte.
00:20:54: Genau das wollen wir mit der Mediendienst nicht, sondern wir versuchen proaktiv unsere eigenen Themen.
00:20:59: Und das sind die Themen, die alle hier auch im Raum versammelt, beforschen und erarbeiten in die Debatte einzubringen.
00:21:06: Das kann ja durchaus zu einem Thema sein, dass gerade virulent ist.
00:21:09: Wir haben vormittag die Schule genannt, also ein Reizwort fast schon aber wo vielleicht ganz wichtige Perspektiven fehlen, die auch von Kolleginnen und Kollegen, die an der heutigen Konferenz teilnehmen, beforscht werden?
00:21:21: Das wäre eine wichtige Zielsetzung!
00:21:24: einer solchen Mediendienst-Integration, wo du ja auch immer wieder interviewt wurdest oder kollaboriert hast Markus.
00:21:31: Deshalb meine Frage an dich.
00:21:32: Einerseits den Befund als solches der jetzt doch sehr stark auf die österreichische Landschaft gerichtet war kannst du denen auch für dein Land bestätigen?
00:21:42: und zweitens deine Erfahrung?
00:21:45: Wo gibt es dann doch noch Handlungsansätze, Möglichkeiten gestaltungsalternativen um vielleicht in der Debatte ab und an einen Kontrapunkt setzen zu können, deiner Erfahrung nach.
00:21:57: Ja vielen Dank Hubert!
00:21:59: Ich denke viele der Dinge die gesagt wurden gelten für ja wahrscheinlich alle westlichen Gesellschaften mehr oder weniger.
00:22:08: natürlich gibt es unterschiedliche politische Systeme und sozusagen in Deutschland sind wir vielleicht was diese Rechtsverschiebung der Debatten und auch letztlich das politische, also die Ergebnisse von Wahlen als Parteinspektrum.
00:22:21: Es war etwas später daran gewesen als andere.
00:22:24: aber ich meine insofern war Deutschland vielleicht die letzten Jahre einen letzten vielleicht zehn, fünfzehn Jahre ein Land in dem ja diese Kommunikation aus der Wissenschaft in Öffentlichkeit und Politik hinaus vielleicht etwas besser funktioniert hat als in anderen europäischen Gesellschaften, der nicht nur Deutschland und Österreichs mit Kollegen, also gibt es Extremefälle so was wie Ungarn.
00:22:45: Aber auch von den Kollegen aus Griechenland, Italien und so weiter spricht wird man entweder ignoriert oder die Debatte war schon so politisch überformt dass da einfach gar keine sagen anderen Stimmen mehr zu Wort kommen konnten.
00:22:57: Also insofern ja aber wir sehen diese Trends, die wir hier schon ein bisschen gehört haben in Deutschland auch sehr stark In den letzten Jahren.
00:23:04: relativ schneller Geschwindigkeit vollzieht sich das, aber vielleicht noch etwas grundsätzlicher auch.
00:23:09: Ich fand die Ausführungen Interessant.
00:23:12: Ich habe lange nicht mehr Luhmann und Habermaske lesen, leider aber ich hatte eine ganz ähnliche Überlegung im Kopf.
00:23:19: Wenn wir jetzt über Politik, Medien oder Wissenschaft reden sind das wirklich sehr unterschiedliche Systeme die natürlich auch alle nicht homogen sind.
00:23:26: Aber sie sind doch in gewisser Weise aufeinander angewiesen also politische Entscheidungsträgerinnen noch Verwaltung.
00:23:32: Sie brauchen Erkenntnisse über die Realität.
00:23:35: Natürlich können Sie die auch im Versuchung über nachgeordnete Behörden, sowas wie beim Forschungsgruppen oder auch in Österreich, also zum staatlichen eigenen Staatliche Institut, die sie kontrollieren erheben.
00:23:46: Das sehen wir ja auch.
00:23:47: Ich meine ich sage nicht das ist alles was der Stadt findet nicht interessantes aber es ist von vornherein mit der Kontrolle bestimmter Ministerien.
00:23:53: Also da geben keine Ergebnisse, die irgendwie nicht politisch nicht passen in die Öffentlichkeit.
00:23:58: und das ist eben der vielleicht entscheidende Unterschied zur unabhängigen Forschung, die letztlich eine eigene Agenda hat Dinge aus anderen vielleicht kritischeren Blickwinkel anschauen kann und diese dann eben kommuniziert.
00:24:11: Und ich würde sagen, ich habe viele gute Erfahrungen auch gemacht.
00:24:14: Also es gibt grundsätzlich Interesse an unserer Arbeit nicht nur wenn wir Dinge mitzuteilen also versuchen zu kommunizieren auch in Gesprächen Hintergrundgesprächen gibt's oder gab es lange eine gewisse Offenheit noch immer.
00:24:28: Leute sagen zur Interview ist also selber Das kann man ja auch machen.
00:24:31: Wie Sie vorgeschlagen haben, die Politik beobachten und als Objekt untersuchen, machen wir ja auch Räume der Reflexion zu schaffen sind glaube ich viele Leute in Verwaltung und Politik durchaus dankbar und finden es interessant.
00:24:45: Ich sehe einige Schwierigkeiten im ganzen komplizierten Spielfeld.
00:24:49: Es gibt diese Räime der Begegnung aber auch das Austausch, indem man eine gewisse Komplexität da sein kann so gut wie nicht.
00:25:00: Es gibt natürlich einige wenige gute Medienformate, sagen wo man Dinge auch mal ein bisschen im Zusammenhang sagen kann.
00:25:05: Aber in der Regel ist es wie du sagst, also die Agency ist dann sehr stark bei den Journalisten die Versuchungen eine bestimmte Geschichte, eine bestimmten Stimme einzubauen und man hat Schwierigkeiten, Dinge unterzubringen, die ein bisschen komplexer sind oder vielleicht nicht in die Story passen.
00:25:19: Das ist schon möglich und das ist genau worauf ich finde, wo wir alle darauf achten sollten auf unsere... Wir haben mehr Agents hier als wir vielleicht denken!
00:25:25: Also ich muss ja nicht die Frage brav beantworten, die man mir stellt.
00:25:29: Ich kann das hinterfragen und einfach andere Dinge sagen was geht?
00:25:35: Und ich kann auch natürlich auf politische Akteure zugehen und sozusagen versuchen dort ein Wissenstransfer zu ermöglichen.
00:25:45: dass es geht ist aber sehr voraussetzungsvoll und letztlich fehlt die Zeit.
00:25:52: also jetzt fehlt die zeit uns Also in der Migrationsforschung, ich meine wir machen das so ein bisschen nebenbei.
00:25:58: In meinem Institut gibt es relativ großzügige Strukturen am D-Zuminstitut über.
00:26:01: trotzdem welches Gefühl?
00:26:03: also das ist einfach nicht die Ressourcen reichen nicht aus.
00:26:07: auf der Seite von der Politik ist es noch viel viel schlimmer.
00:26:10: Ich mein dass erstens diese extreme Kurzfristigkeit aber auch selbst wenn man als Experte eingeladen wird bei irgendeinem Anhörung oder so oder auch Arbeitsgruppe kriegt man dann so einen Slot von drei Minuten oder so.
00:26:23: und da denkt man sich Also man hat eigentlich Lust zu sagen, wieso?
00:26:26: Ich brauche ja nicht erst anfangen in drei Minuten irgendwas zu sagen.
00:26:31: Und die Zeitslotzen sind so knapp dass es irgendwie daran oft scheitert und hinzu kommt eben jetzt.
00:26:39: also ich habe die deutsche Öffentlichkeit noch als ein relativ gut funktioniert Demokratie kennenlernen können aber im Grunde sehen wir eine starke Politisierung.
00:26:48: das es seine Spaltung gibt also das von Rechtsextremen will ich jetzt gar nicht erst reden habe ich auch nicht große Lust zu reden, wird es vielleicht in bestimmten Kontexten machen.
00:26:57: Aber mit eher konservativen Akteuren ist das fast unmöglich geworden und sinnvoll als Gespräch zu führen weil wenn wir sie einladen kommen Sie nicht, Sie würden uns nie einladern.
00:27:07: Sie laden dann einzelne ausgewählte Experten die sagen ihre Meinungen sprechen ein und also daran müssen wir halt weiter arbeiten.
00:27:14: Das ist ein Problem für die Demokratie.
00:27:16: Also wenn diese Debatten eigentlich nicht mehr stattfinden.
00:27:19: Ich würde es da mal für eine erste Antwort lassen.
00:27:23: Vielen Dank!
00:27:24: Der Faktor Zeit, wo der angesprochen bin ich ganz relevant auf unterschiedlichen Ebenen in Zeit auch in Verbindung mit Tempo.
00:27:30: Das ist eine Erfahrung die ich sehr stark kenne und vielleicht auch von unserer Medienvertreterin für alle Medien Österreichs hier die Vertreterinnen bestätigen kann dass gerade das Tempo bei Tages aktuell nachrichten Zeitungen, aber natürlich auch Fernsehformaten und so weiter.
00:27:46: Die Tage ist aktuell berichten müssen das Ganze unglaublich schnell passieren muss und die brauchen dann jetzt sofort eine Einschätzung eines Experten, einer Expertin wenn überhaupt.
00:27:54: und wenn man vorkommen möchte mit einer Sicht aus einer kritischen Migrationsforschungsperspektive Dann hat man eben nicht die Möglichkeit oder sehr selten lange nachzudenken, lange zu formulieren.
00:28:05: So erst einmal zu schauen welche Ergebnisse passen oder nicht?
00:28:08: Und dann wird das ganze eher sehr abgeflacht glaube ich teilweise einfach oberflächlich.
00:28:12: manchmal Ist das vielleicht sogar im Sinne der fragenden Medien, dass es eh nicht zu sehr in die Tiefe geht?
00:28:18: Also hat man nicht nur Zeit, sondern wie ist auch das Tempo dahinter.
00:28:22: In diesen unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereichen, die Wissenschaft als solches lebt davon, dass sie sich vertiefen kann oder Sie eigentlich das Tempore ausnimmt und das sehe ich in den heutigen Medien denn allermeisten eigentlich gar nicht.
00:28:34: Soll man's tun nix jetzt schon!
00:28:36: Kennt offenbar das hohe Tempo, siehst ja auch nicht immer so angenehm.
00:28:41: Würdest du das bestätigen?
00:28:42: Und vor allem möchte ich kurz fragen Wenn der Markus wenn Du in Interviews nicht auf deine Frage antwortet wie fühlst Du Dich dann also?
00:28:51: Ich würde wahrscheinlich hundertmal nachfragen und Dann schreibe er hat nicht die frage beantwortet.
00:28:58: nein aber ich würde gerne ein paar auf Ein paar Sachen reagieren.
00:29:01: ich finde dass es diesen diesen migrationsmedien dienst gibt.
00:29:03: fantastisch weil ich glaube Das ist genau der richtige Ansatz, dass die Wissenschaft viel proaktiver sein muss und auch – ich würde doch sagen – viel aggressiver diesen Diskurs in eine andere Richtung zu lenken.
00:29:17: Ich würde auch eine Unterscheidung machen weil immer wieder gesagt wird, die etablierten Medien und dann den anderen, die neuen Medien.
00:29:23: Ich sehe das Problem bereits bei den etabrierten Medien.
00:29:25: Weil wir eigentlich in Österreich einen Konsens haben in der österreichischen Medienlandschaft, dass Migration etwas Schlechtes ist.
00:29:33: Es ist vollkommen negativ aufgeladen.
00:29:35: Sobald der Begriff Migration fällt, ist das sofort die Erklärung eines Problems in der Gesundheit, in der Bildung und Sicherheit.
00:29:44: Ich merke schon, dass eigentlich die meisten Kolleginnen und Kollegen gar keine Nuance mehr wahrnehmen und überhaupt nicht mehr mitbekommen, wenn sie die Begriffe Migration und Sicherheits... zum Beispiel einfach in einen Satz bringen, was das für Denkmuster im Köpfen des Publikums auslässt.
00:30:01: Also es gibt überhaupt keine intellektuelle kritische Auseinandersetzung mehr mit dem Thema weil ich spüre eine Gleichschaltung im Thema Migration und ich spreche dann nur von wirklich Medien die ich sehr schätze, weil ich wahrscheinlich da den Kolleginnen und Kollegen im Boulevard unrecht, gute Köpfe gibt.
00:30:23: Aber die meine ich nicht und spreche auch nicht von konservativen Politikerkreisen, weil ich finde auch dass es die progressiveren Parteien links der Mitte auch dieses Problem teilen.
00:30:33: Es gibt einfach keinen Diskurs sei das Migration in irgendeiner Form als eine humanistisch framed in irgerer Form Und ich habe Beispiele gebracht von Medien, die man wahrscheinlich jetzt auch im allgemeinen Diskurs jetzt nicht unbedingt Faschistuidisten, rechtesten Medien ansehen würde.
00:30:54: Aber für mich in meiner Wahrnehmung schon weil ich in neunzig Prozent der Fällen wenn dieses Thema behandelt werde Ich aufschreihe und meistens die einzige gefühlt bin weil es kaum Wenn das jetzt nicht das Kopftuchverbot ist oder ganz plakative menschenfeindliche Menschen verachnende Themen?
00:31:11: Ich weiß nicht ob viele von von ihnen dass das Interview von Niki Glatterau entfaltet zum zu gelesen hatten, also er hat ein Publizist, ein Lehrer der sich entschieden hat begleiteten Suizid in Anspruch zu nehmen.
00:31:26: Das gab ein ellenslanges Interview im Falter, ein Podcast und ein Video und dieses Interview wurde dann auch im Presserat kritisiert dass das quasi was die Suzitberichterstattung angeht nicht in Ordnung war.
00:31:40: Die Dinge, die aber in diesem Interview außer der persönlichen Lebensgeschichte des Autos thematisiert worden sind waren ausschließlich er konnte sich quasi eine Stunde lang darüber ablassen wie Furcht bei Migrationen Österreich ist.
00:31:52: Und er hatte Begriffe... Also ich möchte nur diesen Satz vorlesen und der niemanden aufgestoßen ist in Österreich und auch nicht im Presserat oder auch nicht von meinen Kolleginnen dort angekreidet wurde wenn er sagt es braucht Maßnahmen im Kindergarten ganz entscheidend Kindergarten werden Wert darauf gelegt, dass man die Familien austrifiziert.
00:32:15: Das klingt jetzt schrecklich aber es ist so... Ausdruck ausdrifizieren?
00:32:20: Bin ich jetzt arisiert?
00:32:21: gesagt hätte oder was heißt Austrifizien?
00:32:23: Was bedeutet das?
00:32:24: Familien zu Austrifizin?
00:32:25: Das ist der Falter und ein progressives Medium kein Aufschrei!
00:32:31: anderes Beispiel, was vielleicht auch noch und dann höre ich auch schon auf.
00:32:34: Aber weil es wieder so ein... Man ist in diesem Moment noch sehr alleine als jemand der das wahrnimmt und man möchte in seiner Empörung oder in diesen Jemanden, der diese Menschenverachtung wirklich tagtäglich ... Es ist diese permanente Geräuschkulisse in Österreich und wahrscheinlich auch zu gewissen Teilen in Deutschland Die ist so präsent und wir merken sie, wir haben aufgehört diese Dinge zu tabuisieren.
00:32:56: Und wie müssen Sie wieder tabuisiert werden?
00:32:58: Es kann nicht sein dass dieser Begriff ausreifizierend Unwidersprochen in einem Medium steht und nicht einmal vom Pressegrad angeklagt wird.
00:33:07: ORF Sommergespräch Bundeskanzler Christian Stocker.
00:33:10: Er wird gefragt von der Moderatorin zum politischen Islam Wie er den verbieten will und er beginnt seine Antwort.
00:33:19: Ich glaube, wir müssten auseinanderhalten was bei der illegalen Migration alles passiert und da ist der Innenminister in dieser Bundesregierung sehr erfolgreich.
00:33:27: Und die österreichische Volkspartei war hier maßgeblich beteiligt dass wir auch in Europa in Umdenken in dieser Frage gehabt haben.
00:33:33: Wir haben derzeit weniger Erstanträge als außer Landesbringungen.
00:33:37: Das hat es auch noch nie gegeben!
00:33:38: Wir haben den Familiennachzug fast auf null gebracht das er das auch noch nicht gegeben.
00:33:43: Das heißt, in der illegalen Migration waren wir sehr erfolgreich auch aufgrund unserer Kontakte zu unseren Partnern im Ausland.
00:33:49: Was dem politischen Islam betrifft, ja das ist nicht einfach, das gebe ich zu!
00:33:53: Was ich damit sagen will... was hat das alles?
00:33:57: Da wird alles zusammen gemischt.
00:33:59: Illegale Migration-Familiennacht, Ersteanträge außer Landesbringungen und die Journalisten müssten in diesem Moment einfach... Es ist ein Migrationstourette, was wir hier leben live im Fernsehen Und anstatt dass wieder permanent stoppschreien als Journalistinnen und Journalisten, tun wir das nicht.
00:34:16: Wir müssten es tun!
00:34:17: Es ist extrem unangenehm.
00:34:18: man macht sich extrem angrafft weil man wird sofort als linke Agitorin gesehen.
00:34:23: aber es müsste im Prinzip sagen sie reden... Sie mischen hier alles miteinander.
00:34:27: und dieser Begriff illegale Migration was heißt denn das überhaupt?
00:34:30: Wie kann man den legal nach Europa migrieren?
00:34:32: also das hat sich auch... Diese Begrifflichkeiten haben sich dermaßen in so ein Diskurs geschlichen dass wir das überhaupt nicht mehr infrage stellen.
00:34:41: Und da sehe ich schon die Wissenschaft auch in einer gewissen Bringschuld, dass ihr euch da viel mehr einmischt und auch in eine verständlichen Strache einmisht.
00:34:50: Weil die meisten Wissenschaftler können ja nicht kommunizieren.
00:34:53: Sie können es nicht!
00:34:53: Wir verstehen sie nicht – wir müssen das runterbrechen und dann wird's verflacht und platz-und dumm und simpel….
00:34:59: und es ist schade weil es genau diese Intellektuelle Auseinandersetzung braucht.
00:35:06: Vielen Dank!
00:35:07: Wir nehmen das doch gerne mit, Solma.
00:35:09: So darfst du uns hier sehr vieles ausrichten.
00:35:11: Genau dazu ist dieses Podium hier.
00:35:14: Vielleicht darf ich kurz ein bisschen die Tienen-Sicht wieder nochmals der Forschung ergänzen, das ist natürlich immer meine höchstpersönliche.
00:35:19: Und auch da gibt es andere Perspektiven.
00:35:22: Ich glaube, die zwei Beispiele, die du genannt hast – das erste Beispiel auszudrifizieren, da fällt mir ein.
00:35:27: Ein klassisches Format auf dem die Wissenschaft immer wieder zurückgegriffen hat und wo wir auch ehrlicherweise einen Eindruck hatten irgendwie... Entschuldigung, bringt zu sich was.
00:35:36: Ist das schöne offene Brief?
00:35:38: Den wir dann immer wieder in regelmäßigen Abständen verfasst haben und den vielen Kolleginnen und Kollegen denn immer wieder unterzeichnen von allen führenden österreichischen Hochschulen und darüber hinaus.
00:35:48: Und dann wird eingeordnet und erklärt und überhaupt und so weiter.
00:35:51: Dann gibt es kurz ein Medienächer und das wars!
00:35:54: Und das andere ist, und das haben wir jetzt aus den Fünfzehn gemacht.
00:36:00: Wir haben ständig Begrifflichkeiten erklärt.
00:36:02: Der ORF hat einen Gloss A erstellen lassen.
00:36:05: Welche Wörter verwenden wir?
00:36:06: Warum nicht?
00:36:07: Warum ist illegale Migration vielleicht nicht der beste Begriff?
00:36:10: Wie kann man überhaupt in Österreich um Asylansuchen
00:36:12: etc.?
00:36:13: Da haben wir viel und Markus hat es erwähnt häufig in unserer Überstundenzeit Freizeit wie auch immer in der eigentlich nicht vorhandenen Zeit als Wissenschaftlerinnen viel investiert, um genau diese Informationen, Fakten und Einordnungen zur Verfügung zu stellen.
00:36:29: Und mir kommt vor, wir tun es immer wieder und wieder mit kaum oder wenig spürbar nachhaltigen Effekt.
00:36:35: Das ist so meine persönliche Sicht darauf.
00:36:37: Es gibt vielleicht auch andere Sichtweisen.
00:36:39: Ich will noch gar nicht den Bau schon Boden sagen dass er sich nichts bringt aber es ist schon spürbauch und das hat ja auch dieser Debatte hier das Pendel vorangetrieben.
00:36:48: Markus und ich hatten übrigens auch schon auf der deutschen Fluchtforschungskonferenz ein sehr ähnliches Pendel zu diesem Thema.
00:36:54: Es spürt auch eine Frustration in der Forschung da.
00:36:57: Mit dieser ganzen Frustation, lieber Herr Sektionschef, darf ich jetzt sie in die Runde holen bzw mich an Sie wenden?
00:37:05: Die haben jetzt einerseits die Möglichkeit und Solmers hat das sehr selbstbewusster Griff.
00:37:11: Auch Wünsche, Anregungen, Forderungen, Kritik an die Forschung zu richten.
00:37:16: Das sind wir sehr dankbar dafür wenn sie das tun.
00:37:19: Aber natürlich wird uns auch interessieren gibt es denn wirklich wie Markus Engler gesagt hat?
00:37:24: den Bedarf in der öffentlichen Verwaltung und auch der politiknahen Gestaltung, Polisi-Gestaltung führen einen Raum wo man reflektieren darf.
00:37:33: Wo man vielleicht bewusst Sparingpartner sucht die dann nicht eins zu eins?
00:37:37: Die Meinung vertreten denen eher aus der Politik rangetragen wird.
00:37:42: gibt es die Räume?
00:37:42: wie können wir die Röme vielleicht erhalten oder sogar erweitern?
00:37:47: Ja vielen Dank.
00:37:48: zunächst einmal danke für die Einladung.
00:37:50: um ganz offen zu sein ob man schon überlegt ob ich kommen soll.
00:37:53: Und dann haben wir so grundsätzliche Demokratie-Fragen gestellt, dass Demokratie von Austausch lebt und das Demokratie jedenfalls nicht Cancern heißt.
00:38:05: Und Demokratie heisst nicht Rückzug – auch hier hätten wir es leicht machen können, tut mir leid bin irgendwo komme ich keine Zeit.
00:38:12: bitte bleiben Sie im irakademischen Babel, schuldige den Ausdruck!
00:38:18: habe ich nicht gemacht und ich bin auch überrascht weil mir doch die wird jetzt mit reinster Kontroverse konfrontiert.
00:38:23: aber so ein zwei Punkte waren durchaus schon da wo ich ansätze erkenne, auch die Meinung oder die Sichtweise zu teilen.
00:38:31: Aber das war jetzt wirklich untertrieben, es wurde scherz gedacht.
00:38:34: also sehr viele Punkte.
00:38:37: trotzdem möchte ich ein paar Reflexionen anbringen.
00:38:41: wenn ich höhere Wahrheit... Das ist natürlich ein großes Thema.
00:38:47: Ende der Neunziger in Salzburg, da war ein Plakat.
00:38:50: Da war ein ganz erlustiger Mann, abgebildet in Salzburger Festspiele.
00:38:54: Da ist auf jeden Fall ein The Truths.
00:38:56: Das hat mich in Studentenzeiten schon gedacht.
00:39:00: Witzig!
00:39:00: Ja, das Kulturphänomen... Ich bin die Wahrheit dieser Anspruch der Wahrheit.
00:39:06: Jahrzehnte später gibt es einen Mann, der oft through social und antisocial auftritt und nimmt für sich die Wahrheitenanspruch.
00:39:16: Ich bin damals irgendwie humoristisch, lustig im Rahmen der Kunst etwas zurückgeschreckt und hat auch das Interessante Experiment.
00:39:26: Mittlerweile ist es Realität, dass es zumindest solche und nicht ganz uneinflussreiche Akteure gibt.
00:39:33: Das Thema Wahrheit ist ja sehr sensibel.
00:39:36: Es gibt zum selben Thema unterschiedliche Wahrheiten.
00:39:41: Es ist ein Riesenunterschied von welcher Seite ich mich nähere.
00:39:45: Wenn man glaubt, Migration ist die Disziplin der Anderen und das sehe ich sehr oft aus österreichischer Perspektive.
00:39:51: Dass man glaubte, bei Migration geht mir gar nichts an!
00:39:54: Das ist von Migrantinnen und Migranten die Disziplin.
00:39:58: Dann hat man Migration nicht einmal ansatzweise verstanden.
00:40:02: Migration betrifft natürlich jene Individuen, die sich bewegen aber auch in Herkunftsregionen, aber auch den Zielregionen.
00:40:08: Und diese Gesamthaftigkeit fehlt mehr.
00:40:11: Die Wahrheit, die fürs einzelne Individuum war Kann es für eine Herkunftsregion unrichtig sein oder kann nicht das beste Ergebnis zeitigen und genauso für Zielregionen?
00:40:24: Das Thema Migration ist ein massiver Gewährschnitzmaterie.
00:40:27: Ihr habt es beim Thema Integration gesehen, und es ist wie eine ganz komplexe Matrix.
00:40:32: Migration wirkt sich auf unterschiedlichste Lebensbereiche positiv neutral negativ in jedlichen Fall sehr differenziert aus.
00:40:45: Und in dieser ganz komplexen Matrizenrechnung haben wir auch im Integrationsbereich früher kennen müssen, ganz demmitig erkennen müssen.
00:40:56: Dass wir ganz in diesem aufgeklärten.
00:40:58: Ich weiß dass ich nichts weiß Wir uns beef ab!
00:41:05: Wir müssen es mit Kompetenz aufladen.
00:41:07: Es war dann auch meine Idee das sich ins Leben gerufen hat diesen Expertenrat für Integration wo wir unterschiedliche Themenbereiche, zehn verschiedene Themenbereichen damals unter Professor Fassmann durchdekliniert haben überlegt haben versucht haben zu wissenzukommen und Fakten versucht haben näherzubringen.
00:41:30: Genau das was hier schon wiederholt gesagt worden ist Wir brauchen auch ministerielle Räume Wo wir diskutieren können Der Unterschied zur akademischen Forschung im Ministerium, das ist jetzt keine Überraschung für sie eine ganz klare Zielsetzung aufgibt.
00:41:50: Da soll es – Sie haben es auch nicht in Verborgen entgelassen – da gibt es aus der klaren Zielsetzung.
00:41:56: trotzdem macht es einen Unterschied ob ich dieses Ziel unreflektiert verfolge oder entsteht eine Reflexion dazu und in der Reflexions-Richtung Martin, die uns im Bereich des Migrationsrates oder auch in der Migrationskommission unterstützt hat.
00:42:13: oft kommt man dann darauf, dass das ursprünglich gewollt und das ist da ein wirklich Stärke von so einem Gremium was es nicht mehr verfolgenswert ist.
00:42:21: Dass man doch etwas anderes wollen sollte!
00:42:23: Und ihr habt's wiederholt erlebt, die mittlerweile dreizehn Minister erlebt.
00:42:29: aber es war immer wieder mal der Fall dass gerade starke reflektierte Persönlichkeiten sagen, mein ursprüngliches Ziel las sich fallen.
00:42:37: Jetzt habe ich so viele Sachsubstrate vor mir liegen und in einer Abwägung – es ist immer politische Abwägungen – komme ich zu einem anderen Ergebnis als ursprungslich gedacht.
00:42:48: In ganz vielen Bereichen der Integrationspolitik war das der Fall aber auch im Bereich der Migrationspolitik.
00:42:55: Das ist im Laufe der Zeit einen Wandel auf Unterworfen.
00:42:58: Und haben wir noch zwei Minuten?
00:43:01: Darf ich ganz kurz immer dacht, warum könnte Migrationsforschung viel mehr relevant sein?
00:43:06: Ich sage es gleich mal so provokativ.
00:43:09: Weil ich glaube, wir sind uns da alle einig oder plassant und nicht ganz erreicht aus dem Leverage der Migrations-Forschung.
00:43:15: Und dann sieht man auch hier... Migration nur als diese isolierte Disziplin begreifen, ohne diese Interdependenzen hin zu anderen Bereichen.
00:43:27: Da habe ich den ersten Punkt, den ich machen möchte ist Gesamtheftigkeit.
00:43:31: Nur auf Migration hinzuschielen und sagen das ist jetzt die Disziplin.
00:43:36: Und wir schauen jetzt die Personengruppe A, die sich vom Land X noch an Land Y bewegt und die schauen wie uns an.
00:43:43: Das wird der Themenstellung dieser Querschnittsmatäre nicht gerecht.
00:43:47: Migrationspolitik ist Bildungspolitik, gar nicht negativ konnotiert.
00:43:51: Das ist in den Auswirkungen einfach so.
00:43:52: Migrationspolitik ist Wohnungspolitik.
00:43:56: Mehr Menschen brauchen mehr Floats zum Wohnen.
00:44:00: Migrationspolitika ist – Sie kennen das alles im Gesundheitsbereich, in Hochschulbereich, im Bereich der legalen Migrationen oder Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftspolitikum und im Bereich von Herkunftsregionen, die überhaupt nicht gefallen sind am Podium.
00:44:14: Diese Gesamthaftigkeit muss Migrationsforschung ansatzweise zumindest abbilden, sonst bin ich nämlich beim nächsten Punkt.
00:44:23: Wenn man den Eindruck hat, Migrations-Forschung möchte nur irgendetwas beweisen zur Beförderung der Migration dann ist das zentrale Moment und es überhaupt sehr jegliche Systeme relevant ist im Bereich Demokratie in dem Bereich der Forschung, d.h.
00:44:42: Vertrauen.
00:44:43: Wenn man nicht vertraut, dass diese Migrationsforschung unvoreingenommen objektiv stattgefunden hat dann wird es unglaubwürdig und man wird sich nie einer MigrationsForschung bedienen wo man sagt das ist eine tendenzielle Forschung.
00:45:03: Ist eine Partikular-Forschungs oder die Chance nur aus einer Perspektive.
00:45:07: Das sage ich da ganz oft.
00:45:09: mir könnte viel was diplomatischeres sagen auf diesem Podium hat aber dann kein Effekt gelagen.
00:45:15: Ich habe eine Nachfrage gestellt, die hoffe ich viele hier im Raum interessieren wird nämlich ob die Wahrnehmung in der österreichischen Politik und Verwaltung einer ist das vor allem die universitäre Migrationsforschung dann doch eine Tendenzöse ist.
00:45:28: also so wie sie es ausgeführt haben sozusagen man darf nicht den Anschein erwecken dass man quasi für eine Seite steht oder irgendwie einen Bias hätte oder nicht absolut zu sagen denn den Regeln der Kunst nämlich Pureview und so weiter genügen würde.
00:45:42: Das Tendenzöse, der schwingt sehr was Subjektivistisches mit.
00:45:45: Die meinen es gar nicht subjektivstisch weil das würde unterstellen dass man irgendwie keine gute Absicht hat.
00:45:50: Ich meine eher etwas objektivierbares Systemisches und das habe ich vorher angesprochen Mit der besten Absicht stürzt man sich auf ein Thema des Isoliertbetrachtes zu einer Partikularbarheit führt wo man dann sagt ja im Bereich der legalen Zuwanderung in diesem Segment ist dieses und jenes erstrebenswert.
00:46:10: Aber diese Wechselwirkungen in meiner gedanklichen Matrix hin zu anderen Systemen werden vernachlässigt.
00:46:16: Und wahrscheinlich ist es eine ganz komplizierte Formel für Vikanvigration zum sozialen Friedenbeitrag, das letztendlich dazu führt dass wir weiterhin unseren liberalen sekularen demokratischen Rechtsstaat befördern.
00:46:34: Und ich glaube gerade um dieses demokratische Element, vielleicht haben wir heute noch ein bisschen gelegenheit.
00:46:38: Wie kann Migrationsforschung?
00:46:40: Wie kann Forschungwissenschaft an sich zur Beschörderung von Demokratie beitragen werden?
00:46:45: Das ist eigentlich mein Thema heute nach den letzten Tagen und ich bin mir sicher meine Sorge wird in den nächsten Wochenenden noch mehr Futter bekommen.
00:46:55: die wird wohl genährt sein.
00:46:57: Meine Sorgen noch den letzten Wochenend möchte jetzt keine Cassandra sein Aber die Umfrageergebnisse, vielleicht stimmen die alle nicht in einzelnen deutschen Bundesländern angeschaut.
00:47:07: Ich glaube unser Hauptthema als überzeugte liberale Demokraten sollte sein wie können wir jeden Beitrag leisten um genau zu mehr Halt dieser verfassungsrechtlichen Prämissen?
00:47:24: Und ich stelle mir diese Frage seit Langem in meinem beschränkten Tätigkeitsbereich und was immer Forschung dazu beitragen kann, nämlich danken daran.
00:47:33: Vielen Dank!
00:47:33: Vielen Dank auch fürs offene Sprechen hier weil genau dazu soll ja dieses Podium da sein.
00:47:38: bevor wir dann ins Publikum öffnen möchte ich jetzt doch gerne bei den Kollegen aus der Wissenschaft nachfragen Welche Konsequenzen ziehen wir jetzt aus dem, was uns einerseits die Medien andererseits die Verwaltung mitgegeben haben?
00:47:52: Da waren ja einerseits sehr konkrete Wünsche und Forderungen.
00:47:55: Soll man sagen aggressiver werden ist etwas das wir uns vielleicht oder auch nicht mitnehmen möchten aber andererseits auch dieser Blick aus den anderen gesellschaftlichen Teilbereichen auf die Wissenschaft.
00:48:07: Das heißt meine Frage kurz zusammengefasst wäre welche Konsequenz, welche Schlussfolgerungen zielen wir daraus für unsere eigene Arbeit und ja auch für die eigene Kommunikations- und Medienarbeit, die viele von uns dann doch immer wieder leisten.
00:48:22: Möchtest du beginnen lieber rein?
00:48:24: Gerne anfangen damit!
00:48:26: Also erstens wollte ich sagen Ich finde es wirklich gut dass sie da sind Und das wir diesen Dialog hier haben.
00:48:31: Das brauchen wir viel öfter.
00:48:33: also das sind genau das Gut wenn die Wissenschaft Auch ein Reflexionsform öffnet wo Die Politik sich einbringen kann und gehört wird.
00:48:41: Und umgekehrt wäre es natürlich auch wünschenswert, das in der Politik öfters vorzufinden.
00:48:46: Zweitens sollte ich sagen ja, ich glaube auch dass in der Migrationsforschung da mehr gemacht werden kann.
00:48:53: Ich glaube auch nicht an die Wahrheit in der Wissenschaft ist falsifizierbar wie wir wissen.
00:49:00: Es geht um richtig oder falsch als kommunikative Kurs.
00:49:03: Das heißt wir müssen.
00:49:04: Wir sind nicht daran interessiert, Macht zu bekommen mit den Theorien die wir produzieren sondern andere zu überzeugen dass das beim jetzigen Stand der Fakten und des Wissens die richtige Antwort auf ein tatsächliches Problem ist.
00:49:17: Das ist was anderes als die Politik die Entscheidungen treffen muss die für die Gesellschaft bindend ist in Form von Gesetzen die durchgesetzt werden müssen.
00:49:25: das ist der Unterschied zwischen den Systemen.
00:49:29: Was können wir aber tun um diese die da ist und nicht wegdiskutiert werden soll, irgendwie zu überbrücken.
00:49:37: Ich glaube wir müssen in der Migrationsforschung uns tatsächlich einigen können.
00:49:44: Das ist optional bitte.
00:49:45: ich glaube dass es auch Wissenschaftler gibt sich nicht dazu verpflichten müssen Demokratie zu verteidigen aber das die meisten in den Sozialwissenschaften und MigrationsForschung sich darauf verständigen können genauso wie große Teile hoffentlich nicht alle in der institutionalisierten Politik sich darauf verständigen.
00:50:06: Und was muss man dann tun, um diesen gemeinsame Grundlage irgendwie auszunehmen?
00:50:12: Ich glaube dass man in der Migrationsforschung positiver besetzen muss.
00:50:16: die Idee das wir auch nachdenken über das Gemeinwohl also nicht, dass wir das Gemeinwohl nahezu einengen muss auf das Gemeinnwohl eines Nationalstaates oder so.
00:50:28: Das Gemeinwald im Gegenteil – das können die als Migrationsforschung einbringen – kann erweitert werden, indem man sagt, das betrifft bitte auch die Herkunftsstaaten des Betrifftemenschen, die migrieren, die müssen eine erweiterte Konzeption des Gemeinwohls einblissen.
00:50:42: Aber in der Politik wird verhandelt über das Gemeinhohl und letztendlich wird etwas entschieden und es muss dann durchgesetzt
00:50:48: werden.".
00:50:49: Diese Idee des Gemeinwohls ist ein bisschen eine andere als eine Reaktion, die ich auch oft sehe und verstehe in gewisser Weise aus Fuß über die mangelnde Relevanz und Wirksamkeit.
00:51:01: Dass man sich zurückzieht auf die Position wir müssen den Widerstand gegen das staatliche System positiv besetzen als normative Position Und wir müssen zu diesem Niederstand beitragen.
00:51:14: Das ist, glaube ich in manchen Situationen tatsächlich geboten.
00:51:17: In den USA heute würde ich sagen die Aufgabe der Migrationsforschung ist es, den Widerstand zu vertreten aber solange die Demokratien noch eine Chance haben sich zu stabilisieren.
00:51:29: als liberale Rechtsstaaten müssten wir gleichzeitig drüber nachdenken wie können wir in der Öffentlichkeit demokratische Mehrheiten gewinnen für das was sie vorschlagen?
00:51:38: und dann wüssten mir auch mit denen zusammen denken welche Form, zum Beispiel positive Migrationserzählungen.
00:51:45: Welche Form der Migration ist ein Beitrag zum Gemeinwohl und nicht eine Bedrohung des Gemeinwohls im Sinne der Sicherheit?
00:51:52: Warum kommen diese Erzählungen zu wenig vor?
00:51:54: Was für Fakten können wir in den politischen Diskursen der Hinsicht
00:51:58: einspeisen?".
00:51:59: Und natürlich muss man dann... Das heißt nicht dass man irgendwelche Abstriche macht von der Kritik.
00:52:04: also ich glaube das zB die österreichische Politik in der Frage mit der Ich mich am meisten beschäftige Zugang zur Demokratie über Staatsbürgerschaft und Wahlrechte auf einem verheerenden Holzweg ist.
00:52:16: Seit den Neunzigerjahren immer weitere Restriktionen, die dazu führt dass eine riesige Schere aufgeht in der österreichischen Demokratie wo zwanzig Prozent der Bevölkerung ausgeschlossen sind.
00:52:27: Und dann glaubt man diese Leute sollen haben eine Integrationsbringschuld obwohl man sie nicht mitbestimmen lasst über die Frage was das österreichische Gemeinwohl tatsächlich isst wenn man den Zugang dazu verliert.
00:52:40: Also das ist etwas, was mich persönlich empört und wo ich glaube dass die Politik gegen Steuert ging des Gemeinwohls.
00:52:46: Und nicht im Stande ist der breiten Bevölkerung zu vermitteln, dass es ein liberaler Rechtsstaat inklusive sein muss und pluralistisch sein muss.
00:52:54: Um nicht doch Herkünften selektieren kann wer mitreden darf und wer nicht mitredet.
00:53:00: Das ist sich gemeinsame Annehmen um kümmern, ums Gemeinwohl.
00:53:04: Ich glaub da schlägt auch in diese Kerbe von Allianzenbilden notwendig sein kann, tatsächlich alle Anzen zu pflegen.
00:53:12: Die dann eben wieder mit anderen Bereichen oder Sektoren zusammenhängen und man dieses gemeinsame Anliegen auch versucht nach vorne zu bringen.
00:53:21: Ich glaube das ist ein sehr relevante Gedanke den du uns damit gibst Rainer und gleichzeitig auch dass in Manchen Kontext und wir hoffen ja tatsächlich sie ja jetzt die kommenden Wochenenden und so weiter erwähnt nicht auch Europa irgendwo dahin kommt, dass sich die Migrationsforschung sehr wohl stärker quasi im Widerstand befinden sollte oder sich begeben sollte.
00:53:40: Jetzt darf ich eine Frage auch aufgreifen, die der Sektionschef eingebracht hat.
00:53:45: Nämlich die Frage nach der Demokratie.
00:53:47: und wie retten wir und erhalten wir die Demokratie?
00:53:49: Lieber Markus in dein Land blickend!
00:53:52: Da wäre es jetzt auch bald an der Zeit dass ihr euch die Frage Nachdemokratie Rettung und Erhaltung stellt.
00:53:58: welchen Beitrag kann die Migrationsforschung da leisten?
00:54:01: ist das das richtig gesprochene Feld überhaupt wo du einen Beitrag sehen könntest den eine kritische MigrationsForschung leisten kann?
00:54:10: Also Debatten über die Rettung oder den Erhalt der Demokratie werden intensiv geführt.
00:54:16: Objektiv muss man sagen, also ja die Migrationsforschung kann dann überhaupt noch einen sehr kleinen Beitrag zu leisten.
00:54:22: aber klar ich meine das muss man ja größer denken.
00:54:24: also da geht es über die Frage von Wissenschaft und Zivilseerschaft vielleicht auch von liberalen politischen Kräften also gemeinsam.
00:54:33: darüber muss man reden und dass ist wahrscheinlich dann so der große Distance, ja wie kommt man dahin?
00:54:40: Das haben wir oft oft oft gehört dass es konservativen oder auch selbst so Parteien der Mitte das sie die Restriktion quasi vornehmen weil Sie glauben damit Demokratie zu retten.
00:54:56: In unserem gemeinsamen Buch und auch in anderen Dimensionen denken wir er dass sie damit die Demokratie erschwächen und eher abschaffen.
00:55:03: da würde ich Ich weiß nicht, wie sehr wir darauf Einfluss nehmen können.
00:55:08: Es ist jetzt auch keine Frage der Migrationsforschung sondern vielleicht von Politikwissenschaften allgemeiner welche politischen Strategien funktionieren.
00:55:18: und ich finde es immer wieder überraschend zu sehen Leute, die in Machtpositionen sind.
00:55:25: Ob es jetzt in Deutschland der SPD oder in der Union war, dass sie immer wieder sagen ja wir wissen uns aber besser.
00:55:30: also man kann sich mit einer gewissen Evidenz konfrontieren und sagen naja das wird sich für euch nicht auszahlen.
00:55:34: Sind wir nirgendwo in Europa?
00:55:35: Das ist ein extrem restriktive politische Erzählung und auch auch auch Policymaking.
00:55:40: Dass es dazu führt, dass diese Migrationsdebatte befriedet wird und das politische Konflikte aufhören und auch das Rechtsextreme Parteien bei Wahlen schlechter abschneiden Denemark ist eben gerade kein Beispiel dafür.
00:55:52: Es gibt es absolut, also wenn wir jetzt über denemark reden wollen können wir sehen dass die sozialdemokratische Teilheit seine schlechteste Wahl ergeben.
00:55:59: das seit hundert Jahren.
00:56:00: Die rechtsextremen haben siebzehn prozent.
00:56:02: Sie haben eine äußerst fragile Denemark wird immer genannt.
00:56:05: dabei es gibt ausreichend Studien die zeigen Man kann es wirklich nicht, also realisiertes kompliziert aber man kann denemark wirklich nicht als Erfolgsgeschichte heranführen.
00:56:12: Aber trotzdem wird es immer wieder immer wieder genannt.
00:56:16: Also bestimmte, wo wir sagen, man kann über bestimmte Wahrheiten vielleicht streiten.
00:56:19: Aber ich meine die Wissenschaft hat ja gerade die Aufgabe eben mit Empirmen und Methoden, die die Wahrheit in genauerer Weise zu erforschen als das andere Akteur vielleicht machen, das ist eigentlich unser Kerngeschäft.
00:56:33: Und da bin ich auch doch immer wieder erschüttert zu sehen dass es nicht so wirklich interessiert wenn es politisch nicht ins Konzept passt.
00:56:41: Die Frage ist, was wir da machen können.
00:56:42: Ich meine wahrscheinlich nicht viel.
00:56:44: Wir haben nicht so viele Ressourcen im Vergleich zu anderen Akteuren aber ich glaube wir können uns darauf konzentrieren.
00:56:49: also wir können...ich will mal die Frage, die wir hier in dem Podium stellen klar beantworten nein wir haben nicht versagt weil das war ja der Überschritt.
00:56:56: Aber wir können sehr viele Dinge sehr viel besser machen und dass fängt natürlich an damit dass wir mehr ressourcen in dieser Art von Transfer- und Vermittlungsarbeiten gehen.
00:57:05: Im Moment sehen wir das über Ressoursen gekürzt werden.
00:57:07: Beim Grunde müssen wir mehr Ressousten da reingeben.
00:57:09: Das Ernst daneben, was nicht heißt natürlich dass sich damit eine andere politische Debatte automatisch beeinflussen kann oder dass wir andere Mehrheiten haben.
00:57:18: Das wäre ja wirklich anmaßen und auch für auch nur andere politischen Entscheidungen.
00:57:22: aber ich kann die Chancen erhöhen.
00:57:25: da ist politischer Entscheidungsträgerin oder Journalistin sozusagen wenn ich mich mehr anstrengend, wenn ich besser mache, wenn Ich proaktiver bin, welches häufiger diese Gesprächesuche dass die Basis von einer solchen Entscheidung mehr unserer Forschung einfließen.
00:57:39: Das kann nur unser Ziel sein und da sollten wir uns professionalisieren, ich meine es ist natürlich der Menge der Ressourcen, das muss dafür Stellen geben.
00:57:50: Wenn wir von unterschiedlichen Systemen sprechen müssen wir auch verstehen ja?
00:57:53: Ich bin mir oft enttäuscht oder frustriert wenn ich merke okay Auf der anderen Seite, da ist so wenig Zeit oder es stehen ganz andere Fragen.
00:58:00: Oder in irgendwelchen Interviews kommen immer wieder die gleichen Fragen, die für mich keinen Sinn ergeben.
00:58:04: Aber das sind halt sozusagen die Nationslogiken eben dieser anderen Welten, die wir auch besser verstehen müssen und dann können wir auch viele Beispiele könnte.
00:58:13: man haben nicht die Zeit aber wenn ein Journalist uns eigentlich ums europäische Asylsystem geht vier Fragen zur Abschiebung stellt nacheinander in einem progressiven Radiosender Klar, dann sage ich irgendwann Moment mal was passiert hier eigentlich in der Diskussion gerade.
00:58:28: Wir reden doch eigentlich darüber wie wir Menschen schützen können und wie dieses gesamte Asylsystem organisiert werden soll, sondern sich stellen eine Frage nach der anderen zur Abschiebung.
00:58:35: Warum eigentlich?
00:58:36: Und das ist... Das passiert einfach weil sich Dinge verselbstständigen, weil Dinge kopiert werden, weil die nicht mehr hinterfragt werden.
00:58:42: und dass da müssen wir dann wach sein, vorbereitet sein und präsent sein und sagen moment mal, hier läuft etwas schief.
00:58:49: Na ja genau habe ich auch gemacht.
00:58:51: Wir sind ein bisschen weiter geredet, aber das muss man halt üben.
00:58:55: Und man muss sich dessen bewusst sein und man muss dafür die Zeit haben.
00:58:59: Es gibt es natürlich auch die politikwissenschaftliche Erkenntnis und gleichzeitig eine Denkschule, die sagt na ja vielleicht sollten wir einfach insgesamt gar nicht mehr oder viel weniger über Migration sprechen, stichwort Saliens des Themas.
00:59:14: Weil ehrlicherweise je öfter wir über Migrationssprechen, egal in welcher Facette es hilft quasi, sage ich jetzt telekonisch eh nur den Rechten.
00:59:22: Das ist auch eine Analyse die ich mit der vergangenen Wahl in Schweden gesehen habe wo ein Analyseransatz war das tatsächlich weniger im Verhältnis zu vorhergegangenen Wahlkämpfen über Migration gesprochen wurde.
00:59:35: Es wurde mir aber Sozialpolitik, Wohnungspolitik, Sicherheit, Verteidigung und so weiter gesprochen.
00:59:40: Und das wäre quasi auch ein Mitgrund gewesen, warum dann die etablierteren Parteien, die ehemaligen Volksparteien stärker rejussieren konnten als die Schwedendemokraten also die Rechtsaußenpartei?
00:59:51: Das ist etwas wo ich ehrlicherweise als Migrationsforscherin nicht weiß wie es den Kolleginnen Kollegen im Raum geht.
00:59:56: So ein bisschen immer harder damit, dann redet man halt einfach gar nicht mehr drüber!
01:00:00: Sehr stark.
01:00:02: verkürzte Ableitung.
01:00:04: Aber im Grunde würde es bedeuten, dass wir wenn wir über Migration sprechen vielleicht tatsächlich stärker aus einer postmigrantischen Perspektive sprechen und anerkennen das alle gesellschaftlichen politischen Teilbereiche wie die Sozialpolitik Wohnungspolitik Bildungspolitik auch natürlich von einer vielfältigen Gesellschaft und Migration betroffen sind aber nicht vorrangiger oder exklusiv von einer migrationspolitischen Haltung oder Analyse gelöst werden können.
01:00:31: Soll man jetzt für dich die Frage nehmen?
01:00:34: Du hast eigentlich dafür plädiert, dass wir noch aggressiver über Migration sprechen.
01:00:37: Was machst du mit dieser... Ich hatte das selber damit, deshalb gebe ich es an dich weiter!
01:00:42: Wie tut man da?
01:00:43: Sollen wir dann irgendwie gar nicht mehr eine Migrationsrealität thematisieren oder ganz anders thematisiieren?
01:00:49: Wir hatten ja in der Kino heute auch die Frage, haben wir die richtigen Bezeichnungen, die richten Kategorien überhaupt?
01:00:56: um über das zu sprechen brauchen wir gänzlich andere Bezeichlungen.
01:01:00: Wie würdest du das sehen?
01:01:01: und gibt es eine Möglichkeit dennoch, das Migrationsthema ich sage bewusst zu bespielen ohne aber dass jetzt jenen Parteien hilft wo glaube ich hier doch ein gewisser Konsens am Podium herrscht die eher Demokratie zersetzt sind als erhalten sind?
01:01:17: Also ich habe schon eingangs erwähnt also mit der mit den Schulungen.
01:01:23: zu dem, was Sie gesagt haben über die Rechtsstaatlichkeit nochmal kurz nachhaken.
01:01:27: Es gibt in Deutschland der ganz tolle Teams wie den Verfassungsblock zum Beispiel.
01:01:31: Die versuchen so den Rechtsstaaten Menschen auf ganz einfache Art und Weise runterzubrechen und zu erklären, was wenn eine AfD an die Macht kommt, was sie alles machen kann?
01:01:41: Und deswegen müssen wir das verhindern und wie schnell das gehen kann!
01:01:45: Das sind so Literacy-Kursen und es findet auch schon in Amerika statt.
01:01:49: Also Kim Lane Chapelli sagt die ganze Zeit eigentlich Der mündige Bürger ist eigentlich der, der rechtlich geschult ist.
01:01:58: Und das versuchen Rechtswissenschaftler zumindest auf eine Art und Weise zu machen.
01:02:02: Ich finde auch dass Juristen was den Kampf um die Demokratie geht an vorderster Front stehen wie eigentlich auch die Beamten.
01:02:09: Bei der Migration könnte man das endlich handhaben dass man sagt, es müssen diese Schulungen stattfinden.
01:02:14: Im Sinne von... Und ich meine das jetzt nicht in so Altbacken wie wir machen einen Workshop sondern ihr müsst das ein bisschen aufsächsen sowohl sprachlich als auch in einer Form, dass es auch jüngere Generationen erreicht weil ich würde sagen, dass sowohl meiner Generation also auch jeder älteren da versagt haben was der Nachwuchs angeht, dass man da eben viel sensibler auf dieser Thematik umgeht, weil man immer die gleichen Fragen stellt.
01:02:42: Man muss auch ab und zu immer die gleichen Fragen stellen, weil wir nicht davon ausgehen können dass alle denselben Stand haben.
01:02:48: also man muss manche und es klingt langweilig und es ist redundant aber wir müssen hin- und wieder immer diegleichen Fragen gestellt.
01:02:55: Aber es sind die Falt-, naja klar!
01:02:57: Und wie führen die Regionen indem wir in dem wir halt immer wieder auf gewisse Dinge zuspitzen?
01:03:01: Das ist falsch und da müsst ihr halt auch das meine ich mit einer Aggressivität Und das haben wir zwar immer wieder besprochen, also wie man... und es mag jetzt unglaublich aktivistisch und lobbymäßig wirken.
01:03:13: Aber ich finde es nicht so schwer gewisse Migrationsdiskurse anders zu steuern.
01:03:22: Dieser Kontinent stirbt!
01:03:25: Punkt Wir werden uns um die Migranten schlagen.
01:03:28: Und der Zählung ist jetzt Abschottung und in den dreißig Jahren wird sie eine ganz andere Erzählung sein oder fünf Jahren, keine Ahnung also wie viele Jahre.
01:03:36: Aber diese Erzählung und zwar nicht immer nur die Fachkräfte und auch wieder entmenschlich in der Art über Menschen zu sprechen.
01:03:47: Sie werden ja nur als Ressource gesehen.
01:03:50: Die Bedürfnisse unserer Volkswirtschaften befriedigen.
01:03:53: Das ist ein extrem inhumaler Diskurs und ich lehne ihn vollkommen ab.
01:03:57: Und auch diese Gleichsetzung mit den Bedürfenissen einer Volkswirtschaft zu stärken heißt ja nicht befriedigend.
01:04:03: Das bedeutet dir, rechtfertigt ihr nicht das Recht auf Asyl.
01:04:08: Also man hat ja trotzdem dieses Recht und wenn dann eine ÖVP sagt wir wollen null Asylanträge?
01:04:13: Dann ist es ein Problem!
01:04:14: Da müssen wir aufschreien.
01:04:16: Ich finde also wie gesagt wenn ich diesen Lobbyvorschlag auch in Richtung aggressiver Kommunikation machen darf bringt's das Bevölkerungsargument und argumentiert aber nicht mit dem.
01:04:26: oh mein Gott die rechtsextremen reden dann vom großen Austausch.
01:04:30: nein Europa stirbt fertig.
01:04:33: Also was, was wollt ihr?
01:04:38: Danke.
01:04:38: Ich wollte gleich zur Zustellung nehmen weil ich auch... also ich habe schon das Gefühl dass es schwierig ist als Migrationsforscher in diese Debatte wirklich einzugreifen und ich möchte auch dieses Demokratie Argument dann nochmal aufgreifen.
01:04:50: nach all der Forschung die jetzt gemacht haben zu dem Buch was sich schreibe ist mein Eindruck Es ist extrem schwer in einem undemokratischen Raum eine demokratische Debatte zu führen.
01:04:59: Der Raum ist nicht komplett und demokratisch aber er geht in die Richtung.
01:05:03: Und wie genau wollen wir als Migrationsforscher, die in diesem Raum eine sehr untergeordnete Stimme haben für eine demokratische Debatte sorgen.
01:05:10: Das halte ich für extrem schwierig.
01:05:12: Nach all dem was ich gelesen habe bin ich tatsächlich der Meinung es braucht ein Verbotsverfahren in Deutschland um in die Richtung zu gehen dass man Tatsächlich einmal feststellt, was ist denn eigentlich undemokratisch und was ist demokratisch?
01:05:25: Weil das überhaupt nicht mehr gefragt wird.
01:05:27: Ja also diese Frage ob das was die AfD mag demokratisches oder nicht wird beantwortet mit ja sie wird ja gewählt dann wird sehr demokratisch sein.
01:05:35: Das halte ich für eine falsche Antwort.
01:05:37: Und is auch nicht.
01:05:38: eben es gibt genügend Rechtswissenschaftler die das wiederlegt haben.
01:05:41: Es gibt ein Tausend Fünfhundert Seitenbericht der das genau beschreibt dass Nicht demokratisches was dort getan wird.
01:05:48: und Ich frage mich wirklich wenn wir uns jetzt hinstellen und sagen, naja wenn wir ein paar gute Argumente bringen dann wird das schon gehen.
01:05:54: Ich glaube da überschätzen wir auch das was wir tun können.
01:05:57: deswegen habe ich mich eben ich hab lange gedacht ich halte es nicht für sinnvoll.
01:06:00: inzwischen bin ich der Meinung dass ist unumgänglich Viele Vorschläge und gleichzeitig auch viele strukturelle Restriktionen, die wir einfach als solches offen auch ansprechen müssen.
01:06:11: Wir sind erstens mal bei weitermicht die einzigen Akteure und Akteurinnen, die sich da bewegen.
01:06:15: Und wir haben es mit einer sich massiv wandelten Medienlandschaft zu tun aber vor allem dieser schon angesprochenen Öffentlichkeit, die immer stärker atomisiert wird Und wo wir natürlich auch gleichzeitig darauf achten müssen, das war heute in der China schon ein wichtiges Thema.
01:06:30: Wie auch Universitäten durch logischen Förderungen, Funding und Aufmerksamkeit.
01:06:36: gewisse Forschungsthemen steuern, aber auch gewisse Möglichkeiten des Outreachers und der Dessimulation steueren.
01:06:42: Das ist ein System in dem wir uns als Migrationsforschende befinden.
01:06:47: Bevor wir jetzt fürs Publikum öffnen möchte ich unserem Herrn Sektionschef gerne noch das letzte Wort für diese Runde geben.
01:06:54: Jetzt ist nochmal die Möglichkeit explizite Wünsche an die Migrationsforschung in Österreich zu richten, beziehungsweise vielleicht auch ein wenig die Frage zu stellen.
01:07:06: Wo entwickelte sich hin?
01:07:08: Was wäre für Sie eine wichtige Vision vielleicht für eine Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Migrationsfahrschung in den nächsten fünf oder nächsten zehn Jahren?
01:07:17: Es wurde hier schon demografische Entwicklung besprochen wie sicherlich ganz zentral ist aber auch darüber hinaus.
01:07:22: Ganz viele Themen, die uns als österreiches europäischer Kontinent stark betreffen.
01:07:29: Zu Migrationsforschung und diesem Brief von Christkind, danke für die Gartenbereitung mitten im September habe ich eher ausreichend gesprochen.
01:07:42: Die kannst du wiederholen!
01:07:44: Wenn ich eher vermeine dass da mehr Aktivismus da ist als Unvereingenommenheit dann wird sich wahrscheinlich werden sie Entscheidungsträger dann eher zurückziehen wenn man sieht es gibt eine ganz sachliche Grundlage für Entscheidungen oder eben die sachliche Grundlage indiziert und auch eine andere Entscheidung als das ursprünglich gewollte.
01:08:05: Ich habe gesagt, da braucht es sehr viel Stärke, sehr starke Verankerung in der jeweiligen politischen Partei, dass man sagt wir haben uns geirrt!
01:08:14: Wir haben jetzt ein Ergebnis einer Grundlage, dass wir eigentlich was anderes wollen sollten.
01:08:20: Das ist so mit der Demografie.
01:08:22: Wir müssen feststellen, wir wissen einfach nicht, wie es sich umfasst und die Zukunft entwickelt.
01:08:28: Wir wissen nicht, wieso unsere Produktivität entwickelt?
01:08:31: Wir gehen jetzt von einem One-to-one-Replacement aus.
01:08:33: Wir gehen davon aus eine Person geht in den Ruhestand und dann kommt eine Person nach und so kalkulieren wir mit der demographisch gegebenen und statistisch abgebildeten Alterung.
01:08:44: Jetzt kann's aber sein... Produktivität massiv zunimmt, das kann nicht nur sein sondern sie hat auch die letzten Jahre massiv zugenommen.
01:08:51: Das klassische Beispiel ist früher mal zehn bis zwanzig Personen für einen Bauernhof gehabt zum bewirtschaften.
01:08:59: auf einmal Maschinisierung diese Industrialisierung der Landwirtschaft und jetzt macht es eine Person oder man macht es halbtags.
01:09:07: Also massive Produktivitäten.
01:09:09: hätte man damals gesagt wir brauchen ein One-to-One Replacement.
01:09:13: auch.
01:09:13: hätten wir damals die Migrations Strategie für Österreich in den Fünfzigerjahren entwickelt, dann hätten wir im Bereich Siebziger-Jahre, Achtzigerjährige eine völlig falsche Voraussetzung für unsere Strategien in den Achtzigern gehabt.
01:09:29: Wir wissen jetzt nicht wie sie KI, Spaß vollkommen!
01:09:32: Schauen wir mal, wie die KI mit uns umgeht und uns Menschen, ob sie gnädig gegenüber uns ist... Wir werden sehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir dieses One-to-One-Replacement nicht brauchen.
01:09:44: Darum würde auch mit dieser Grundannahme und diesem Kampfschrei dem Demigrationspolitischen – wir brauchen diese Form der Zuwaltung, das wir stagnieren oder zunehmen – das will ich reflektieren.
01:09:58: Das Zweite ist meine Erfahrung zum Thema Aggression.
01:10:02: Aggressivität erzeugt gegen Aggressive.
01:10:06: Das würde gerne diskutieren.
01:10:08: Ich habe keine abgeschlossene Meinung, das ist nur so eine Art Hock-Reaktion die sich in mir breit macht dass immer den Ja vielleicht ja machen wir es euphemistischer Dann klingt's besser.
01:10:20: aber die Frage ist was bleibt übrig im konkreten Handeln?
01:10:23: und wenn beim Empfänger bei der empfängerin übrig bleibt Es ist aggressiv dann ist vielleicht mit Rückzug Widerstand Justamenthaltungen Unverständnis zu rechnen.
01:10:34: Was ich mir wünsche dass wir gerade – und das haben Sie angesprochen – in jungen Jahren Demokratiebildung, inklusive Migrationsbildung machen.
01:10:46: Integrationsbildung!
01:10:48: Und der Frontalvertrag hat sich bis jetzt kaum bewährt.
01:10:52: Meine Erfahrung ist man braucht… Man muss es grad….
01:10:56: Sie haben Altersgruppen gesagt für junge Menschen muss man das sehr spielerisch machen da muss man inklusiv sein, dann muss man eine Rolle der betreffenden Personen geben eine aktive Rolle und nicht nur eine zuhörende Rolle.
01:11:08: Und da glaube ich, wenn man zeigt wie funktioniert ein Staat in einem gemeinsamen Europa das nicht ganz gemeinsam ist?
01:11:16: In einer globalisierten Welt dann wird sich schnell herausstellen dass vielleicht Nationalismus nicht die adäquate Antwort ist.
01:11:23: im diesem Sinn Zusammenhang und Funktionalen zusammenhang.
01:11:27: oder es muss mir erleben Wenn man jetzt nur so mit meinen letzten Satz, das Revue passiert, dass lauter Fremdworte extrem abstrakt nicht greifbar.
01:11:36: Das muss man erlebbar machen.
01:11:38: und da komme ich zum Thema Zeit.
01:11:40: Da muss man viele Stunden investieren, da muss man glaube auch in die Lehrpläne hineingehen.
01:11:45: Es ist jetzt nicht die Rolle des Innenministeriums den Bildungsministerium auszurichten.
01:11:49: wie soll der Lehrplan in Geschichte Staatsbürgerschaftskunde Demokratiebildung ausschauen?
01:11:55: aber Wir sind für Wahlen zuständig.
01:11:57: Wir sind im Wesentlichen, ist etwas mit Götter, wir versuchen den Staat im Innersten zusammenzuhalten.
01:12:07: In diesem Versuch bin ich dann bei Böckenförde der liberale demokratische Rechtsstaat auf Bedingungen gebaut, die er selbst nicht schaffen kann.
01:12:15: Ich bin jetzt so fatalistisch.
01:12:16: Ich glaube dieser Staat, denn wir alle sind der Staat!
01:12:24: können jedenfalls ein Beitrag leisten und diese Vorbedingungen, ich glaube das Böckenfördermeint.
01:12:30: Der Staat lebt von Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern die den Staat internalisiert haben dem Grunde nach verständlich kennen nicht jedes Gesetz auswendig.
01:12:39: aber sie verstehen dem Grunden auch wie funktioniert er freiheitlicher schrägstrich liberaler demokratischer, auch säkularer aufgeklärter Rechtsstaat.
01:12:50: Wie funktioniert so ein System?
01:12:52: Und je mehr wir diesen Verlust in den einzelnen Individuen haben, desto schwächer wird das Fundament des Staates auf denen unser Staat.
01:13:00: mit diesem Verfassungsprinzipien für der Rale-Prinzip – wenn man möge es mir nachsehen kann – desto schwieriger wirds dass man diesen Staat am Leben hält.
01:13:11: und bin ich also abschließend ein Imperativ nicht aggressiv, aber massives investieren für diese... nächste Generation, die gerade in den Schulen ist und diese Zeit wirklich nutzen.
01:13:25: Vielleicht ein bissel weniger auswendige Lerner, ein bisser weniger über die einzelnen geschichtlichen Ereignissen, ein bisschen weniger so wie wir sie jetzt in der Staatsbürgerschaftsforschüre haben welche historischen Eregnisse waren und wann?
01:13:38: Ein bisschen mehr Funktionalität Wie funktioniert das Stadion?
01:13:41: was es meine Rolle im Stadon was kann ich dazu beitragen?
01:13:45: Das wünsche ich mir auch von der Migrationsforschung.
01:13:48: Ich kann natürlich nicht alleine alles liefern, aber ein Beitrag kann jeder leisten.
01:13:55: Beides sage ich jetzt für Rainer.
01:13:56: genau das natürlich dann auch viele Kinder und Jugendliche in den Schulen lernen die quasi eh nicht dazugehören zum Staat und auch ab sechzehn nicht wählen dürfen könnte natürlich für eine weitere Kunft dann sorgen zwischen dem was man ihnen präsentiert egal ob im Frontalunterricht oder schön aufbereitet und zu dem was sie danach empfinden und sich wie Sie sich identifizieren.
01:14:19: Eine Erkenntnis der Migrationsforschung.
01:14:22: Damit wären wir auch schon beim Publikum gelandet, ich sehe einige Fragen.
01:14:27: Ich würde gerne drei Fragen mal als erstes sammeln und dann machen wir noch eine Runde im Publikums.
01:14:33: Da Rainer Münz hat sofort aufgesagt, er kommt als Erstes dran!
01:14:37: Habe ich Julia gesehen und danke.
01:14:40: Wollt ihr vier kurze Sachen sagen?
01:14:41: Das erste, das ist ein furchtbarer Nachfall.
01:14:43: Würden Sie mich hören?
01:14:46: Vertrauen – ich denke es gibt eine Art von Homogenität unter den Migrationsforscherinnen und Forschern.
01:14:54: Leute, die migrationskeptisch gegenüberstehen und Diversität hassen werden keine Migrations-Forscher.
01:15:01: Das heißt da gibt es eine gewisse sozusagen Sympathie gegenüber dem Gegenstand der Forschung.
01:15:06: das ist bei Klimaforschung auch so.
01:15:08: Die meisten Klimaforscher machen sich zu gleich Sorgen ums Klima und würden gerne Maßnahmen ergreifen gegen die Erderwärmung während Leute sagen wir über Schwarze Löcher im Kosmos forschen keine solche Affinität zu dem Objekt der Forschung entwickeln.
01:15:24: Und das führt zu einer gewissen, sagen wir mal angenehmeren Homogenität unter Migrationsforschern.
01:15:31: Wenn man schaut was es für heftige Debatten und der Ökonomien gibt haben wir das als Migrationsforst nicht.
01:15:38: Ich lese ganz selten Papiere, wonach gewissen wird, dass das was der Kollege Y geschrieben hat.
01:15:44: Ein Unsinn ist, falsch ist auf falschen Annahmen beruht oder falsch gerechnet wurde.
01:15:49: In der Ökonomie findet man jede Menge solche Papiere.
01:15:52: Also wir haben einen anderen Konsens hier aber das kann natürlich Misstrauen erzeugen.
01:15:58: Das war der erste Punkt.
01:15:59: Der zweite Lima Peter Webinger.
01:16:04: Das gesamte betrachten ja Aber Karrieren macht man so nicht.
01:16:08: Wenn man in einer Disziplin erfolgreich sein will, führt das über eine Spezialisierung und wenn man immer weniger, immer mehr weiß.
01:16:15: Ich habe diese Situationen gelesen die auf Interviews mit zwölf Tameelen, die im Südosten London gelebt haben, beruht haben.
01:16:21: Da spielt das große Ganze keine Rolle.
01:16:24: Das ist eine bestimmte sozusagen disziplinäre Vertiefung.
01:16:28: Ich bin auch nicht dagegen, aber sozusagen dort die Brücke oder dem zu sagen mach lieber keine Karriere sondern denke was ganze nach der wird oder die wird nie Professorin.
01:16:39: Letzter Punkt Onership.
01:16:41: und das gilt nicht nur für Beratung im Bereich von Migrationen.
01:16:46: wenn man eine gute Idee hat und will dass sie verwirklicht wird sollte man sich nicht publizieren in der Lage sein, sie der politischen Ebene zu kommunizieren.
01:16:57: Weil die Wahrscheinlichkeit dass das verwirklicht wird wenn der Politiker oder die Politikerin das als eigene Lösung ausgeben kann ist erheblich größer.
01:17:05: Das ist natürlich für die vielen Egos die Wissenschaftler unterwegs sind schwierig.
01:17:11: erstens und zweitens glaub Judy du hast es gesagt richtig man will ja auch Geld für die eigene Situation haben und wenn man das Licht unter den Schäfel stellt dann erfolgreich etwas positioniert, was dann passiert und dann aber selber nicht das Auto aufscheint hat man vielleicht materiell nichts davon.
01:17:29: Hat aber zum großen Ganzen beigetragen lieber Peter.
01:17:31: aber ich wollte sagen da ist natürlich ein Spannungsverhältnis dessen man sich glaube ich auch gewiss also gewahr werden muss.
01:17:37: ja weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung könnte so wie der Rainer Baubach jetzt noch lange Anekdoten erzählen oder auch abende mit Jürgen Habermas beim Italiener nach der Arbeit.
01:17:46: das vertagen wir auf die zehnte Migrationskonferenz.
01:17:49: danke Danke schön.
01:17:53: Stimme völlig zu, ja das waren auch zwei von meinen Punkten.
01:17:57: zum einen die Frage nach Objektivität.
01:18:00: ich glaube dass es hier wirklich eine Erwartung vielleicht seitens der Politik und der Verwaltung gibt die vielleicht ein bisschen aus falscher Annahmen berührt oder so weil ich glaube vieles was für uns eine logische Schlussfolgerung ist von dem was wir wissen kann für jemanden, der in der Politik ist ideologisch klingen.
01:18:27: Weil die Lage so politisiert ist dass manche Positionen automatisch mit einem Lager identifiziert werden, wären sie wahrscheinlich einfach die logische Folge von etwas was wir untersucht haben und studiert haben uns oft ein Grundkonsensus darstellen in unserer Disziplin.
01:18:45: Und die andere Frage nach der Spezialisierung.
01:18:48: Wissenschaft ist über Spezialierung, über Detail in die Tiefe gehen.
01:18:54: Das definiert unseren Beruf und wir können nicht alles leisten.
01:18:59: Also das ist eine Selbstkritik auch ja?
01:19:01: Wir können nicht gleichzeitig super sein in der superspezialisierter Forschung und kleine Kindermaterialien bereiten können über was Migration ist Politikerinnen in deren Sprache und die allgemeine alle Umfassenden, also alle Bereiche der Migration abdeckenen in ihren Interwechsel Wirkung.
01:19:25: Also das ich glaube wir stellen uns in diese Diskussionen oft eine Latte die nicht zu erreichen ist um nur dazu auf einer Idee Individualisierte Basis, quasi die einzelne Wissenschaftlerinnen sollen in der Lage sein das zu leisten.
01:19:41: Soll forschen?
01:19:42: Soll mit den Medien kommunizieren?
01:19:44: Sollen ihre Materialien für die Bildung aufarbeiten soll.
01:19:47: und wenn wir das nicht alles schaffen und wenn die Politik unsere Idee nicht aufgreift oder die Medien die Begriffe nicht benutzt, die wir gerne hätten dann haben wir failed.
01:20:00: Also dann werden wir immer scheiten.
01:20:04: Und insofern glaube ich, was schon braucht sind Schnittstellen.
01:20:09: Wir werden aus unserer Spezialisierungen heraus was sagen können zu bestimmte Detailfragen oder spezialisierte Bereichen und dann braucht es Schnittstellen die das bündeln, die das vermitteln, dir das irgendwie übertragen.
01:20:22: Ich glaube unsere Aufgabe und sogar Zerpflichtung ist in diesen Dialog einzutreten mit dem was wir wissen das versuchen zu kommunizieren, aber ob die Politik das dann aufgreift.
01:20:35: Ob jemand in seiner Meinung ändert oder nicht?
01:20:37: Die Zielsetzung von einem bestimmten Ministerium, dass dafür können wir nicht verantwortlich gemacht werden.
01:20:43: Insofern finde ich das eigentlich die falsche Basis für diese Diskussion.
01:20:47: ganz ehrlich und noch was möchte ich sagen?
01:20:49: also wenn ich immer über diese Relevanz der Wissenschaften, der Migrationsfrage denke, dann denke ein Role Modulist.
01:21:00: Und das ist die Frage von Menschenhandel, also vor nicht so langer Zeit ein paar Dekaden gab es diese Konzept im Grunde nicht so.
01:21:10: Frauen, die zum Beispiel Opfer von Menschenhandel waren.
01:21:13: Wenn sie aufgegriffen wurden und keine legalen Aufenthaltstatus hatten sind einfach als irreguläre Migrantinnen abgeschoben worden und fertig.
01:21:25: Und das war eine Kampagne von Feministinnen aus der Wissenschaft und aus NGOs, Wildgesellschaft zu sagen wir müssen hier differenzieren zwischen Smuggling Und Menschen, die gehandelt wurden sind Opfer.
01:21:39: Sie sollten eine andere Behandlung bekommen als die, die einfach mit Smugglers... irregulär über die Grenze gekommen sind und so weiter.
01:21:48: Und das ist erfolgreich.
01:21:50: dann von internationaler Organisationen aufgenommen worden, ist der UNO-Protokoll, Istanbul Protokoll und so fort.
01:21:57: Das ist für mich ein Beispiel vom realen Impact ja?
01:22:01: Und dass es eine kollektive Kampagne... Einmal so viel Zeit und Energie haben wir investiert auf diese Metadiskussion.
01:22:11: Ich glaube, es sollten einmal Energie investieren.
01:22:14: was wollen wir als Community?
01:22:16: Was wollen wir für eine Agenda haben?
01:22:19: Inhaltlich!
01:22:20: Welche Kampagne könnten wir jetzt unterstützen?
01:22:23: Und nicht dass einzelne so verantwortlich gemacht werden für alles das halt nichts so läuft wie wir gerne hätten.
01:22:29: Danke.
01:22:32: Vielen Dank Julia.
01:22:33: Und dann da hinten habe ich noch eine Frage, genau.
01:22:37: Ich hab so viel da notiert... Anbetrachter Zeire ein bisschen kurz.
01:22:42: Hallo!
01:22:43: Hört man?
01:22:44: Jetzt ist es besser.
01:22:46: Also das Wesentliche was ich hier aufgeschrieben habe, ich fange mit einer kleinen Kritik für Baubüchse, mini-Gesellschaftsteorie, ich weiß mal kann hier nicht detailliert die Sachen da legen.
01:23:03: Aber Politik als autonom aufzufassen, das finde ich nicht richtig.
01:23:12: Das heißt Wissenschaft, ja sagen wir mal so zum Teil.
01:23:18: aber wenn wir die Wissenschaft genau anschauen im Vergleich zu Kunst und Philosophie ist ein Teil der Wissenschaft jetzt reden wir über alle Wissenschaften ist sicherlich nicht autonom.
01:23:33: Das heißt, wir müssen aufpassen glaube ich weil die Politik und ich knüpfe an wo die hören übrigens ein bisschen.
01:23:43: Die Politik ist nicht erstens einmal überhaupt nicht autonom sie ist naturgemäß beeinflusst von der Wirtschaftsdiskurs und vom Geld als solche überhaupt.
01:23:53: dann ist sie beeinflußt von der Meinungsumfrage.
01:23:57: also da sehe ich überhaupt keine Autonomie.
01:24:01: Das ist jetzt mal ein Problem.
01:24:04: Allerdings, die Politik hätte das Potenzial, das zu sein, autonomer zu sein kreativer zu sein mächtiger zu sein als die Wirtschaft aber das schafft sie natürlich nicht.
01:24:16: dafür gibt es auch Erklärungen.
01:24:19: so soweit so gut.
01:24:21: und eben wie Habermas auch gesehen hat Es gibt eine institutionelle Ordnung was Bourdieu das Feld der Marktnante, wo eben die Wirtschaftsdiskurs und die Intellektuelle, ja, die Reichsten an Krönnen anwesend sind.
01:24:43: Und die beeinflussen die Politik und wie uns alle auch die Wissenschaft.
01:24:50: Das zweite Punkt ist viel einfacher.
01:24:56: Die Stimme des Intellekts, worüber auch, wo die Hundert Jahre lang gesprochen hat, Und das wäre quasi eine Lösung.
01:25:10: Es ist zu leise, ja?
01:25:11: Die Intellektuelle, die Stimme des Intellekts wie Freud gesagt hat, er hat gemeint es ist von Natur raus und von Natur aus leise und ich habe dazu gefrückt.
01:25:24: sie ist leider zu leiser.
01:25:27: Das ist der dritte Punkt war genau... Ich bin mir nicht so sicher, wenn wir unsere liberale Demokratie und unserer liberalen Politik anschauen.
01:25:43: Ob das wirklich so liberal ist?
01:25:46: Also diese Kontrastierung... Das ist mir ein bisschen problematisch!
01:25:50: Ich denke zum Beispiel... ich trinke nur ein Beispiel ja... Liberale Staaten sind ja auch Staaten die vollkommen geradezu jetzt gegen die Natur arbeiten.
01:26:06: Das ist nur ein Punkt und da könnte man natürlich die liberale Demokratie stark kritisieren, man könnte noch hundert Faktoren aufzählen wo wir nachfragen müssen wie liberal ist denn das aus der Sicht der Philosophie und aus der Kunst?
01:26:25: Vielen Dank.
01:26:26: Danke sehr, in Anberach der Zeit würde ich jetzt gerne eine Abschlussrunde Podium machen und ich würde die Diskutantinnen bitten sich jeweils eine aufgeworfene Frage auszusuchen und noch Möglichkeit nicht auf alle zu antworten obwohl ich weiß sie wüssten alle zu allem was auch.
01:26:43: vielleicht halten wir uns gut.
01:26:44: Ich fasse nochmal zusammen es wurde noch einmal das Thema Vertrauen aufgeworfen und die Homogenität In der Wissenschaft in der kritischen Migrationsforschung war es einerseits wohl möglich auch für Vorteile verwendet werden kann im Sinne von Agenda, Setting und Proaktive, Kampagnenführung aber vielleicht auch zu gewissen Misstrauen.
01:27:04: bei anderen gesellschaftlichen Akteuren führt.
01:27:06: Wir hatten die Idee mit dem Ownership, das aufgebracht wurde.
01:27:09: ist nicht die Idee in dem Moment quasi nichts mehr wert wenn ich selber als Autorin des Auto dort stehe?
01:27:14: und müsste sich nicht andere Kanäle nämlich weniger sichtbare wählen um vor allem der Politik einen Impact zu entfalten?
01:27:21: Die Objektivität der Migrationsforschung wurde angesprochen vielleicht ein Aspekt den Ich einbringen darf.
01:27:26: wir haben natürlich über Jahrzehnte gewachsene Qualitätssicherungssysteme gerade in der Wissenschaft.
01:27:33: wenigsten fällen gelangen Erkenntnisse erst der Migrationsforschung in der Öffentlichkeit, die beispielsweise nicht peer-reviewed sind und die auch nicht einem solchen Reviewstand gehalten hätten.
01:27:43: Das haben wir natürlich auch noch ganz wesentlich und vor allem aber auch der Wahrnehmung einer solchen Objektivität, was wir da machen können.
01:27:52: Die gemeinsame Kampagne des Agendasettings worauf wollen wir uns als Migrationsforschende verständigen?
01:27:57: Was war uns wichtig einzubringen in den Diskurs?
01:28:00: und zuletzt?
01:28:01: Es wurde darauf hingewiesen, Politik ist auch nicht autonom.
01:28:03: im Gegenteil es entfällt der Macht das wir vielleicht auch mit bedenken sollten mitunter von ökonomischen Partikularinteressen mitbestimmt.
01:28:11: Das heißt doch hier die Frage wie abgetrennt sind die Bereichen?
01:28:14: wie autonom können sie agieren?
01:28:17: ist die Stimme des Intellekts zu leise.
01:28:20: Diese Fragen möchte ich jetzt an meine Expertinnen und Experten weitergeben, wie gesagt bitte sucht euch einen Aspekt aus auf den ihr eingehen möchtet und weil du Reiner halt einfach neben mir sitzt bist du wieder der Erste?
01:28:33: Ich suche mir einen Aspekter raus der sowohl von Rainer Mönz als auch von Julia Morau-Permosa angesprochen worden ist.
01:28:40: und das ist die Frage also da Reiner hat es so formuliert Soll man vielleicht auf unsere Ownership verzichten und Politik besser beeinflussen zu können, damit unsere Ideen sozusagen als unsere Aufscheinen nicht das wissenschaftliche Ideen bei Experten sind in Verruf geraten sondern von der Politik dann als ihre eigenen ausgegeben werden können.
01:29:03: Die vorher schon in der vorigen Grunde ist auch die Frage aufgedacht Helfen wir vielleicht die Demokratie zu stabilisieren, indem wir das Allianz des Migrationsthemas runterfahren.
01:29:14: Also das ist eine andere Form des Appels sozusagen uns in den Hintergrund zu stellen als Migrationsforschung um in der Politik etwas Gutes zu bewirken und ich möchte bei beiden widersprechen.
01:29:26: also ich glaube es gibt eine solche Rolle.
01:29:28: tatsächlich da sind Politik neue Thinktanks deren Aufgabe es ist die Politik zu beraten Manchmal sehr explizit ideologisch orientiert, die beraten auch bestimmte Parteien und Fakten und Argumente zu liefern, die in der Politik dann als die eigenen verkauft werden können.
01:29:45: Das ist nicht illegitim, das ist ein Teil des politischen Parteinpluralismus, der vielleicht gar nicht so schlecht ist.
01:29:52: aber das ist nicht die Aufgabe... der akademisch begründeten Migrationsforschung, die hat einen anderen primären Adressat.
01:30:00: Auch wenn sie zur Politik redet, redet sie indem sie zur Öffentlichkeit redet so zivilgesellschaftlich gerede zu den Medien redet.
01:30:08: deswegen wunderbar dieser Mediendienste hoffentlich auch in Österreich entstehen wird.
01:30:13: und dann kommt es in der Politik manchmal drüber ja die kritisieren uns nur die verstehen uns nicht.
01:30:18: das ist so aggressiv Das ist bedauerlich.
01:30:21: oder sie schaden dem Anliegen, indem Sie so viel über Migration reden und wir wissen doch was das bei den Leuten für Ängste auslöst.
01:30:29: Ich glaube die Migrationswissenschaft muss über Migation reden.
01:30:34: Sie hat auch in Schweden glaub ich nicht aufgehört über Migrazion zu reden Weil die Frage, wie salient das Thema ist, das hängt überhaupt nicht davon ab was die Migrationsforschung macht.
01:30:45: Das hängt ausschließlich davon ab wie saliant das Thema von der Politik gemacht wird.
01:30:50: und wenn die Politik es schafft, die Saliens runterzufahren und ein positives Ergebnis, freut mich das sehr.
01:30:57: aber ich fühle mich nicht betroffen in dem Sinn dass sich dann aufhören soll über Migration zu reden weil dieser Diskurs ist ein langfristiger der einfach weitergeführt werden muss und das ist unsere Aufgabe als Migrationsforschung in der Öffentlichkeit dafür einzutreten.
01:31:13: Ich sage noch was Allerletztes, was das vielleicht ein bisschen relativiert wir müssen in der MigrationsForschung auch besser lernen die Politik zu verstehen ihre Eigenlogik zu verstehen nicht die Autonomie im Sinne dass es sich abkoppelt von der Wirtschaft oder so sondern die eigen Logik der politischen Macht und ihrer Spiele ihre Spielregeln mit zu berücksichtigen und die Eigenlogik von politischen Akteuren.
01:31:39: Und wir sollten nicht grundsätzlich unterstellen, dass sie alle moralisch verwerflich sind in ihren Handlungsorientierungen.
01:31:46: Also zusammen mit Martin Ruster, da sitzt uns Julio Morau bei Rosa Bermosa und dem Lukas Schmidt, der nicht da ist, sondern Barcelona bin ich beteiligt an ein Projekt was genau darum geht nämlich migrationspolitische Dilemma auszuleuchten.
01:32:02: Solche Dilemma da gibt es aus der Akteursperspektive.
01:32:06: Nicht unbedingt, dass die Perspektive der Migrationsforschung beschreibt und erklärt sondern wenn man sich versucht aus wissenschaftlicher Perspektiven hineinzuversetzen in die Akteure und nach welchen Prinzipien sie handeln oder handeln sollten dann versteht man warum auch in der Politik und zwar in den institutionalisierten Politik genauso wie in der widerständigen Politik der Zivilgesellschaften der NGOs ständig Dilemma da auftauchen.
01:32:33: Also das sind nicht eindeutige vorgegebene Antworten, sondern es sind Zielkonflikte die abgearbeitet werden müssen und diese Zielkonflichte kann man auch aus analytischer Perspektive bearbeiten und das versuchen wir in diesem Projekt und das ist glaube ich eine Schnittstelle wo tatsächlich viel Möglichkeiten für einen Dialog zwischen Politik und Wissenschaft entstehen können.
01:32:55: Ja danke, ich kann's kurz machen.
01:32:59: Das Wort Agendasetting hat mich irgendwie so erinnert, wie waren das jetzt so ein Konvent einer politischen Partei wäre.
01:33:07: Und mein Verständnis war immer so in der Humboldtschen Annäherung genau jene Primisten die ich vorhin skizziert habe dass man der Objektivität vielleicht diesen einzelnen Wahrheiten die in Summe eine Annährung zur größeren Wahrheit liefert diese Unvereingenommenheit dieses ohne dass das Ergebnis und das Ziel feststeht, ich schaue mir mal an was ist.
01:33:32: Und diese Agenda-Setting... Wenn man sich so annähert kann natürlich machen aber ich glaube es geht ganz stark zu Lasten der Glaubwürdigkeit.
01:33:43: Ich möchte gar nicht jetzt auch Kritik anbringen am Gesagten sondern ich möchte noch mitgeben weil es ist gar nicht so sehr aus dieser Debatte aber ich war schon wiederholt konfrontiert Personenorganisationen mit Projekten, wo der Beweis angetreten wurde.
01:34:02: Es ist versucht worden etwas zu beweisen und das möchte ich jetzt nur vielleicht ein bisschen auf meine Rolle fokussiert.
01:34:11: Wann entsteht bei mir die größte Glaubwürdigkeit?
01:34:15: Das ist bei jedem anders.
01:34:16: aber bei mir entsteht die größteglaubwürdigkeit wenn man genau diese Prämissen berücksichtigt und dem sich keine Ergäntern.
01:34:24: Natürlich hat man Forschungsthemen, natürlich haben wir Bereiche wo man sie vertieft aber noch nicht das inhaltliche Ergebnis vorweg nimmt.
01:34:31: Das war immer so meine Idee von Journalismus.
01:34:34: Es gibt eine Berichterstattung und dann wird es schrieben möglichst ausgewogen und nicht tendenzieus.
01:34:40: dass das typischerweise relativ langweilig ist, wenn so ausgewogen ist und man nicht in irgendeine Richtung geht und weniger Glicks produziert.
01:34:48: Das kann schon sein aber mein Verständnis war immer von wissenschaftlicher Aufarbeitung genau diese Aspekte zu berücksichtigen.
01:34:56: Das ist für mich ganz ein wesentlicher Punkt und ich würde nachwünschen jetzt nur Abschlusswort für die Zukunft, dass wir universitär Ministeriell, ich habe das immer wieder mit Martin über Jahre.
01:35:12: Manchmal intensiver und manchmal weniger intensiv Videokonferenzen wie vor ein paar Wochen wo wir uns Einzelfragen einfach vornehmen, das durchdiskutieren oft völlig unterschiedlicher Meinungen sind.
01:35:24: Martin also weil ich jetzt schon zweimal zitiert hab er ist oft ganz andere Meinung als ich was sehr für ihn spricht.
01:35:32: aber die Möglichkeit zu reflektieren und ganz einen anderen Standpunkt zu hören.
01:35:37: Und auch diese Beobachtung, dass sich der eigene Standpunkt dann oft ändert weil er zusätzliche Facette bekommen hat.
01:35:43: Das ist dieses permanente Suchen in dieser demotsvollen Grundhaltung das man halt immer an Weg ist und das man einfach das Thema immer nur so anlehrend verstanden hat und noch ganz weit weg ist von einem umfassenden Verständnis.
01:35:57: Das versuche ich auch in meinem Bereich, jenen die bei mir anfangen, wir haben das internationale Thema auch und es finde insofern gut weil Immigration nie national gelöst werden kann und immer europäisch und global pilateral multilateral gedacht werden muss oder behandelt werden muss.
01:36:16: Das Versuche ich denen den Neu dazukommen sonst mitzugeben dass man sich diese Offenheit bewahrt.
01:36:23: Wir haben jetzt ja relativ viel gemeinsam überlegt darüber gesprochen also wie überhaupt ein Gespräch über Flucht und Migration, ob Begriff Rassismus hat noch gar nicht gefallen glaube ich.
01:36:36: Also wie wir da überhaupt in das Gespräch kommen können?
01:36:38: In welcher Weise?
01:36:39: Und ich würde auch sagen für mich wäre auch aggressivitätlich derrichtige Begriff.
01:36:44: aber ich verstehe natürlich den Impuls aber vielleicht von einer großen Klarheit und auch von einem proaktiven Handeln, obwohl natürlich die Wissenschaft gibt es ja nicht.
01:36:55: Es gibt eben viele Leute, die einfach keine Lust haben sich an solchen Debatten zu beteiligen.
01:37:02: da kann man sich auch fragen ist das die Aufgabe der Wissenschaft?
01:37:05: Für mich ist es in heutigen Zeiten eine Aufgabe als Bürger meines Landes oder auch Europas mich in Debatten einzubringen wenn ich einen Eindruck habe dass Dinge einfach sehr, sehr schief laufen und ich nur mal eine Kompetenz habe in einem bestimmten Bereich die ich dann irgendwie einbringe.
01:37:22: Aber was macht es so schwer ja?
01:37:23: Also diese Debatten vielleicht weniger emotional aufgeladen zu fühlen?
01:37:29: also Rheinland-Münz meinte das, dass wir irgendwie viele von uns vielleicht eine gewisse Sympathie hatten für dieses Thema ähnlich wie Klimaforscher.
01:37:36: Ich finde die Analogies bisschen...also Wenn man das Erkenntnis hat, dass vielleicht unser Leben auf unserem Planeten möglicherweise nicht mehr so stattfinden wird.
01:37:50: Kann ich dann wirklich eine Distanz dazu haben?
01:37:51: Wir haben ja nebenbei diese Witze gemacht ob die Kajuns nicht vorher auslöschen bevor die demografische Alterung sozusagen zum Tragen kommt.
01:37:59: Ich meine es sind sehr große und bedrohliche Fragen Und mir geht's immer so in Interviews auch oder auch in politischen Diskussionen.
01:38:07: Also wir reden über Menschen oft jedenfalls über Schutz suchende Menschen reden, auch über viele Migranten natürlich nicht alle.
01:38:15: Reden wir schon über Menschen in äußerst schwierigen Umständen.
01:38:19: da geht es also gerade wenn man sich mit dem Thema Flucht befasst und das machen ja viele von uns und wenn man dessen Interviews immer von Menschen Lebensgeschichten hört aber auch mit anderen Methoden sieht.
01:38:28: ich meine es geht einfach um Leben und Tod.
01:38:31: wie seht er wieder wie die Menschen einfach sterben Und zwar nicht einfach nur bei irgendwelchen Umfällen, sondern weil halt Migrationen und Flucht schlecht organisiert sind.
01:38:41: Inklusive eben relativ heftiger und oft nicht rechtskonformer Abwehr im politiken europäischer Staaten.
01:38:49: Deswegen wünscht mir auch manchmal für mich als Person einfacher oder in öffentlichem Ausausland Diskussion einfacher wenn man über Migration und Fluch drehen könnte wie irgendein... Keine Ahnung wie über Physik oder so.
01:39:00: Oder irgendwie Materialwissenschaften, keine Ahnung irgendwas was einen halt nicht so berührt emotional.
01:39:05: aber ich meine ich habe in meinem Leben halt sehr viele Interviews geführt mit Menschen die ihr Leben riskiert haben auf der Flucht waren, die keinen Schutz gefunden haben und das ist ja eben auch Ergebnis europäischer Politik.
01:39:21: Und auch in den Diskursen werden diese Menschen halt dann oft diffamiert oder einfach unsichtbar gemacht.
01:39:25: Man spricht dann über, ja da sind zu viele illegale Migranten... Also man spricht eigentlich nicht mehr darüber, also was wir als die Humanisierung bezeichnen passiert halt und das dann vielleicht sehe ich auch meine Aufgabe irgendwie wieder die Menschlichkeit irgendwie sichtbar zu machen.
01:39:40: Klar, würden vielleicht aktive von ganz rechts zur rechtsextreme würden das Kinder umkehren und sagen naja es sind ja eigentlich Menschen die uns vor allem bedrohen bis hin zum großen Austausch der Bevölkerung oder Terroranschlägen.
01:39:50: Islamismus weiß was ich... gibt's ja alles auch ne?
01:39:52: Ich will das ja gar nicht sagen negieren aber das macht es eben so schwer weil es umso viel geht da kommt man auch irgendwie nicht raus.
01:40:01: Man kann sich nur versuchen eine richtige Haltung zu finden von Klarheit der richtigen Sprache und doch irgendwie muss man es irgendwie aushalten, auch andere Sichtweisen sich anzuhören.
01:40:14: Und ich glaube das ist was Sie gerade gesagt haben diese Räume wo man sich einfach mal ohne konkrete Outcome zuhört und begegnet und zwar ein bisschen im Zusammenhang Das fehlt uns allen.
01:40:27: und ja auch in der Migrationswissenschaften stimmt schon Es gibt auch Leute die sehr kritisch sind sozusagen nicht im Sinne der kritischen Migrationsforschung sondern kritische im Sinne dass sie mit der normalen Anführungszeichen Mainstream Migrationsforschung nichts zu tun haben wollen.
01:40:41: Also diese Leute gibt es ja auch und das findet vollkommen parallel statt, also selbst innerhalb der Migrationsvorschung ist eine gewisse Spaltung und es wäre schon gut da auch mehr ins Gespräch zu kommen.
01:40:52: Man muss sich eigentlich einigen aber wenigstens die Argumente anhören kann über den Methoden streiten, aber ja es fällt uns halt schwer und aus den Gründen die ich gerade beschrieben habe Ich versuche mich kurz zu halten, weil ich stimmte da vollkommen zu.
01:41:05: Also was ich auch eingangs gesagt habe, ich glaube es gibt zumindest in Österreich was das Thema angeht einen Diskurs Collapse und eigentlich eine Diskurs Kapitulation vor diesem Thema, weil ist... ich sehe diese Debatte nicht.
01:41:17: für mich ist ein relativer Konsens denn ich auch also mit dänischen Politikwissenschaften damals über die dänische Sozialdemokratie gesprochen Und die haben auch gemeint, es ist ähnlich wie das Klima.
01:41:28: Also in Migration ist man sich eigentlich in Dänemark einig.
01:41:30: Das ist etwas was wir nicht wollen und das muss man begrenzen und ich sehe das ähnlich für Österreich.
01:41:36: Und dementsprechend bin ich auch auf dem Standpunkt dass ich bin schon dankbar.
01:41:39: also was du mit dem Agenda-Setting... Ich finde ja also es müsste in irgendeiner Form von Agenda Sente geben und zwar dass man den Diskurs zumindestens das wird tatsächlich eine Debatte haben!
01:41:51: und auch diese humanistische Perspektive auf das Thema wieder gewinnen.
01:41:56: Und auch das Thema Menschenrechte, ich weiß nicht jedes Mal wenn man das einfach das Wort Menschenrechtig sagt, hat man das Gefühl Man ist der unglaublich naiv Link, dass er das zur Sprache bringt.
01:42:05: aber ich bin auch was da es eingeht vielleicht durch den Job ein bisschen zynischer geworden und habe einen pragmatischeren Zugang gefunden.
01:42:13: deswegen hab' ich auch das mit dem Demografienspiel gebracht, dass man okay gut man kann Humanismus beginnt man nichts zu reißen, man kann nicht über den Wert eines Menschenlebens sprechen.
01:42:24: Man kann nicht sagen dass all diese Debatten die wir hier so abstrakt führen ja tatsächlich einen Effekt auf Menschen haben, die hier leben, auf Kinder haben sie hier leben.
01:42:33: also wenn wir die Wahlen in Sachsen anhalten und uns anführen wie viele Diskussionshändungen wurden dann Personen, also Minderheiten vorgestellt, die gesagt haben wir haben jetzt echt Angst einfach.
01:42:43: Wir wollen, wir denken an Auswanderung nach und darüber nach.
01:42:46: was heißt das für meine Existenz?
01:42:48: Was heißt es für die Sicherheit meiner Kinder?
01:42:49: Was heisst dieser vergiftete Diskurs den wir hier alle, die auf dem Podium sitzen ja überhaupt nicht zumindest nicht alle von uns so tatsächlich zu spüren bekommen was diese permanente, diese hasserfüllte Geräuschkulisse bedeutet tagtäglich?
01:43:07: Und deswegen habe ich einen pragmatischeren Zugang und da zynisch klingt mit der Demografie, in dem wir sagen ihr braucht's diese Leute.
01:43:16: Ihr werdet keine Leute haben die euch pflegen, ihr werdet keiner Leute haben, die euch versorgen, ihr werdet in der Gastronomie jemanden haben eure Wirtschaft wird kollabieren alles wird kollaborieren.
01:43:24: also insofern braucht es einen anderen Drehz den Alarmismus um.
01:43:30: das ist quasi eine sehr aktivistische und unangegenehme Form das zu framing.
01:43:34: aber wäre ich Teil der Migrationsforschung, würde ich diesen Alimismus umdrehen.
01:43:40: Genau, ich möchte abschließend vielleicht auf diese Sache eingehendig.
01:43:42: erwähnt wurde die Migrations-Forschung sei zu homogen und niemand von uns wäre gegen Diversität?
01:43:49: Ich finde das ein, muss ich sagen sehr strangles Argument weil Diversitet ob ich dafür oder dagegen bin ist ja gar nicht die Frage!
01:43:55: Ich beobachte die Realität und die Realität ist divers.
01:43:58: wir haben diverse Gesellschaften in Deutschland in Österreich in Europa Und dann ist nicht die Frage, ob ich dafür oder dagegen bin.
01:44:04: Sondern es ist einfach eine Realität mit der umzugehen ist.
01:44:07: ja das da ist nicht.
01:44:09: also haben wir gehört Wir sollen objektiv sein Also brauche Ich Nicht Anfangen Dagegen Oder Dafür Zu Seinen Sonder Der Anfangspunkt Ist Da Gibt Es Eine Gesellschaft.
01:44:17: Also Deswegen finde Ich Die Fragestellung Da.
01:44:19: Also Sind Wir Zu Homogen Ein bisschen Das Argument Ein bisschen fragwürdig.
01:44:23: Der Zweite Punkt Wo Man Genau Sieht Dass Wir Nicht homogenist Wer Muss Auf etwas Einigen Müssen Wofür Wir sind Glaube Ich wäre das enorm Schwer.
01:44:30: Ich glaube Vielleicht Hundert Leute würden sich melden und hätten ganz unterschiedliche Ideen, weil es als erstes in die Öffentlichkeit eingebracht werden sollte.
01:44:36: Und was besonders wichtig ist also insofern glaube ich diese Homogenität ist eine, die vielleicht aus einer bestimmten Position so aussieht.
01:44:43: aber wenn man in die Migrationsforschung sehr genau reinschaut und reinhört.
01:44:46: Die ist sehr, sehr divers.
01:44:49: Danke dass sie uns trotz dieser technischen Herausforderungen bis zum Ende treu geblieben sind.
01:44:55: Ich glaube auch dieses Podium war dann doch in Sicht diverse.
01:44:58: Ich bedanke mich das Alle Penalistinnen und Penalisten sich auch so offen und durchaus kontrovers sprechen haben daran, denn genau dazu ist es da.
01:45:07: Ich fürchte wir haben ehrlicherweise viele der aufgeworfenen Fragen vielleicht gar nicht wirklich im Kern bis in letzter Konsequenz beantwortet.
01:45:15: Vielleicht sogar mehr Fragen aufgeworfene als Anfangs im Raum standen.
01:45:19: aber genau das zeichnet ja aus meiner Sicht also eine gute nossierte Debatte aus.
01:45:24: sie haben vielleicht habe ich an manchen die gesehen auch noch die ein oder andere Frage?
01:45:29: wir sicherlich auch noch für Gespräche zur Verfügung stehen.
01:45:33: Die Debatte darüber, wie sich konkret auf die österreichische Migrationsforschung positionieren und einbringen soll wurde damit erst eröffnet.
01:45:40: Wir haben ja noch morgen und übermorgen um das zu Ende zu führen bei dieser Konferenz in.
01:45:44: somit wünsche ich uns allen einen schönen, erholensamen Abend!
01:45:48: Und wir sehen uns morgen um neun Uhr wieder zum ersten Pendler am zweiten Tag.
01:45:53: Vielen Dank an der sechste lente Podium.
01:46:04: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert Aufnahmebereit auf Spotify oder allen anderen gängigen Podcast-Plattformen und folgt Judith Kohlenberger und der Chefredaktion auf ihren Social Media Kanälen.
01:46:17: Fragen, Anregungen und Beschwerden an Aufnahme bereit at wu.ac.at.
01:46:23: Alle Infos findet ihr auch in den Shownotes.
01:46:26: Bis zum nächsten Mal!
01:46:35: der MR-Sieben, der Stadt Wien.
01:46:42: Dann kann die KooperationspartnerInnen von Die Chefredaktion und der Podcastwerk statt.
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